Corona-Krise? Jetzt erst recht! Die A. Leistenschneider GmbH & Co. KG

Serie Teil 5: Corona als Antrieb zum Hybrid-Unternehmen

Wie das Traditionsunternehmen Leistenschneider sich dem Lockdown stellte.

Text: Dieter Sieckmeyer, Foto: Andreas Endermann

1898 wurde das Traditionsunternehmen Leistenschneider gegründet, damals noch als Drogerie. Seitdem hat die Fotografie sich ständig weiterentwickelt, vom Belichten einer Platte mit jeder Menge Chemie bis zur hochwertigen Digital-Kamera. Doch kein Jahr hat so viele Veränderungen gebracht wie das letzte. „In Zukunft werden wir ein Hybrid-Unternehmen sein und bleiben. Das wäre ohne Corona wohl so schnell nicht passiert“, sagt Andreas Leistenschneider. Er führt das Geschäft mit insgesamt sechs Filialen in Düsseldorf, Duisburg, Krefeld, zweimal Berlin und Frankfurt zusammen mit Sohn Lukas in der fünften Generation. Schon vor der Pandemie wurde an einem neuen Firmen-Logo gearbeitet, das auch in sozialen Medien wie Instagram funktioniert. Übrig blieb das traditionelle „L“ als Wortmarke in modernem Design. Eine noch größere Herausforderung war es, das passende Shop-System für alle digitalen Zahlungsmittel zu finden: „Vor Corona hatten wir unsere Webseite vor allem als Visitenkarte genutzt.“

„Click and collect funktioniert. Aber eine Kamera für 2.000 Euro vertraut man nur ungern einem Paketdienst an“

Andreas Leistenschneider, A. Leistenschneider GmbH & Co. KG

Am Ende entschied man sich für eine komplette Neuentwicklung, die Anfang November an den Start ging – als der Einzelhandel vom zweiten Lockdown betroffen war. Das war auf den Punkt: „Das hat trotz aller Probleme geklappt. Am ‚Black Friday‘ haben wir alle Pakete gepackt.“ Die Umstellung hat das Geschäftsmodell komplett und nachhaltig verändert. Inzwischen sitzen fünf bis sechs Mitarbeiter am Telefon, um Kunden zu beraten. Das ändert sich auch nach der Pandemie nicht mehr. Für die zehn Auszubildenden sei das auch eine Chance, Neues kennen zu lernen. Für sie sei der Umgang mit den neuen Medien selbstverständlicher als für ältere Kollegen, die ihr Leben lang den persönlichen Kontakt gewohnt waren. Aber auch während des Lockdowns lief nicht alles digital: „Mancher, der eine Kamera für 2.000 Euro kauft, vertraut sie nur ungern einem Paketdienst an.“ Das gute Stück wird lieber persönlich in den Schadow Arkaden abgeholt. Ganz analog: Der Kunde klopft ans Fenster.

Branche: Foto-Fachhandel
Unternehmen: A. Leistenschneider GmbH & Co. KG
Gründungsjahr: 1898
Mitarbeitende: 6
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Ebenfalls in der Serie „Corona-Krise? Jetzt erst recht!“:

Über dieses Thema haben wir auch im IHK Quarterly 01/2021 berichtet.

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