Ein im Wortsinne spannender Arbeitsplatz: Azubi Ramzi Ouso (Mitte) mit Ausbilder Jörg Schmidt und Rachid El Mellah (rechts), Willkommenslotse bei der IHK Düsseldorf. Foto: Wilfried Meyer

Text: IHK-Redaktion

17 Prozent aller Ausbildungsbetriebe in ganz Deutschland bilden zurzeit Geflüchtete aus. Auch in Düsseldorf und im Kreis Mettmann haben immer mehr Geflüchtete einen Ausbildungsplatz gefunden. Einer davon ist der 24-jährige Ramzi Ouso, der nach vielen Strapazen 2015 aus Syrien über die Türkei nach Deutschland kam. Während seines Aufenthaltes in Ratingen lernte er schnell die deutsche Sprache und wollte dann rasch in eine betriebliche Ausbildung starten. Durch den Kontakt zum Willkommenslotsen der IHK Düsseldorf, Rachid El Mellah, kam er mit dem Automobilzulieferer Helbako in Heiligenhaus in Kontakt. El Mellah informiert Geflüchtete regelmäßig in Einzelgesprächen und Bewerbertagen darüber, welche Voraussetzungen nötig sind, um mit einer dualen Ausbildung ins Berufsleben einzusteigen. Die Helbako GmbH, ein Familienunternehmen mit über 300 Mitarbeitern, produziert in zweiter Generation elektronische Baugruppen und Steuerungsmodule. Neben Innovation und Professionalität will das Unternehmen auch seiner sozialen Verantwortung gerecht werden und bot Ramzi eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme an.

Pluspunkt Eigeninitiative

Seine gute Auffassungsgabe und große Eigeninitiative überzeugten seinen Ausbilder auf Anhieb. „Wir erleben ihn als zuverlässigen und sehr höflichen jungen Mitarbeiter, der während seiner Ausbildungszeit durch seinen Einsatz und seine guten Leistungen in allen Abteilungen auf sich aufmerksam macht“, so Jörg Schmidt. Auch Ouso, mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr, ist hochzufrieden mit seiner Arbeit. „Ich lerne sehr viel von meinem Ausbilder und freue mich riesig über die Chance, die mir die Ausbildung bietet“, sagt er und blickt zufrieden auf seinen Arbeitsplatz, an dem Diagnosegeräte, Schaltpläne und Platinen für Spannung im Wortsinne sorgen. „Sehr interessant sind für mich die vielen Projekte, die ich bereits selbständig und unter Anleitung meines Ausbilders gemacht habe. Bei Helbako kann ich mein praktisches Wissen mit dem theoretischen wunderbar verbinden – eine Weiterbildung möchte ich nach der Ausbildung auf jeden Fall machen“, so Ouso weiter.

Weiterbildung im Blick

Die Chancen für die Weiterbildung stehen gut. „Herr Ouso bringt bereits aus seiner Heimat Kenntnissen als Telekommunikationstechniker mit. Die kann er mit dem Praxiswissen der Firma Helbako verzahnen und sich nach der Ausbildung zum Techniker Fachrichtung Elektrotechnik weiterbilden“, so El Mellah. Der Willkommenslotse informiert im Auftrag der IHK Düsseldorf Geflüchtete regelmäßig bei Bewerbertagen darüber, wie der berufliche Einstieg ohne lange Warteschleifen am besten gelingt, und hilft den Firmen, bürokratische Hürden bei der Einstellung Geflüchteter zu überwinden.

Rachid El Mellah erzählt, wie Unternehmen und Geflüchtete zueinander finden.

Das seit 2016 erfolgreiche Projekt Willkommenslotse wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Weitere Informationen zum Willkommenslotsen der IHK Düsseldorf gibt es im Internet unter

www.duesseldorf.ihk.de

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