Jugend forscht

Umweltschutz ein großes Thema beim digitalen Regionalwettbewerb aus der IHK

Martin Gottschald (14) hat Sensoren im Familienauto installiert, die den CO2-Gehalt messen.

Text: IHK-Redaktion, Foto: Paul Esser

Aufgeregt? Nein, eigentlich nicht, Martin Gottschald ist schließlich kein Anfänger. In diesem Jahr nimmt er schon zum dritten Mal am Jugend forscht Regionalwettbewerb Düsseldorf teil. Der 14-Jährige aus der Landeshauptstadt besucht das Theodor-Fliedner-Gymnasium und lernte Jugend forscht als Arbeitsgemeinschaft in der Schule kennen. In den vergangenen beiden Jahren beschäftigte er sich damit, wie man mit digitalen Mitteln das Segelnlernen einfacher machen kann. Dafür brachte er sogar schon sein Boot mit zum Wettbewerb. In diesem Jahr untersucht sein Projekt die Aerosol-Konzentration in Innenräumen. Dafür hat er Sensoren im Familienauto installiert, die den CO2-Gehalt messen, und arbeitet an einem innovativen Lüftungskonzept.

„Eine ungewöhnliche Situation erfordert besondere Maßnahmen“

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf

Außer Martin Gottschald stellten 57 weitere Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 20 Jahren ihre Projekte den Fachjurys digital vor. Erstmals fand der Regionalwettbewerb online als Live-Stream aus dem Ernst-Schneider-Saal der IHK Düsseldorf statt – eine Herausforderung für alle Beteiligten trotz der vielfältigen Erfahrungen mit Videokonferenzen und Home-Schooling. „Eine ungewöhnliche Situation erfordert besondere Maßnahmen und so treffen wir uns heute nicht an den Ständen der Jungforscher zum angeregten Austausch und auf einer Bühne zum Überreichen der Urkunden, sondern virtuell“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen in seinem Grußwort. Nach der corona-bedingten Absage der Landes- und Bundeswettbewerbe 2020 werden in diesem Jahr bundesweit alle Wettbewerbe wieder stattfinden. Jugend forscht ist schließlich der bekannteste und renommierteste naturwissenschaftliche Nachwuchswettbewerb Deutschlands mit einem Netzwerk von 180 Unternehmen, Verbänden und staatlichen Institutionen. Dazu zählt seit 1994 auch die IHK Düsseldorf. Rund 10.000 Kinder und Jugendliche beteiligen sich bundesweit durchschnittlich jährlich an dem Wettbewerb der Ideen.

Experimentieren in den eigenen vier Wänden

In Düsseldorf sind regelmäßig etwa 100 Teilnehmende mit 45 Projekten dabei. 2021 sank die Zahl der Projektarbeiten etwa um ein Viertel. Manch schulische Jugend forscht AG fand nicht durchgängig statt. Mehr Arbeiten als sonst wurden Zuhause angefertigt. Insbesondere im Fachbereich Chemie, wo Projektarbeiten nicht ohne Experimente im Labor auskommen, machen sich die Schulschließungen bemerkbar.
Andererseits hat der Lockdown den Teilnehmenden viel Zeit für die Ausarbeitung ihrer Projekte beschert. Entsprechend gut aufgestellt ist Martin Gottschalds Konkurrenz. Der 16-jährige Cornelius Hohnhorst vom Helmholtz Gymnasium in Hilden stellte ein Projekt zur Verkehrssteuerung vor. Er hat ein Programm entwickelt, das den Verkehrsfluss unter Zeit- und Umweltgesichtspunkten optimiert. Damit gewann er den ersten Platz im Fachgebiet Technik, so dass er sein Projekt auch auf dem Landeswettbewerb Jugend forscht vom 22. bis 24. März 2021 bei Bayer in Leverkusen vorstellen wird.

Der 16-jährige Cornelius Hohnhorst vom Helmholtz Gymnasium in Hilden stellte ein Projekt zur Verkehrssteuerung vor.
Foto: Paul Esser

Ebenfalls auf dem Landeswettbewerb, allerdings in der Sparte Schüler experimentieren für die 10- bis 14-Jährigen im Mai in Essen, werden Vasylisa und Rithika vom ihre App „Plastic Scan“ präsentieren. Die von den beiden Schülerinnen des Düsseldorfer Georg-Büchner-Gymnasiums entwickelte App zum Erkennen von schädlichen Plastikverpackungen ist funktionsfähig und unterstützt umweltbewusste Kaufentscheidungen. Klima- und Umweltfragen waren für viele Teilnehmende der zentrale Anstoß zur Projektentwicklung. So auch für Anna Völker vom Humboldt Gymnasium, die sich mit einer biologischen Methode zur Reduzierung der CO2-Belastung in der Düsseldorfer Dorotheenstraße beschäftigt.

Nach den Sternen greifen

In eine ganz andere Richtung denkt Tamas Simon, Schüler der Deutschen Schule in Budapest. Seine Überlegungen zur Zahl der Satelliten eines Planeten überzeugte sogar die zum Jurygespräch eigens aus Berlin zugeschaltete Expertin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) – ein Vorteil des Online-Wettbewerbs.
Durch die Siegerehrung führte die WDR– und KIKA-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva. Sie verriet nicht nur, wer Preise und Pokale abräumt, sondern sorgte auch dafür, dass sich alle Jugend forscht Teilnehmer 2021 endlich einmal treffen, wenn auch nur auf dem Bildschirm. Denn trotz der gelungenen Online-Premiere des Regionalwettbewerbs ist bei den jungen Leuten, den Juroren und Organisatoren der Wunsch groß, sich im nächsten Jahr begegnen und über neue, spannende Projektideen persönlich austauschen zu können.

Die Siegerehrung des Regionalwettbewerbs ging in diesem Jahr als Live-Stream über die digitale Bühne. Im Bild: WDR- und KIKA-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva im Gespräch mit IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen. Foto: Sandra Klug

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