Start-up! Germany Tour

Die 4. Auflage brach alle Rekorde und setzte neue Maßstäbe

Theresa Winkels, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt, hatte einige Produkte von Global Playern „made in Düsseldorf“ im Gepäck.

Text: Dagmar Haas-Pilwat, Fotos: Andreas Endermann

Alles war anders als in den Jahren zuvor: Zum ersten Mal ging die 2015 gestartete internationale Startup-Initiative ausschließlich digital auf Tour nach Düsseldorf, ins Rheinland und ins Ruhrgebiet – und war zugleich so erfolgreich wie noch nie.

Die Veranstaltung wurde live im Internet übertragen.

„Mit 124 Teilnehmern aus 30 Ländern aus den Bereichen Insurtech, Smart City sowie Logistics & Mobility, die sich über Geschäftsmöglichkeiten und Skalierungspotenziale ihrer Ideen in der Landeshauptstadt informierten, haben wir den bisherigen Rekord erreicht“, sagte Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf und Gastgeber der Tour in der Landeshauptstadt. Erstmals begrüßte er die Teilnehmer per Live-Stream aus dem zum Studio umfunktionierten Ernst-Schneider-Saal in der IHK. Neben den Auslandshandelskammern, den IHKs im Ruhrgebiet und der IHK Köln ist die IHK Düsseldorf eine der Initiatoren des Projekts, das unter Schirmherrschaft des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) steht.

Ideale Plattform für Gründer

Petra Wassner betonte als Geschäftsführerin von NRW.Global Business – einem der Partner der Veranstaltung – die zentrale Rolle Nordrhein-Westfalens. Mit seinen 20.000 internationalen Firmen und zahlreichen Universitäten ist das Land eines der führenden deutschen Start-up-Öko-Systeme für digitale Innovationen.

Petra Wassner, NRW.Invest

„Hier haben sich zudem die größten Geschäftsgemeinschaften in Kontinentaleuropa von japanischen oder chinesischen Unternehmen niedergelassen“, so Wassner.
„Düsseldorf und die Region – im Zentrum von Europa gelegen – bieten mehr als eine perfekte Mischung aus Business und Lifestyle. Die Stadt ist die Heimat vieler großer, multinational agierender Konzerne und ist damit eine ideale Plattform für Gründer aus aller Welt“, sagte Theresa Winkels, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt. Sie empfahl den Teilnehmenden der diesjährigen digitalen Tour die Stadt am Rhein unbedingt auf die Wunschliste zu setzen – für einen Besuch nach Corona.

Beste Wachstumschancen

Wer ein Business in Deutschland plane, komme an Düsseldorf nicht vorbei: Die hiesige Unternehmenslandschaft mit ihrer vielfältigen, florierenden Start-up-Szene biete die besten Möglichkeiten für junge Unternehmen, vor Ort zu reüssieren und schnell zu wachsen, so Winkels. Die „Business-Beschleunigerin“ hatte im Gepäck denn auch einige der Produkte globaler Player – alle „made in Düsseldorf“. Vom Pritt-Stift von Henkel über Teebeutel aus dem Hause Teekanne bis zur Sojasauce von Kikkoman und dem Schutzhelm, den der britische Hersteller JSP seit zwei Jahren in einer 5.000 Quadratmeter großen Produktionsstätte in Düsseldorf-Heerdt produziert. Der Standort Düsseldorf sei für das Unternehmen ideal, weil von hieraus der größte europäische Markt für Schutzausrüstung bedient werden kann. So wie bei zahlreichen anderen Firmen unterstützten die Wirtschaftsförderer das Unternehmen aus Oxford auch im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens.

Ein Öko-System für Start-ups

Die diesjährige Tour gab erneut einen tiefen Einblick in die nordrhein-westfälische Start-up-Szene. Dazu zählt auch der Digihub Düsseldorf, einer von insgesamt fünf in NRW.

Peter Hornik, Digihub Düsseldorf

„Wir sind die Matchmaker und bringen alle wichtigen Akteure wie Start-ups, Corporates, Investoren, Verbände und Hochschulen regional und überregional zusammen und vernetzen sie nachhaltig, auch mit Hilfe unserer Accelerator-Programme“, so Geschäftsführer Peter Hornik.
In Düsseldorf stimmt demnach das gesamte Start-up-Ökosystem – nicht zuletzt weil hier die Kunden sind, die die neuen Unternehmen brauchen. Seit Beginn der Startup-Initiative im Jahr 2015 ist die Zahl der Start-ups von 135 auf 400 im Jahr 2019 gestiegen, die mehr als 3.000 Arbeitsplätze am Wirtschaftsstandort Düsseldorf geschaffen haben. Als beispielshaft gelten Trivago, Tonie Box, Just Spices oder Numaferm.

Vorteile der Digitalisierung

Und das Interesse ist ungebrochen: Noch während des live gestreamten Kick-off-Events aus dem Ernst-Schneider-Saal gingen auf den Social-Medien-Kanälen des „Begrüßungs-Komitees“ erste Anfragen über mögliche Niederlassungen von Start-ups ein. Im Live Stream selbst wurden zudem innovative Düsseldorfer Projekte wie der Euref-Campus und „KoMoD Next“ vorgestellt. Anschließend konnten ausgewählte Start-ups aus dem Bereich „Logistics & Mobility“ vor Unternehmensvertretern, etwa von Metro, DB Schenker, GS1 und Schneider Electric, pitchen und für ihre Geschäftsideen werben.
Auch für IHK-Referentin Katrin Lange, Organisatorin und Moderatorin, war die Start-up! Germany Tour 2020 ein voller Erfolg. Die digitale Form mit all den neuen Kollaborations-Techniken (unter anderem Webinare) im Vorfeld habe die große Zahl an Teilnehmern aus 30 Ländern überhaupt erst möglich gemacht. Nichtsdestotrotz wird für 2021 zum fünfjährigen Bestehen wieder eine analoge Tour geplant.

IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen mit IHK-Referentin Katrin Lange, die die Veranstaltung moderierte.

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