Die Zukunft des Einkaufens steht auf dem Spiel

IHK-Präsident Andreas Schmitz zum Innenstadtgipfel NRW

Text: IHK-Redaktion, Foto: Paul Esser

„Es ist nicht mehr fünf, sondern zwei vor zwölf“, sagt Andreas Schmitz, Präsident der IHK Düsseldorf, zur Lage der Innenstädte und Einkaufsquartiere. „Neben den Auswirkungen des Strukturwandels in der Branche bekommen die Einkaufsbereiche die Folgen der Corona-Krise schonungslos zu spüren.“
Zahlreiche Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister in den Innenstädten stünden vor dem Aus. Bei vollen Lagern wüssten viele Händler nicht, von welchem Geld neue Ware bestellt werden solle. Die Unternehmen seien darauf angewiesen, dass die versprochenen Hilfen unbürokratisch fließen. Ansonsten stünde nicht nur ihre, sondern auch die Existenz der Innenstädte auf dem Spiel.

Foto: IHK Düsseldorf

„JETZT ZÄHLT TEAMGEIST“

IHK-Präsident Andreas Schmitz

„Wir sind an einem Punkt, an dem das Handeln des Einzelnen – und auch punktuelle finanzielle Unterstützung – nicht länger ausreichen. Es braucht jetzt ein koordiniertes Vorgehen aller Akteure. Wir begrüßen somit den Innenstadtgipfel der Landesregierung, in Zuge dessen sich eine Allianz zur Rettung der Innenstädte gefunden hat“, so Schmitz.
Vereinbart wurde, in den nächsten Wochen gemeinsam einen Masterplan zur Rettung der Innenstädte zu entwickeln. „Dieser darf nicht nur theoretisch wirken und zur Beruhigung des Gewissen dienen; er muss praktische Relevanz haben und beim Einzelnen ankommen“, sagt Schmitz.

Initiativen fördern

Neben der Förderung der einzelnen Branchen beim erneuten „Hochfahren“ sei in diesem Zusammenhang die Unterstützung der gebeutelten Kommunen wichtig. Es gelte, Förderprogramme wie das Sofortprogramm für Innenstädte fortzuführen und weiterzuentwickeln. Im Fokus sollten die Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Infrastruktur und Erreichbarkeit, Leerstands- und Citymanagement oder die Förderung von Unternehmer- sowie Eigentümerinitiativen (Immobilien- und Standortgemeinschaften) stehen. „Wichtig sind zudem flexible, punktuelle Befreiungen von planungs- und baurechtlichen Vorgaben und die Schaffung von ‚Experimentierräume und -klauseln‘“, so Schmitz.

Ihre Meinung ist gefragt: Haben Sie Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an die Redaktion.