Autorin: Dagmar Haas-Pilwat; Copyright: Axel Dreyer; Stand: 02/2026
Was die Düsseldorfer Innenstadt jetzt braucht – Handel, Gastronomie und Stadt zwischen Anspruch, Verantwortung und Umsetzung
Warum sind Handel und Gastronomie entscheidend für die Attraktivität der Düsseldorfer Innenstadt? Warum wächst die Landeshauptstadt während andere Städte an Frequenz verlieren? Was würde Besucher, Gastronomen und Einzelhändler zwischen Rheinufer, Kö und Hauptbahnhof noch zufriedener machen? – Mit diesen Fragen haben IHK Düsseldorf und Marketing Club Düsseldorf e.V. bei ihrer gemeinsamen Veranstaltung offensichtlich einen Nerv getroffen: Der Ernst-Schneider-Saal an der Berliner Allee war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Unter den Gästen waren auch Christian Zaum, Beigeordneter der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Bürgermeister Clara Gerlach und Josef Hinkel.
Grundlage der von IHK-Geschäftsführerin Marion Hörsken moderierten Diskussion mit Akteurinnen und Akteure aus Handel, Gastronomie, Tourismus und Stadtmarketing auf dem Podium war eine aktuelle IHK-Studie. Im Fokus der Runde stand dabei die Königsallee als starke Marke mit Strahlkraft, die sich derzeit auf beiden Seiten des Stadtgrabens neu erfindet. Vor allem die Westseite des Boulevards – auch Bankenseite genannt – befindet sich in einem bahnbrechenden Wandel. Neue Gebäudekomplexe mit zahlreichen Premium-Shoppingangeboten werden in Kürze eröffnet, Parkplätze werden zu Gastro-Terrassen, unter den Kastanien darf wieder entspannt flaniert werden.
Für die Kö, Düsseldorfs Magnet, machten im Panel-Talk Andrea Greuner, GeschäftsführerinInteressengemeinschaft Königsallee, Angela de Jager (Center Managerin Sevens) und Frank Bertsch (Geschäftsführer Galeria Königsallee) deutlich: Transformation braucht Tempo, Planungssicherheit und Qualität. Denn als internationale Shoppingmeile steht die Kö exemplarisch für Premium-Shopping, hohe Aufenthaltsqualität und internationale Anziehungskraft, aber sie ist vor allem auch das Aushängeschild, die Impulsgeberin für die Gesamtentwicklung der Stadt. Dirk Wittmer, Vorsitzender des IHK-Einzelhandelsausschusses ergänzte: Der Wettbewerb heißt Smartphone. Stationärer Handel bleibt stark, wenn Erlebnis überzeugt.



Die IHK-Studie hat auch gezeigt: Besucher verbinden Einkauf und Gastronomie bewusst miteinander. Kerstin Rapp-Schwan, Vizepräsidentin der IHK Düsseldorf und Mitinitiatorin von Chefs in Town, habe betont, Düsseldorf liege im Bereich Gastronomie weit vorne. Diese sei kein bloßes Add-on, sondern fungiere als sozialer Schmierstoff; ohne investitionsfähige Betriebe verliere die Innenstadt ihre Individualität und letztlich auch der Handel. Dabei hatte sie auch die Immobilienbesitzer im Blick und kritisierte deren hohen Mietpreise, die für Gastonomen wirtschaftlich nicht darstellbar seien.
Als wirtschaftliche Hebel sind auch Events von großer Bedeutung – sie verlängern Aufenthalte und steigern Wertschöpfung. Hans-Günther Oepen, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses, betonte wie sehr Handel, Gastronomie und die Aktivitäten, Veranstaltungen und Konzerte von D.Live als zentrale Treiber für Attraktivität, Aufenthaltsqualität und wirtschaftliche Stärke sorgen.
Besonders erfolgreich wirkten diese Branchen im Zusammenspiel – flankiert von maßgeblichen Standort-Faktoren wie Sauberkeit und Sicherheit. Letztere seien überhaupt die Basis für erfolgreiche Geschäftsmodelle, sagten Frederic Lindner, Vorsitzender Forum Stadtmarketing und Jesko Timmers, Polizeihauptkommissar, Polizeipräsidium Düsseldorf.
„Sicherheit ist Teamplay“, konstatierte Jesko Timmers und schilderte eindrucksvoll, mit welchen Maßnahmen Stadt und Polizei für mehr Sicherheit sorgen: Jesko Timmers betont, dass die Corona-Pandemie zwar zu niedrigeren Zahlen bei der Straßenkriminalität geführt habe, die Problemlage im öffentlichen Raum in den vergangenen Jahren jedoch deutlich komplexer geworden sei – insbesondere aufgrund des dramatischen Anstiegs von Drogenkonsum und schweren Suchterkrankungen. Die enge Kooperation von Stadt und Polizei, darunter die Projekte SIDI (Sicherheit in der Innenstadt) und SiBu (Sicherheit im Bahnhofsumfeld) zeigten erste Wirkung. Mehr konzertierte Kontrollen, mehr Licht und das verstärkte Engagement von Streetworkern sorgten demnach für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl.
„Wir können stolz auf die Qualität und auf die Mischung in der Düsseldorfer Innenstadt sein. Genau das verpflichtet und wir alle sind gefragt, daran zu arbeiten, dieses hohe Niveau zu halten,“
Marion Hörsken, Geschäftsführerin Branchenbetreuung, IHK Düsseldorf
Während viele Großstädte nach Corona Frequenz verlieren, hat Düsseldorf als einzige untersuchte Stadt zugelegt. Kein Zufall, sondern das Ergebnis des Zusammenspiels von Handel, Gastronomie, herausragenden Events und Standortqualität. Doch Attraktivität entsteht nicht von allein – sie braucht Investitionen, Tempo und Zusammenarbeit.






