Duy Nguyen aus Vietnam hat es geschafft: Sein Traum von einem Leben und Arbeiten in Europa führte ihn nach Düsseldorf – dorthin, wo er heute beruflich und persönlich angekommen ist. Über das Bundesprojekt „Hand in Hand for International Talents“ hat er den Schritt nach Deutschland gewagt. Sein Beispiel zeigt, wie Fachkräfteeinwanderung in Düsseldorf und im Kreis Mettmann gelingen kann.
Autorin: Simone Fischer; © Lord / IHK Düsseldorf; Stand 04/2026
Doch diese Geschichte beginnt nicht erst mit seiner Ankunft in Düsseldorf. Nach seinem Bachelor-Abschluss 2018 als Software-Engineer an der FPT-University in Hanoi arbeitet Duy Nguyen zunächst in verschiedenen Unternehmen und sammelt wertvolle Erfahrungen. Der große Wunsch, eines Tages in Europa zu leben und zu arbeiten, ist dabei immer präsent und prägt seinen Weg von Anfang an. „Ich liebe es, die Welt zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und in verschiedene Kulturen einzutauchen. Das ist meine Leidenschaft. Und Europa ist so vielfältig“, sagt der 31-Jährige.
Vom Traum zur Realität
Als er eines Abends zu Hause auf der Couch durch Social Media scrollt, wird er auf das IHK-Projekt „Hand in Hand for International Talents“ aufmerksam. Ein Programm, das internationale Fachkräfte gezielt mit Unternehmen in Deutschland zusammenbringt und sie auf dem Weg von der Bewerbung bis zum Start im Betrieb begleitet. Sofort setzt er sich mit der Außenhandelskammer (AHK) Vietnam in Verbindung. „Von da an ging alles sehr schnell“, sagt er.
Er führt ein Online-Vorstellungsgespräch bei Netigo, einem Düsseldorfer IT-Unternehmen, das individuelle Softwarelösungen für Unternehmen entwickelt. Zwei Wochen später erhält er die Zusage. Es dauert knapp ein Jahr, bis alle Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Genehmigungen muss er seine Deutschkenntnisse auf A2-Niveau nachweisen. Dafür besucht er nach der Arbeit Deutschkurse und lernt intensiv. In dieser Zeit wird er eng von der IHK Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit begleitet, etwa bei der Bewerbung, bei der Vorbereitung der notwendigen Unterlagen und beim Visumsprozess.
Ankommen und Perspektiven: Integration als gemeinsamer Erfolg
Seit 2022 ist er nun in Düsseldorf bei Netigo als Software-Developer tätig. Sein Anspruch an sich selbst zeigt sich vor allem darin, dass er kontinuierlich an seinen Sprachkenntnissen arbeitet und sich immer weiter verbessern will. Deutsch gelernt habe er erst „so richtig“ in Düsseldorf. „Ich habe bei Netigo und auch von der IHK viel Unterstützung bekommen. Die Menschen hier in Düsseldorf sind offen und freundlich. Ich habe eine tolle asiatische Community und viele Möglichkeiten, neue Menschen zu treffen. Das gibt mir ein Gefühl von Zuhause.“


Das Ankommen war dabei ein Prozess. „Es war nicht leicht, aber wenn man etwas wirklich will, findet man einen Weg“, sagt Nguyen. „Es war für mich eine ganz neue Situation, in einem fremden Land auf mich allein gestellt zu sein, fernab von Freunden und Familie.“ Deutsch zu lernen habe viel Zeit und Disziplin erfordert. Bis heute besucht er Sprachkurse, um sich weiter zu verbessern. „Aber all das hat sich gelohnt“, betont er. Wenn er abends nicht lernt, trifft er sich mit Freunden, geht laufen oder spielt am Wochenende Badminton. Am 26. April nimmt er am Uniper Düsseldorf Marathon teil. Für ihn ist das ein wichtiger Teil gelungener Integration und zugleich Voraussetzung, um sich im Alltag wirklich zu Hause zu fühlen.
Hand in Hand for International Talents als Sprungbrett nach Deutschland
Damit aus diesem persönlichen Weg auch eine verlässliche Perspektive für qualifizierte Fachkräfte und Unternehmen werden kann, spielt das Programm „Hand in Hand for International Talents“ eine besondere Rolle. Es bringt beide Seiten gezielt zusammen und erleichtert den Einstieg in den deutschen Arbeitsalltag.
„Internationale Fachkräfte sind ein ganz entscheidender Schlüssel, um unsere Region zukunftsfähig zu halten. Sie bringen wertvolle Perspektiven mit, unterstützen Unternehmen dabei, offene Stellen zu besetzen, und bereichern unsere Arbeitswelt nachhaltig“, sagt Theresa Proyer, Referentin für Internationale Fachkräftesicherung bei der IHK Düsseldorf. Das Projekt „Hand in Hand for International Talents“ setzt genau an dieser Stelle an, indem es Menschen und Betriebe zusammenführt, sie vertrauensvoll auf dem gesamten Weg begleitet und Integration erfolgreich mitgestaltet.
Für internationale Fachkräfte eröffnet sich dadurch mehr als eine berufliche Perspektive: Sie finden Unterstützung beim Ankommen und die Chance, sich hier langfristig ein Zuhause aufzubauen.
Bei Duy Nguyen ist dieser Weg gelungen. Er spricht die Sprache, hat in der Landeshauptstadt festen Fuß gefasst und sich ein neues Umfeld erschlossen. „Ich möchte hier gern weiterleben. Ich fühle mich in Düsseldorf heimisch“, sagt er. Im Urlaub könne er viele andere europäische Länder besuchen, doch sein Lebensmittelpunkt sei längst hier.

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