Zum 20. Mal zeichnete die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am 8. Dezember die bundesbesten IHK-Auszubildenden aus. Die 211 Bundebesten haben sich unter rund 250.000 Teilnehmenden an den diesjährigen IHK-Abschlussprüfungen durchgesetzt – darunter auch zwei Azubis aus dem Bezirk der IHK Düsseldorf.
Autorin: Beate Werthschulte ; © IHK Düsseldorf / DIHK
„Das ist Ihr Abend! Sie zeigen: Praxis ist Trumpf. Auf Ihre großartigen Leistungen dürfen Sie stolz sein.“ Mit diesen begeisterten und motivierenden Worten würdigte IHK-Präsident Peter Adrian am 8. Dezember im Rahmen einer feierlichen Ehrung in Berlin vor rund 1.000 Gästen die bundesbesten IHK-Auszubildenden. Gemeinsam mit Bundesbildungsministerin Karin Prien überreichte er den 211 Preisträgerinnen und Preisträgern aus 201 Ausbildungsberufen – geehrt wurden in diesem Jahr 96 Frauen und 115 Männer – Pokale und Urkunden. 34 Bundesbeste kommen aus Nordrhein-Westfalen.
Ganz besonders stolz ist die IHK Düsseldorf darauf, dass mit Michaela Lampic, Kauffrau im Einzelhandel (SuperBioMarkt AG), und David Thümmler, Fotomedienfachmann (Leica Camera Deutschland GmbH), zwei Top-Talente aus dem Kammerbezirk als beste Auszubildende Deutschlands ausgezeichnet wurden. Beide haben eindrücklich gezeigt, wie viel Können, Motivation und Durchhaltevermögen in der dualen Ausbildung stecken – sie sind ganz sicher Vorbilder für viele, die gerade ihren eigenen Weg ins Berufsleben starten. „Ein großartiger Erfolg – für die jungen Fachkräfte, ihre Ausbildungsbetriebe und auch für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf. Diese Auszeichnung zeigt einmal mehr, wie unverzichtbar berufliche Bildung für die Zukunft unserer Region ist. Unternehmen, Schulen und Auszubildende leisten gemeinsam Großes – und wir als IHK Düsseldorf unterstützen sie dabei mit voller Kraft“, sagt Clemens Urbanek, Geschäftsführer Berufsbildung und Prüfungen bei der IHK Düsseldorf, überzeugt.
Für eine Ausbildung ist es nie zu spät
Michaela Lampic hat seit dem Ende ihrer Schulzeit häufig überlegt, welcher Beruf der richtige für sie sein könnte. Zunächst begann sie eine Ausbildung zur Diätassistentin. „Für Gesundheitsthemen habe ich mich immer schon interessiert. Die Ausbildung hat mir auch gut gefallen, allerdings musste ich sie aus gesundheitlichen Gründen nach einiger Zeit abbrechen“, erinnert sie sich. Anschließend arbeitete sie einige Jahre lang im Einzelhandel, und zwar in den Bereichen Haushaltsartikel und Dekorationswaren – bis sie sich mit Anfang 30 entschloss, endlich eine Ausbildung zu absolvieren.
„Es war für mich genau der richtige Zeitpunkt, meine Arbeit auf vernünftige und sichere Füße zu stellen. Die Ausbildung zeigt mir nämlich nicht nur schwarz auf weiß, was ich kann, auch die Verdienstmöglichkeiten sind deutlich besser. Die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei der SuperBioMarkt AG war perfekt für mich, denn so konnte ich meine Freude an der Tätigkeit im Einzelhandel mit meinem Interesse für Gesundheit verbinden“, erklärt die inzwischen 35-Jährige ihre Entscheidung. Den SuperBioMarkt kannte sie bereits als Kundin und konnte sich gut vorstellen, dort zu arbeiten. Ihr Alter sei zu keinem Zeitpunkt ein Problem gewesen, sagt sie. Daran, dass ihre Mitschülerinnen und Mitschüler an der Berufsschule und auch so mancher Lehrer deutlich jünger waren als sie, gewöhnte Michaela Lampic sich schnell.
Die Ausbildung verlief von Anfang bis Ende gut, sie gehörte bei jeder Prüfung stets zu den Besten. „Mein Alter hat sich sogar als Vorteil erwiesen, denn meine besonders große Motivation und meine Erfahrung im Einzelhandel haben mir sicher geholfen“, erklärt sie. Von ihrem Arbeitgeber – der eine der Bundebesten selbstverständlich nach der Ausbildung gern übernommen hat – habe sie stets Unterstützung und Wertschätzung erfahren. Und auch in stressigen Zeiten, wie jetzt in der Vorweihnachtszeit, macht ihr die Arbeit viel Spaß. „Wir sind ein tolles Team, unterstützen uns gegenseitig und leben ein familiäres Miteinander“, erklärt die 35-Jährige. Ganz besonders dankbar aber ist sie für das herausragende Bildungssystem in Deutschland mit Chancen für jeden und jede – denn eine Ausbildung sei immer sinnvoll, in jedem Alter, sagt sie voller Überzeugung.
Eine Ausbildung gib große Sicherheit
Für David Thümmler war die Ausbildung zum Fotomedienfachmann genau richtig – die perfekte Kombination aus Theorie und Praxis. Nach dem Abitur hatte der heute 23-Jährige nämlich zunächst ein Semester Medienkommunikation studiert, jedoch schnell festgestellt, dass ihm die Praxis fehlte. Alternativ hätte es auch eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton werden können, aber zu seinem großen Interesse an Fotografie und Video passt der Fotomedienfachmann noch besser. „Mein Vater ist ein sehr engagierter Hobbyfotograf. Er hat mein Interesse geweckt und mir viel beigebracht“, erzählt David Thümmler. Fotograf wollte er allerdings aufgrund der eher geringen Chancen, sich in diesem Beruf zu etablieren, nicht werden.
Da nicht viele Fotohäuser die von ihm favorisierte Ausbildung anbieten – die meisten bilden eher zu Kaufleuten im Einzelhandel aus – freute er sich, dass gerade die Leica Camera Deutschland GmbH, und zwar der Düsseldorfer Store, sein Ausbildungsbetrieb wurde. „Leica ist die Rolex unter den Kameras. Wer sich ein so wertvolles Produkt kauft – der Preis kann leicht um die 10.000 Euro betragen – erwartet zu Recht eine gute, von hohem technischen Fachwissen geprägte Beratung“, erklärt der 23-Jährige. Deshalb sei seine Ausbildung entsprechend gut gewesen, mit vielen zusätzlichen Schulungen in der Leica-Akadamie am Hauptsitz des Unternehmens in Wetzlar. Aufgrund seines großen persönlichen Interesses sei ihm das Lernen, auch über den normalen Arbeitsalltag hinaus, stets leichtgefallen und habe ihm Freude bereitet, erzählt er. Jede und jeder könne es mit dem entsprechenden Durchhaltevermögen und der nötigen Ausdauer schaffen, zu den Bundesbesten zu gehören – davon ist David Thümmler überzeugt.
Für ihn war die Ausbildung sehr wichtig, er ist dankbar für die vielen Fähigkeiten und Erkenntnisse, die er erlangen konnte – insbesondere im Umgang mit anderen Menschen – und für das Selbstbewusstsein, das er gewonnen hat. Zudem bietet ihm die abgeschlossene Ausbildung die notwendige Sicherheit, jederzeit eine Stelle zu finden, auch in anderen Branchen. Dennoch hat er sich – auf der Suche nach neuen Herausforderungen – entschieden, zunächst in seine Heimat Chemnitz zurückzukehren und dort ein Psychologiestudium zu beginnen. „Die während der Ausbildung gewonnen Skills kann ich im Studium nun perfekt nutzen“, freut er sich.
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