Rekordbeteiligung beim Azubi-Speed-Dating

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Unter dem Motto „Im 10-Minuten-Takt zum Perfect Match“ veranstalteten IHK Düsseldorf und Handwerkskammer Düsseldorf am 26. Februar bereits zum zweiten Mal gemeinsam ein Azubi-Speed-Dating in der Merkur Spiel-Arena – 1.900 Jugendliche waren dabei.

Autorin: Beate Werthschulte, © Andreas Endermann, Stand 02/2026

Bereits eine gute halbe Stunde bevor das Azubi-Speed-Dating um 12.00 Uhr begann, strömten immer mehr Jugendliche zur Merkur Spiel-Arena und warteten ungeduldig darauf, dass die Türen endlich geöffnet wurden – noch nie war das Interesse so groß wie in diesem Jahr. Währenddessen begrüßten Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, und Marcel Abel, Vizepräsident der IHK Düsseldorf, die mehr als 150 anwesenden Unternehmen und dankten ihnen nicht nur für ihre Teilnahme, sondern auch dafür, dass sie junge Menschen ausbilden. „Besonders freue ich mich darüber, dass wir dieses Azubi-Speed-Dating gemeinsam mit der Handwerkskammer Düsseldorf durchführen. Denn viele Jugendliche unterscheiden in ihrer Berufsorientierung nicht zwischen ‚Handwerk‘ und ‚Industrie‘ – sie suchen vor allem einen Beruf, der zu ihnen passt“, so Marcel Abel in seiner Ansprache.

Mehr als 1.000 freie Ausbildungsplätze in 125 unterschiedlichen Berufen aus Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistungsgewerbe wurden den Jugendlichen präsentiert – und diese nutzten das Format, um sich unkompliziert und schnell über die unterschiedlichen Ausbildungsbetriebe und -möglichkeiten zu informieren.

Zu den teilnehmenden Betrieben gehört auch die Walther Trowal GmbH & Co. KG aus Haan, ein Unternehmen, das Verfahrenslösungen für die Bearbeitung von Oberflächen entwickelt und produziert und unter anderem Industriekaufleute und Industriemechaniker ausbildet. „Wir haben schon häufiger an den Azubi-Speed-Datings teilgenommen und waren auch im vorigen Jahr hier in der Arena dabei“, erklärt Fabian Reimer. Die Resonanz sei sehr gut gewesen, so der Gruppen- und Ausbildungsleiter weiter, 15 Bewerbungen hätten sich ergeben. Und obwohl letztlich – aus den unterschiedlichsten Gründen – kein Ausbildungsvertrag daraus entstand, ist er dennoch sehr überzeugt vom Format.

„Wir können hier mehr Bewerbungen generieren als über Stellenanzeigen oder unsere Homepage im gesamten Jahr“

Azubis gefunden

Auch Jeanna Mäurer, Marketingmanagerin und seit August 2025 auch Ausbilderin bei der Creditreform Düsseldorf / Neuss Waterkamp, Zirbes & Coll. GmbH & Co. KG ist begeistert davon, im Rahmen eines Speed-Datings in Kontakt mit potenziellen Auszubildenden zu kommen – kein Wunder, hat das Unternehmen doch über dieses Format im vergangenen Jahr zwei neue Azubis gewinnen können. „Wir haben insgesamt acht Gespräche geführt und zwei junge Frauen eingestellt, die wir zu Kauffrauen für Büromanagement ausbilden. Es wäre schön, wenn es dieses Jahr wieder klappt, denn wir haben einen weiteren Ausbildungsplatz zu vergeben, so die Ausbilderin. In einem ersten Gespräch beim Speed-Dating sei zunächst der menschliche Aspekt wichtig, nicht so sehr die Noten. Im dann folgenden offiziellen Vorstellungsgespräch merke man sehr schnell, ob es „matche“ oder nicht, erklärt sie. Jeanna Mäurer kommt auch aufgrund ihres Alters – sie ist erst 29 Jahre alt – sehr schnell mit den jungen Menschen in Kontakt, kann auf Augenhöhe mit ihnen kommunizieren. Das bestätigt auch Mitarbeiterin Anna Pilzecker, die ihre Ausbildung im Juli 2025 abgeschlossen hat und wie 90 Prozent der Auszubildenden in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurde.

„Gerade der Erstkontakt ist einfacher, wenn Ausbilderin oder Ausbilder jung sind, mögliche Hemmungen und Unsicherheiten werden dadurch deutlich verringert.“

Ausbildungsplatz gefunden

Ein gutes Beispiel für den Erfolg des Formats ist auch Timo Hildebrandt, der 20-Jährige hat nämlich im vergangenen Jahr darüber seinen Ausbildungsplatz gefunden. „Ich hatte mich nach dem Abitur zunächst für ein duales Studium interessiert. Mein Vater riet mir dann, mich erst einmal beim Azubi-Speed-Dating zu orientieren“, erzählt er. Und das war ein guter Rat, denn Timo absolviert seit August bei der Düsseldorfer Best-Gruppe eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Er ist mit seiner Entscheidung sehr zufrieden – ein guter Grund für ihn, sich dieses Mal gleich als Azubi-Guide zur Verfügung zu stellen, Fragen der Jugendlichen zu beantworten und ihnen Tipps für ihren Besuch zu geben. Davon profitierte unter anderem Mohamed, der schnell mit Timo ins Gespräch kam. Er ist nach dem Abitur zunächst offen für alles, sei es eine Ausbildung oder auch ein Studium.  „Ich kann mir vieles vorstellen, beispielsweise eine Ausbildung zum Elektriker, aber auch Berufe in der Pflegebranche interessieren mich. Ich will mich hier orientieren und informieren“, so der 21-Jährige.

Breites Angebot nutzen

Sibel, 16, und Melissa, 17, sind gemeinsam gekommen und nutzen das Format, um zunächst einmal einen Praktikumsplatz zu finden, und zwar möglichst in einem Wirtschaftsunternehmen. In der Schule haben die beiden Freudinnen erfahren, dass sich das Azubi-Speed-Dating auch dafür gut eignet. Und die 18-jährige Emily möchte gern eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolvieren, sie hat sich gut vorbereitet und bereits Unternehmen identifiziert, mit denen sie ins Gespräch kommen will: „Ich hatte nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Fitnesskauffrau begonnen, war aber leider nicht zufrieden, denn ich hatte das Gefühl, nicht genug zu lernen. Deshalb habe ich diese Ausbildung abgebrochen und suche hier nun einen neuen Ausbildungsplatz“.  

Über so viel Interesse und positives Feedback freuen sich die Veranstalter. „Das Wichtigste ist, dass Jugendliche hier schnell und unkompliziert innerhalb von zehn Minuten mit Unternehmen in Kontakt kommen können. Zum Erfolg trägt zudem bei, dass wir den Jugendlichen gemeinsam mit der HWK ein deutlich größeres Angebot machen können, mit viel mehr teilnehmenden Unternehmen und einer größeren Zahl an freien Ausbildungsplätzen“, sagt Dr. Jürgen Holtkamp, Bereichsleiter Ausbildungsberatung, ‑stellenvermittlung und ‑projekte bei der IHK Düsseldorf. „Das Speed-Dating ist seit mehr als zehn Jahren ein sehr etabliertes Format, die Unternehmen schätzen es, denn sie führen viele interessante Gespräche mit den Jugendlichen. Und die diesjährige Rekordteilnahme zeigt, wie wichtig auch für die jungen Menschen eine solche Veranstaltung ist“, ergänzt Ulla Backes, Ausbildungsberaterin bei der IHK Düsseldorf.


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