Ankommen leicht gemacht: Bei der Sommertour des Expat Service Desk ME & DUS lernten internationale Fachkräfte die Vielfalt der Region Düsseldorf-Mettmann kennen. Sie knüpften neue Kontakte, entdeckten neue Lieblingsorte und erlebten ein Stück rheinische Lebensart.
Text: Simone Fischer, Fotos: Wilfried Meyer
Bei der Sommertour des Expat Service Desk ME & DUS Anfang Juli erkundeten 22 Menschen aus 16 Nationen, darunter Brasilien, Finnland, Indien, Israel, Japan, Malaysia und Schweden, gemeinsam die Region. Die gemeinsame Initiative von IHK Düsseldorf, Landeshauptstadt Düsseldorf und Kreis Mettmann unterstützt Unternehmen, die internationale Fachkräfte beschäftigen oder dies planen, und hilft Expats und ihren Familien anzukommen. Auf dem Programm stand eine kleine Wanderung auf den Spuren der Neandertaler, ein Besuch des historischen Stadtkerns von Mettmann und schließlich der Düsseldorfer Medienhafen und die Altstadt. Die Veranstaltung bot den Expats damit nicht nur eine Einführung in die Region, etwa mit Blick auf Wirtschaftsstruktur, Geografie oder Architektur, sondern auch Eindrücke, die weit über Zahlen und Fakten hinausgingen: von Natur und Geschichte bis hin zu modernem Stadtleben.
Von Kulturschock bis Integration
Für viele Expats – insbesondere für jene, die gerade erst zugezogen sind – war es der erste Einblick in das vielseitige und spannende Umfeld des IHK-Bezirks Düsseldorf-Mettmann – und zugleich die perfekte Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen.
Einer von ihnen ist Roman Rostislavov. Der promovierte Betriebswirt lebt bereits seit 2018 in Deutschland, doch hatte es sich für ihn früher noch nicht ergeben, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. „Ich möchte auch mein Netzwerk und meinen Freundeskreis erweitern“, sagt er. Die Angebote des Expat Service Desk ME & DUS bieten dazu „tolle Möglichkeiten“, betont er. Dass er nahezu akzentfrei Deutsch spricht, überrascht nicht: Der 40-jährige wuchs im russischen Tula auf, lernte bereits in der Schule Deutsch und studierte neben Betriebswirtschaft auch Germanistik. 2004 kam er im Rahmen eines Stipendiums nach Mainz. Heute arbeitet er bei Bayer in Leverkusen – zunächst in Moskau als Financial Controller, bevor ihn ein Long-Term Assignment des Konzerns in die Crop Science Division im Jahr 2018 nach Monheim führte. „Ich fühle mich hier sehr wohl und möchte gerne in Deutschland bleiben“, sagt er. Besonders gefallen ihm seine Aufgabe, das Umfeld, die Menschen und ihre Kultur.
Etwas länger, um mit der deutschen Kultur warm zu werden, hat es für Selase Torkonoo aus den USA gebraucht. „Das war am Anfang doch ein Kulturschock. Ich glaube, wir Amerikaner sind einfach in allem etwas überschwänglicher im Umgang“, sagt sie augenzwinkernd und lacht herzlich. „Aber ich fühle mich inzwischen sehr wohl.“ Seit knapp drei Jahren ist die Prozess-Ingenieurin aus Sunnyvale in Kalifornien in Düsseldorf am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien tätig, um dort ihren PhD zu machen. Parallel dazu lernt sie Deutsch. Inzwischen kann sie sich sogar vorstellen, zu bleiben. „Es gibt so viel Bereicherndes. Im Vergleich zu den USA hat Deutschland einfach zum Beispiel ein unglaublich gutes Sozialversicherungssystem. Oder wenn ich an die Arbeitsrechte denke. Das ist alles nicht selbstverständlich. Ebenso wenig wie diese Exkursion“, sagt sie.
Julián Palacios aus Kolumbien ist ein weiteres Beispiel für gelungene Integration. 2018 kam er nach München, machte seinen Master an der Technischen Universität (TU). Seit vier Jahren lebt er in Düsseldorf und arbeitet als Sustainability Manager in einem Immobilienunternehmen. „Für mich war die Unterstützung durch Svitlana Bayer und Camille Bolz vom Expat Service Desk ME & DUS ein Stützpunkt und eine Erleichterung. Sei es beim Verständnis von Gesetzen oder im Austausch mit dem Amt für Migration und Integration“, berichtet Palacios. Sein Ziel ist es, sein Netzwerk in Düsseldorf weiter auszubauen und im Bereich Nachhaltigkeit zu gründen. In Düsseldorf fühle er sich wohl und konnte schnell neue Kontakte knüpfen, nicht zuletzt wegen seines liebsten Hobbys: Dem Tanzen. „Ich komme aus Palmira, in der Nähe von Cali. Dort, wo die Leute gerne Salsa tanzen“, sagt er und lacht.
Begegnungen, die verbinden
Am Ende der Tour verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit strahlenden Gesichtern. Auch die beiden Organisatorinnen Svitlana Bayer und Camille Bolz freuten sich über die durchweg positive Resonanz. „Das war eine tolle Führung im Neandertal, eine wunderbare Gruppe und ein intensiver, schöner Austausch“, schwärmt Bayer, Leiterin des Expat Service Desk ME & DUS. Seit 2017 bietet die Servicestelle zweimal im Jahr jeweils vor den Sommerferien und vor Weihnachten Netzwerkveranstaltungen für Expats mit Besichtigungen wie dem Neandertal und Führungen durch die Landeshauptstadt Düsseldorf.
Der Erfolg der Sommertour 2025 zeigt: Das Konzept des Expat Service Desk ME & DUS geht auf. Denn solche Begegnungen schaffen Nähe und helfen dabei, die Region nicht nur kennenzulernen, sondern sich hier auch zuhause zu fühlen.
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