Süßes aus Italien

Selbstständig in der Corona-Krise: Angela Lichtschlag verkauft Spezialitäten an die Gastronomie.

Text: Gesa van der Meyden, Fotos: Andreas Endermann

Serie Teil 3: Die Corona-Krise hat viele Zukunftspläne zerschlagen, gerade bei Existenzgründerinnen und Existenzgründern. Aber es gibt sie doch, junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die darauf setzen, dass neue Chancen entstehen – und sich in Branchen selbstständig machen, die von der Pandemie besonders betroffen sind.

Angela Lichtschlag ist in Düsseldorf geboren und in Erkrath aufgewachsen, aber ihre italienischen Wurzeln prägen sie bis heute. Ihr Großvater hatte eine Bäckerei in Agrigento/Sizilien – und schon als Kind liebte sie Backwaren aus dem Land am Mittelmeer. Während ihrer Arbeit in einem Unternehmen mit Vertrieb von italienischen Produkten entwickelte die 35-Jährige gemeinsam mit zwei Partnern eine Geschäftsidee. Sie wollte süße Spezialitäten aus Italien selbst herstellen, aber auch importieren und an Gastronomiebetriebe verkaufen. Nach dem Ende ihres BWL-Studiums im vergangenen Jahr wurden die Pläne konkreter, im März dieses Jahres gründeten sie und ihre Partner die Manufaktur Delizia GmbH. „Im Moment setzen wir auf Tiefkühlware und auf das B2BGeschäft. In einem weiteren Schritt wollen wir aber auch selbst frisch produzieren und an Endverbraucher liefern, zum Beispiel Hochzeitsgesellschaften“, sagt Angela Lichtschlag, die sich bei Deizia um Marketing und Vertrieb kümmert.

„Wir profitieren davon, dass Corona die Digitalisierung beschleunigt“

Angela Lichtschlag, Manufaktur Delizia

Dass die Kontaktbeschränkungen viele Branchen dazu zwingen, ihre Online-Geschäfte auszubauen, hält sie für eine Chance. „Wir profitieren davon, dass Corona die Digitalisierung beschleunigt. Viele Gastronomiebetriebe sind dafür offener geworden, weil sie jederzeit und ortsunabhängig bestellen können“, sagt die Mutter zweier Töchter im Alter von sieben und zehn Jahren. Als sie ihren Job kündigte, um sich ganz ihrer Geschäftsidee zu widmen, war der zweite Lockdown noch nicht absehbar, der ihre Pläne erstmal verzögerte. Doch sie weiß, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Selbst ein vierter oder fünfter Lockdown würde uns nicht aufhalten, auch wenn wir dank der Impfstoffe zuversichtlich sind, das Schlimmste hinter uns zu haben.“ Auch in Hinblick auf ihre Familie genießt sie ihre Selbstständigkeit. „Ich kann mir meine Arbeit viel besser einteilen und so für meine Kinder da sein.“ Eines ihrer Lieblingshobbys: gemeinsam backen.

Hier geht es zu den weiteren Beiträgen der Serie.

Über dieses Thema haben wir auch im IHK Quarterly 02/2021 berichtet.

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