Es war ein Termin, bei dem man spürte: Hier wird nicht nur geredet, hier soll wirklich etwas bewegt werden. Denn im NRW-Arbeitsministerium kamen Staatssekretär Matthias Heidmeier, IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen und Shyney Vallomtharayil, Projektleiterin der NRW Fachkräfte Agentur International (FAI NRW) zusammen, um ein gemeinsames Ziel voranzubringen: mehr internationale Fachkräfte für Nordrhein-Westfalen zu gewinnen. Dazu haben alle drei Akteure eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.
Autorin: Natascha Plankermann; Copyright: MAGS; Stand: 02/2026
„Wir sehen in vielen Branchen einen akuten Bedarf – und der wird sich weiter verschärfen“, sagte Staatssekretär Matthias Heidmeier, der das Treffen eröffnete. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) seien häufig verunsichert. „Viele wollen internationale Fachkräfte einstellen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Sie brauchen Beratung und Unterstützung, um den Mangel zu überwinden.“
Mit der NRW Fachkräfte Agentur International (FAI NRW) hat das Land in diesem Jahr ein Instrument geschaffen, das genau hier mit einem kostenlosen Angebot ansetzt. Die FAI NRW berät Unternehmen, bietet Workshops an, erklärt Verfahren, baut Brücken zu Behörden und sensibilisiert für faire Standards. Sie vermittelt keine Fachkräfte – sie macht Unternehmen fit dafür, internationale Talente erfolgreich zu gewinnen und zu integrieren. Damit das landesweit funktioniert, arbeitet die FAI NRW eng mit den Regionalagenturen zusammen.
Für die Arbeitsmarktregion Region Düsseldorf/Kreis Mettmann übernimmt diese Rolle die IHK Düsseldorf als Trägerin der Regionalagentur. „Die Regionalagentur ist nicht nur Schnittstelle zwischen Landes- und Regionsebene, sondern vernetzt die relevanten Arbeitsmarktakteure vor Ort und kann über ihre bestehenden Strukturen zahlreiche Aktivitäten zur internationalen Fachkräftegewinnung anstoßen“, sagt Carolin Kirchhoff, Bereichsleiterin Fachkräftesicherung im Kompetenzfeld Standortpolitik der IHK Düsseldorf.
Gregor Berghausen fand deutliche Worte zur aktuellen Lage:
„Ein wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland ist ohne internationale Fachkräfte nicht denkbar.“
Die Herausforderung liege nicht nur darin, die richtigen Kandidierenden zu finden, sondern im gesamten Prozess. „Deutschland bleibt ein Zettelland. Zertifikate sind wichtig, um Qualifikationen nachzuweisen – das wird sich nicht ändern. Aber wir müssen schneller werden. Weniger Bürokratie, ohne Qualität zu verlieren. Das ist möglich, wenn wir Prozesse verschlanken.“ Die aktuelle Krise sieht er nicht als Bremse, sondern als Chance. „Gerade jetzt müssen wir schneller werden und transparente Strukturen aufbauen, die uns langfristig leistungsfähig machen. Wenn Unternehmen im Rekrutierungsprozess scheitern, ist das nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust – es ist auch ein Imageschaden.“
Shyney Vallomtharayil von der FAI NRW betonte, wie groß der Handlungsdruck tatsächlich ist. „Der demografische Wandel trifft uns stärker als gedacht. Die neuesten Erkenntnisse zeigen: Der Bedarf wird noch gravierender – und dann drohen uns schlimmstenfalls Versorgungsengpässe.“ Internationale Fachkräfte seien daher ein zentraler Baustein der Zukunft des Landes. Die Haltung ihnen gegenüber müsse sich ändern. „Es geht nicht darum zu sagen: Die dürfen kommen. Es geht darum zu sagen: Wir wollen gemeinsam etwas verändern. Unternehmen brauchen die Chance, diesen Weg gut zu bewältigen – damit sie nicht aufgeben, wenn es schwierig wird.“ Zahlreiche Einwanderungsländer machen ihren Worten nach vor, wie dies funktionieren kann. Hier dürfe NRW nicht den Anschluss verlieren.
Die neue Vereinbarung zwischen dem NRW-Arbeitsministerium, der IHK als Trägerin der Regionalagentur und der FAI NRW ist bewusst nicht rechtsverbindlich. Sie schafft keine neuen Pflichten, sondern legt gemeinsame Ziele fest: abgestimmte Kommunikation, gemeinsame Veranstaltungen, eng verzahnte Beratung und der Aufbau einer echten Willkommenskultur.
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