Gelungene Mode-Premiere

Düsseldorf Fashion Days mit stabilen Orderzahlen

Angelika Firnrohr ist Geschäftsführerin des Vereins Fashion Net, der die DFD initiiert.

Text: Dagmar Haas-Pilwat, Foto: Heiko Winkler

Kein Laufsteg und keine Models, weder Schauen noch Parties oder Promis, Showroom-Besuche nach Termin, eingeschränktes Catering und keine groß angelegten Netzwerk-Events – in Zeiten der Corona-Pandemie muss die Modebranche neue Wege gehen: Für die Modehersteller, die dem Handel in den mehr als 600 Showrooms Mode für die Frühjahr- und Sommersaison 2021 präsentierten, ging in Düsseldorf die erste Präsenzmesse seit dem Lockdown unter ganz besonderen Vorzeichen über die Bühne.
Nachdem die Fashion Weeks in Mailand und Paris, in London und auch in Berlin wegen der Pandemie auf Eis gelegt oder für die Zukunft gleich ganz gestrichen wurden, wagt sich die Landeshauptstadt aus der Deckung. Initiiert vom Verein Fashion Net wurden die DFD als Orderwoche ins Leben gerufen.

„Die neue Marke funktioniert das gesamte Modejahr für den gesamten Standort.“

ANGELIKA FIRNROHR, FASHION NET

„Mit dem alten Namen CPD Collections Premieren Düsseldorf assoziieren viele Einkäufer Düsseldorf immer noch als reinen Messestandort, wie er 1949 mit der ersten Igedo gegründet wurde“, sagt Angelika Firnrohr, Geschäftsführerin des Fashion Net. Sie ergänzt: „Die neue Marke funktioniert das gesamte Modejahr hindurch für den gesamten Standort. Das gilt für alle Akteure, auch die bei der Messen Gallery Fashion und Supreme vom 29. bis 31. August.“ Ziel sei es auch weiterhin, Düsseldorf als erste Adresse für Aussteller, Einkäufer, Kunden, Multiplikatoren, den kreativen Nachwuchs, Investoren und Start-ups zu positionieren und zu stärken.

Neue Chance für die Showroom-Betreiber

Dies scheint gelungen: So berichtete der Düsseldorfer Modevermarkter Matthias Kaster, der neue Ausstellungsräume an der Cecilienallee betreibt, „von einem gleichbleibenden Ordervolumen. Die Einkäufer – zumeist Einzelhändler mit inhabergeführten Geschäften und treue Stammkundschaft  insbesondere aus NRW, Rheinlandpfalz und Hessen – sind alle zu vorher vereinbarte Termine gekommen und konnten ganz in Ruhe aussuchen und bestellen“. Die DFD sind nach seiner Ansicht, eine große, neue Chance für die Showroom-Betreiber und den Modestandort Düsseldorf.
Grundsätzlich ging es ruhiger zu in diesen Tagen am Rhein, vor allem weil Exportkunden beispielsweise aus Russland oder Übersee komplett fehlten. „Aber auch Einkäufer von großen deutschen Bekleidungshäuser dürfen aufgrund von Covid-19 nicht reisen“, sagte Angelika Firnrohr. Die Mitinitiatorin der DFD beurteilte dennoch die Resonanz auf die vorgezogene Orderwoche als durchweg positiv.

Der Name passt

Und wie kommt der neue Markenname „Düsseldorf Fashion Days“ bei den Ausstellern an? „Er klingt gut und international. Er grenzt sich klar von dem üblichen Begriff ,Fashion Week‘ ab“, betont Judith Dommermuth.

Steffen Schraut ist Designer in Düsseldorf.
Foto: Steffen Schraut

Sie ist mit ihrer Kollektion Juvia im eigenen Showroom an der Kaiserswerther Straße vertreten. Auch der Düsseldorfer Designer Steffen Schraut findet den Namen gelungen. Er ist zudem froh, dass es diesen August-Ordertermin gibt, „ein späterer ist für unsere Beschaffungswege deutlich zu spät“. Schraut hat seine großzügige Showroom Fläche von über 600 Quadratmetern neu gestaltet und wegen des Sicherheitskonzepts auf eine aufwendige Display-Installation verzichtet. Wie in allen anderen Showrooms herrscht Maskenpflicht bei der Kollektionssichtung. Lediglich zur Order am Tisch gilt „oben ohne“. Der Modemacher zeigte sich über den Verlauf der DFD sehr glücklich, „die neue Kollektion Sommer 2021 ist gut angekommen.“

Mit neuem Konzept

„Für uns war die DFD ein großer Erfolg. Wir hatten eine gute Frequenz an Einkäufern bei uns im Showroom und unsere wichtigen Top-Kunden waren hier“, sagte Wiebke Schilbock, eine der Gründerinnen des Düsseldorfer Labels Delicatelove und ergänzt:  „Von einer rein digitalen Order sind wir noch weit entfernt. Der Kunde möchte definitiv die Ware anfassen und sich persönlich austauschen. “
Gute Gespräche gab es jedenfalls erstmals unter freiem Himmel in der von Angelika Firnrohr und vom Fashion Net initiierten DFD Lounge am Karl-Arnold-Platz. Weiße Sonnenschirme, bunte Liegen, und Bänke, Drinks und Snacks lockten zum informellen Get-to-gether.
Die nächste DFD-Ausgabe ist im Januar 2021.

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