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Von der Schneiderin zur Unternehmerin

Katrin Dörner liebt Kreativität, Kollektionen und Kundennähe. Und sie liebt Herausforderungen. Mit ihrer Marke Renrød entwickelt die Gründerin seit 2024 in Ratingen funktionale Reitbekleidung und positioniert sich damit gezielt in einer wachsenden Nische des Sportartikelmarkts. Hinter diesem Erfolg stehen Mut, Disziplin, Ausdauer und ein langer, steiniger Weg. Einer, der weit vor der Gründung begann. 

Autorin: Simone Fischer; © Renrød; Stand 03/2026

Schon als Kind hat Katrin Dörner mit ihrer Großmutter gerne genäht. „Für mich war früh klar, dass ich einmal ins Handwerk gehe“, sagt die heute 48‑jährige Ratingerin. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut hat. Nach ihrem Fachabitur machte sie eine Ausbildung zur Damenschneiderin, designte und schneiderte danach die Kostüme für das Musical „Les Misérables“ in Duisburg, entschied sich anschließend für eine weitere Ausbildung als Herrenschneiderin und arbeitete parallel am Stadttheater Oberhausen. Für Dörner war das jedoch erst der Anfang. Sie beschloss, auch noch ihren Meister zu machen. Dafür brauchte sie Geld und nahm einen Job als Stewardess bei der Lufthansa an. Zwar schloss die lange Jahre alleinerziehende Mutter ihre Meisterprüfung am Ende nicht ab, fertigte weiterhin hochwertige Auftragsarbeiten und bildete sich fort. „Die Lufthansa eröffnete mir die Möglichkeit, beides zu machen, und dafür bin ich bis heute sehr dankbar“, sagt sie.

Vom Handwerk zur Vision: Wie aus Leidenschaft ein Geschäftsmodell wurde

Die leidenschaftliche Gestalterin ist seit ihrem 12. Lebensjahr Freizeitreiterin. Ihre inzwischen 22-jährige Tochter reitet mit der gemeinsamen Stute Springturniere. Und genau hier, an der Schnittstelle zwischen Schneiderei und Stall, erwuchs ein Traum, der mit jeder Lebensphase reifte und sie über all die Jahre nicht mehr losließ: ihre eigene Modemarke für funktionelle Reitbekleidung.

Im Frühjahr 2024 fasste sie schließlich den Entschluss: „Ich habe zu meinem Mann gesagt, ich verkaufe jetzt mein Auto“, erzählt sie. Denn das Gründungskapital fehlte. „Trotz über 80 Seiten detaillierten Business‑Plans habe ich weder von den Banken noch von staatlicher Seite Unterstützung bekommen, weil ich keine kaufmännische Ausbildung habe“, berichtet sie. Als Frau zu gründen sei deutlich schwieriger als für Männer. Bei einigen Banken habe sie das Gefühl gehabt, nicht ernst genommen worden zu sein – vor allem im Reitsportgeschäft. „Das war richtig hart“, sagt sie.

Gründen gegen Widerstände: Mit Ausdauer zur eigenen Marke Renrød

Aufgeben kam für sie trotzdem nicht infrage. Also fing sie gezielt an, Musterteile für Reithosen, Shirts und Pullover zu nähen und zu zeichnen. Die Skizzen schickte sie an verschiedene Produktionsstätten. „Das war ein schwieriger Weg, weil ich bis dato überhaupt keine Kontakte in diesem Bereich hatte“, sagt sie. Hinzu kam, dass es beispielsweise für eine Reithose in Schwarz hohe Mindestabnahmestückzahlen gibt. Das bedeutete für Dörner auch, in Vorkasse zu treten. Freunde und Familie, insbesondere ihr Mann, gaben ihr in dieser Zeit besonderen Halt.

Ihr Einsatz und Durchhaltevermögen haben sich gelohnt. Im Oktober 2024 gründete Katrin Dörner ihr Unternehmen Renrød und machte ihre Vision zum Programm für funktionelle Reitbekleidung im Casual‑Look. Der Markenname Renrød kommt aus dem Dänischen und bedeutet übersetzt „reines Rot“. Ein Synonym für ihr Herzensprojekt. Heute umfasst ihr Sortiment neben Reitbekleidung für Damen und Herren auch Accessoires sowie ausgewählte Produkte für Pferde und Hunde. Damit verfolgt sie einen bewusst breiten Ansatz rund um den Reitsportalltag.

„Wir haben es im ersten Jahr tatsächlich geschafft, einen Break‑even zu haben“, freut sie sich. Auf 38 Messen und Turnieren hat sie mit ihrem Mann im vergangenen Jahr ausgestellt. Für dieses Jahr seien bereits 41 Events geplant. Ein straffes Pensum, zumal Dörner inzwischen seit 25 Jahren weiterhin als Flugbegleiterin auf Langstrecken unterwegs ist. Während Aufenthalten in Buenos Aires, Kapstadt oder Singapur entstehen neue Entwürfe. Ihr familiäres Umfeld unterstützt sie und kümmert sich derweil unter anderem um den wachsenden Online‑Shop und die Logistik am Standort Ratingen.

Aktuell sucht die Gründerin weitere Investoren, um ihr Portfolio gezielt zu erweitern und weiß trotz voller Tage und kurzer Nächte genau, wofür sie all das auf sich nimmt: „Es ist so schön zu sehen, wenn Menschen die Teile in der Hand haben und wiederkommen. Der Austausch und die Nähe zu Neu‑ und Bestandskunden sind ein großes Geschenk“, sagt sie. Und dann ist da wieder dieses dankbare Lächeln und der optimistische Blick in die Zukunft. 


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