DEHOGA  Impulstag – Nachfolgeregelung in der Gastro

Aus der IHKDEHOGA  Impulstag – Nachfolgeregelung in der Gastro

Viele Betriebe im Gastgewerbe stehen vor wichtigen Weichenstellungen: Nachfolge gestalten, den eigenen Betrieb übergeben oder übernehmen. Das war der DEHOGA NRW Impulstag Unternehmensnachfolge in Düsseldorf.

Autorin: Dagmar Haas-Pilwat; Stand 3/2026

Schwierige Zeiten für die Gastronomie: Nicht nur die Insolvenzen in der Branche sind bundesweit nach den neuesten Angaben im Jahr 2025 zum vierten Mal in Folge gestiegen (mehr als 2.900 betroffene Betriebe), auch die Zahl der Geschäftsaufgaben ist so hoch wie nie. „Gründe dafür sind unter anderem, dass Unternehmen keine Nachfolger finden“, sagte Patrick Rothkopf, Hotelier in fünfter Familiengeneration und Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Nordrhein-Westfalen (Dehoga) bei der Eröffnung des Impulstages „Unternehmensnachfolge“ im RheinRiff im Areal Böhler. Wie man Interessenten finden und wie ein solcher Wechsel trotz der Herausforderungen in der Branche gut klappen kann, war das zentrale Thema beim gut besuchten Branchentreff, der einen kompakten Überblick über zentrale Fragen der Übergabe- und Übernahmephase bot.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind essentiell für die Zukunft des Gastgewerbes auch in Nordrhein-Westfalen

„Das Gastgewerbe spielt eine zentrale Rolle in NRW, es erhöht unsere Lebensqualität“,betonte Mona NeubaurMinisterin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Und weil die Nachfolge als eine der wichtigsten Zukunftsfragen der Branche gilt, fördert das Land Nordrhein-Westfalen beispielsweise zudem die Beratung und Unterstützung mit Coaching-Maßnahmen. 
So helfen Transformationscoaches den Hoteliers, Gastronominnen und Gastronomen dabei, die richtigen Entscheidungen auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft zu treffen. „Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind kein Selbstzweck, sondern essentiell für die Zukunft des Gastgewerbes auch in Nordrhein-Westfalen“, sagte Ministerin Neubaur. 

Nachfolge ist ein zentraler Erfolgsfaktor für das Gastgewerbe

Bei all den Fachvorträgen, den Informationen und praktischen Tipps, unter anderem von den Expertinnen und Experten der landeseigenen NRW Bank und der Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen, standen stets folgende Fragen im Mittelpunkt: „Wer übernimmt meinen Betrieb?“. Übernehmen oder abgeben? Wie findet man einen fairen Preis? Wie lassen sich Arbeitsplätze, Werte und Kow-how sichern? Was tun, wenn plötzlich gehandelt werden muss? 

Denn – ob geplant oder ungeplant: Nachfolge ist ein zentraler Erfolgsfaktor für das Gastgewerbe. Betriebe liegen oft seit Generationen in Familienhand, die Stammkunden sind treue Gäste. Wenn dann aber ein Betrieb in neue Hände kommt, ist die Kundschaft oft skeptisch. Außerdem haben die alten Inhaber Hemmungen, den Betrieb abzugeben und die neuen Inhaber haben es schwer, den Laden umzukrempeln. Einer, der beide Seiten kennt, ist Tomi Pilipovic. Vor Jahren war er noch selber Gastronom, hatte einen Betrieb übernommen und wieder übergeben. Seit sieben Jahren begleitet er nun als Bereichsleiter Gründungsberatung und Unternehmensförderung bei der Industrie-und Handelskammer Düsseldorf die Themen rund um die Regelung der Nachfolge in der Gastronomie. 

Nur selten findet sich sofort eine passende Nachfolgelösung

„Wer einen Betrieb übernehmen oder abgeben möchte, hat großen Informationsbedarf. Denn die Nachfolge ist ein komplexer Prozess, der idealerweise drei bis fünf Jahre im Voraus geplant werden sollte“, erklärte er in seinem Vortrag. Der Grund: Nur in seltenen Fällen findet sich sofort ein Nachfolgekandidat. Selbst, wenn sich schnell ein Match ergibt, müssen noch viele Gespräche geführt werden, bevor die Übergabe vollendet ist. Und das Tagesgeschäft läuft ja parallel weiter.

In der aktuellen Marktsituation sei der Druck auf Betriebe besonders hoch, da es im Gastgewerbe zunehmend schwerfällt, geeignete Nachfolger zu finden. Wobei jedes zweite Unternehmen verkauft werden soll.

Laut einem DIHK-Report von 2025 befinden sich demnach in der IHK-Beratung mit all ihren Services, Unterstützung bei der Suche über Nachfolgebörsen und Informationsveranstaltungen zu Finanzierung und Übergabepraxis, fast dreieinhalbmal so viele Hotel- und Gastronomie-Unternehmen, wie sich Nachfragende dafür finden würden. „Die Zahl der älteren Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhabern mit Nachfolgeüberlegungen steigen. Im Gegensatz dazu erwägen weniger als ein Viertel der Gründungen eine Übernahme oder eine Beteiligung“, berichtete Tomi Pilipovic. Praxisnah wusste Gastro- und Hotellerie-Berater Björn Grimm in seiner Keynote zum Thema „Ich fall dann mal aus“ zu berichten: Wie sehr sich Unternehmende eine geordnete Übergabe im Alter wünschen, wie oft jedoch unvorhergesehen und ganz plötzlich Entscheidungen getroffen werden müssen. Sein Rat: Wer sich heute kümmert, ist für zahlreiche Eventualitäten gut vorbereitet. 


Aktuelle Meldungen finden Sie hier.

NEUES AUS DER RUBRIK