Goldene Zeiten für die Schadowstraße?

Die Einkaufsmeile bekommt ein neues Gesicht

So soll die Schadowstraße aussehen, wenn alles fertig ist.

Text: Jens van Helden, Grafik: FSWLA Landschaftsarchitekten

Die Schadowstraße in Düsseldorf ist etwas ganz Besonderes. Sie spielt in der Champions-League der deutschen Einkaufsmeilen. Zumindest hat sie das jahrzehntelang getan. „Die Bauarbeiten der letzten Jahre haben den Händlern schwer zugesetzt“, sagt IHK-Einzelhandelsexperte Sven Schulte. Die Corona-Krise tut ihr übriges, um den Inhabern der Ladenlokale zwischen Königsallee und Werhahn die Stimmung zu vermiesen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Waren zwischen Mai und Juni 2019 noch rund 2,4 Millionen Passanten dort unterwegs, waren es in den selben Monaten diesen Jahres gerade einmal rund 920.000. Aber es bewegt sich etwas in die richtige Richtung. Der Kö-Bogen II ist praktisch fertig. Mit TK Maxx hat am 13. August das erste Geschäft eröffnet. Und dann geht es Schlag auf Schlag.

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Video mit Thomas Görner, Sprecher des City-Rings Schadowstraße und Geschäftsleitung Foto Koch zur Zukunft der Einkaufsmeile.

Beispielsweise zieht H&M, das vor wenigen Monaten ein paar Meter weiter an der Schadowstraße geschlossen hatte, ein. Den Discounter Aldi und die Drogeriekette DM zieht es ins Untergeschoss, darüber sind fest gebucht die Modekette Mango und ein italienisches Restaurant. Auch die Straße selbst wird jetzt fein gemacht. Die Stadt Düsseldorf hat mit dem von Anwohnern, Geschäftsleuten und Einkäufern lang ersehnten Umbau begonnen. „Ziel ist es, die Schadowstraße nach Abschluss des U-Bahn-Baus wieder zu einer höchstwertigen Einkaufslage und einem attraktiven öffentlichen Raum zu gestalten, der den Anforderungen der unterschiedlichen Nutzer gerecht wird“, sagt Cornelia Zuschke, Verkehrsdezernentin der Stadt Düsseldorf. In einem Jahr soll alles fertig sein. Dann sollen sich Besucher, Bummler, Lieferanten und Radfahrer die Straße teilen – für jeden werden Flächen vorgesehen. Etwa eine Flanierzone an den Fassaden der Häuser und eine Spur in der Mitte für Fahrradfahrer. Damit kommt die Stadt Düsseldorf der Verwirklichung der Idee eines Rheinboulevards vom Wehrhahn über die Königsallee und die Flinger Straße bis zum Rhein, die die IHK entwickelt hat und die vom Forum Stadtmarketing vorangetrieben wird, ein Stück näher.

Die Skepsis bleibt

Also endlich eine goldene Zukunft für die Flaniermeile? Skepsis bleibt: „Auch wenn die Kunden jetzt langsam wiederkommen: Corona hält nach wie vor einige vom Shoppen ab“, so Thomas Görner, Sprecher des City-Rings Schadowstraße. Außerdem sei die angekündigte Schließung mindestens eines der Warenhäuser am Wehrhahn „ein herber Schlag. Jetzt ist es wichtig, dort gute Konzepte zu finden, um Leerstand zu vermeiden. Dabei gilt es, auch neu und mutig zu denken.“ IHK-Experte Schulte erwartet, dass gemischt genutzte Immobilien eine wichtige Rolle in der Innenstadt der Zukunft spielen werden. Ein Mix aus Handel, Gastronomie, Büros und vielleicht sogar Logistik und Wohnen sei auch hier denkbar.

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