1.000 Teilnehmerinnen beim Female Network Festival

Aus der IHK1.000 Teilnehmerinnen beim Female Network Festival

1000 Frauen setzten beim Female Network Festival ein sichtbares Signal für neue Formen der Zusammenarbeit – getragen von Wirtschaft, Stadt und starken Netzwerken.

Autorin: Dagmar Haas-Pilwat; © Meike Schrömbgens; Stand 03/2026

Die Premiere ist gelungen. 1000 Frauen – Entscheiderinnen, Gründerinnen, Expertinnen und Mentorinnen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – kamen beim ersten Female Network-Festival zusammen, dem größten, netzwerkübergreifenden Event für Frauen mit Führungsverantwortung im Wirtschaftsraum Düsseldorf.  Alle Teilnehmerinnen hatten eines im Sinn: Netzwerken und Austausch, Allianzen schmieden und Ideen teilen, Interessen bündeln, sichtbar und vor allem wirksam werden. 

Initiiert wurde das starke Format von vier Frauen in Führungs- und Vorstandsfunktionen zentraler Düsseldorfer Unternehmen und Institutionen: Stadtwerke-Vorstandsmitglied Charlotte Beissel, Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe, Henrietta Six, Mitglied des Vorstands der Stadtsparkasse, und Maria Kofidou, Geschäftsführerin der Düsseldorf Congress GmbH. 

„Gleichstellung ist kein Nebenthema“, sagte zu Beginn Stephan Keller, Oberbürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung. Die Zukunftsfähigkeit und Attraktivität des Standort Düsseldorf hänge davon ab, dass alle Potenziale ausgeschöpft werden. Doch dafür müssten Frauen in Führung, Wirtschaft und Gesellschaft noch sichtbarer werden. 

Christina Puello, Unternehmerin und Präsidentin des Verbands der Unternehmerinnen in Deutschland (VdU), betonte in ihrer Keynote, dass Netzwerke erst dann Wirkung entfalten, wenn sie strategisch gedacht und in unternehmerisches Handeln übersetzt werden.

Engagement Lounge der IHK Düsseldorf 

Weil Netzwerken Wirtschaftskraft und ein nicht zu unterschätzender strategischer Hebel bedeuten, haben sich auf dem „Marktplatz“ im CCD Congress Centrum Düsseldorf so viele und vor allem vielfältige Frauen-Netzwerke in und um Düsseldorf mit ihren Themen, Formaten und Zielen präsentiert wie nie zuvor. 

„Auch wir als IHK Düsseldorf mit 100 000 Mitgliedsunternehmen – davon ein Drittel Unternehmerinnen – sind bei diesem Festival nicht nur Partnerin, sondern wir machen mit “, betonte Gregor Berghausen, IHK-Hauptgeschäftsführer. Mit der Engagement Lounge zeigte die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf praxisnah auf, wie Frauen Zugang zu wirtschaftlichen Entscheidungsräumen erhalten und dort aktiv mitgestalten können. 

„Die IHK Düsseldorf ist ein Netzwerk, das Menschen zusammenbringt, die sich engagieren  wollen. Genau daraus entstehen oft die besten Impulse für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“,  erklärte IHK-Geschäftsführerin Marion Hörsken. Sie gab die „Bühne frei“ für Frauen, die im Präsidium, in der Vollversammlung und in den Ausschüssen der IHK Düsseldorf Klartext reden und sich einbringen, auf die Art Innovationen beflügeln und den Wirtschaftsstandort Düsseldorf stärken. Mit einem 90-Sekunden-Elevator-Pitch stellten sie – unter dem Motto „Wir sind die Wirtschaft“- vor, was sie antreibt und warum ehrenamtlicher Einsatz Wirkung entfaltet.

So wie Désirée Bleckmann, Geschäftsführerin der BLF-Gruppe und Kerstin Rapp-Schwan, Gastronomin und Unternehmerin, beide als Vizepräsidentinnen mit einem Sitz im IHK-Präsidium vertreten, machten ein Dutzend Entscheiderinnen aus der Immobilien-, Veranstaltungs-, Tourismus-, Gastro- und Einzelhandelsbranche kurz und knapp deutlich, was ihnen die Mitwirkung in den Gremien der IHK bedeuten. 

Ulrike Jansen, Geschäftsführerin der LEG, im Immobilienausschuss engagiert sich auch deshalb, weil sie nicht länger nur über Politik meckern will, sondern ihren Beitrag leisten will. – Stefania Lettini (Gründerin von „Lettinis“) schwärmte davon, wie sie selbst davon profitiert, im Einzelhandelsausschuss Menschen und Genuss zu verbinden: „Das ist oft besser als zehn Meetings.“ – Kerstin Vorberg, GeschäftsführerinIHK-Forum, erklärte, wie sehr passgenaue berufliche Weiterbildung einem auf die Sprünge helfen kann. – „Ich bin deshalb im Tourismusausschuss, um gute Kongresse nach Düsseldorf zu holen, aber auch weil sonst zu viele Männer das Sagen hätten“, verkündete Maria Kofidou, Geschäftsführerin der Düsseldorf Congress GmbH. 

Mut.Macht.Menschlichkeit

Ein Höhepunkt des Festivals war das Panel „Leadership Unplugged – Mut. Macht. Menschlichkeit.“ mit Ministerin Mona Neubaur, Annette Grabbe, Charlotte Beissel, Maria Kofidou und Karin-Brigitte Göbel. In einem offenen Dialog diskutierten sie über Führungsverantwortung, Machtverständnis, Selbstzweifel und den Spagat zwischen Menschlichkeit und notwendiger Entschlossenheit in verantwortungsvollen Positionen.

„Verantwortung, unternehmerischer Mut und Innovationsgeist sind keine Frage des Geschlechts“, sagte Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Gerade in Zeiten des Umbruchs brauchen wir starke, sichtbare Frauen, die Orientierung geben, Haltung zeigen und die Zukunft aktiv gestalten. Beim Thema Chancengerechtigkeit gibt es auch in NRW noch viel zu tun – vom Gender Pay Gap bis hin zu strukturellen Hürden für Gründerinnen. Ich setze mich dafür ein, dass alle Frauen die Möglichkeiten und Perspektiven bekommen, die ihnen zustehen. Dazu gehört auch ein verlässlicher Mutterschutz für Selbstständige.“ 

Weil die Resonanz auf die erste netzwerkübergreifende Plattform für Frauen mit Führungsverantwortung derart groß war, planen die Initiatorinnen 2027 eine Neuauflage.


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