Frank Merry: Mein Lieblingsort

Frank Merry, People and Culture Dircetor bei der ISS Fachility Services Holding GmbH in Düsseldorf, versteht sich als Brückenbauer.

Text: Dagmar Haas-Pilwat, Foto: Andreas Endermann
Ganz gleich über welche Brücke er fährt, ihm geht jedes Mal das Herz auf, wenn er den Rhein überquert und sich dem gegenüberliegenden Ufer nähert. Ob links- oder rechtsrheinisch egal – es ist diese Freude, hier zu Hause zu sein, die Frank Merry jedes Mal spürt. Auf die Frage, welcher Ort in Düsseldorf denn sein liebster sei, kommt spontan die Antwort: kein Haus, kein Lokal, keine Gegend – „es ist das Gefühl, hier am richtigen Ort zu sein“. Der 59-jährige gebürtige Düsseldorfer und bekennender Rheinländer gerät ins Schwärmen, wenn er von seiner Heimatstadt und der Region spricht. Locker kann er eine Handvoll an Highlights aufzählen, die ihm allein städtebaulich besonders gefallen: Der Rheinufer-Tunnel, der Leben und Freizeitvergnügen am und mit dem Wasser erst möglich gemacht hat. Die unvergleichliche Altstadtkulisse oder die Oberkasseler Häuserfront, all die neu entstandenen Hochhäuser an den Einfallstoren zur Innenstadt, die Parks, den Hofgarten und natürlich die sieben Brücken, von denen fünf Schrägseilkonstruktionen sind.

„Es ist das Gefühl, hier am richtigen Ort zu sein.“

Frank Merry, ISS Services Holding GmbH


Frank Merry ist weder Architekt noch Immobilienentwickler, aber sein halbes Berufsleben hat der Vater von zwei Söhnen (Johannes, 19 und Karl, 13) bislang mit Gebäudemanagement verbracht. Vor 28 Jahren ist er vom öffentlichen Dienst in die private Wirtschaft gewechselt und ist heute  als „People & Culture Director“ mitverantwortlich für Personalthemen und Unternehmenskultur des Facility-Management Unternehmens ISS Facility Services Holding GmbH mit Hauptsitz in Düsseldorf. Das bedeutet in Zahlen: Die deutschlandweit 11.000 Beschäftigten des 1901 gegründeten weltweit agierenden Unternehmens aus Kopenhagen (mit 350.000 Mitarbeitenden international einer der größten privaten Arbeitgeber) erwirtschaften rund 800 Millionen Euro Umsatz pro Jahr: Geboten wird eine breite Servicepalette wie Gebäudetechnik und -reinigung, Bauen im Bestand sowie Property Management, Catering, Sicherheit und Bürodienstleistungen.

Frank Merry, der sich augenzwinkernd als „Feel Good Minister“ bezeichnet, war 2017 auch maßgeblich am Bau der Hauptverwaltung mit dem Namen „The Lab“ an der Theodorstraße beteiligt. Die neuen Büroräume dienen als Labor zur Nutzung und Entwicklung von zukunftsweisenden Arbeitsplatzkonzepten. So kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, wo, wie und mit wem er projektbezogen arbeiten möchte und das in einer komplett digitalisierten Arbeitsumgebung und im höchsten Maße papierlos. „Bei uns gibt es keine Hierarchien“, erklärt der Personaler und ergänzt: „Es geht um die Mitarbeiter und deren Entwicklung, denn Freiheit und Wohlfühlen sowie Inspiration und Vertrauen sind vielfach unterschätzte Bindungsfaktoren – im Zusammenspiel mit optimaler Nutzung von Flächen und Kapazitäten.“

„Es geht um die Mitarbeiter und deren Entwicklung.“

Frank Merry, ISS Services Holding GmbH

Bei ISS wird all dies verbunden mit Technik, sprich Sensorik und unterstützt durch künstliche Intelligenz, um das Serviceerlebnis nachhaltig zu verbessern. Damit wurde „The Lab“ zu einem „schlauen Gebäude“: Simple Beispiele: Ist der Mülleimer zwei Drittel voll, sendet er automatisch eine Info an die Haustechnik zwecks Leerung. Ist niemand im Raum, schaltet sich das Licht aus. Das zunächst für das eigene Unternehmen entwickelte Projekt wurde erfolgreich weltweit als Beratungs- und Servicekonzept für andere Firmen verkauft.

Frank Merry ist ein Mann, der was bewegen und voranbringen will – so war es damals, als ISS von Duisburg nach Düsseldorf zog und erst als Unterstützer sowie Namensgeber des ISS Domes richtig bekannt wurde. „Wir waren der erste Sponsor der Rollnacht, ein Mega-Vergnügen für Inlineskater und Rollschuhfahrer. Wir fördern auch das Trebe-Cafe – ein Zufluchtsort für Mädchen und junge Frauen und vieles mehr.“ Das Meiste davon spiele sich allerdings im Hintergrund ab („wir sind nicht die Lautsprecher, sondern eher dänisch zurückhaltend“).

Das gilt gleichermaßen für Frank Merrys persönliches Engagement als Handelsrichter oder im Brauchtum als Mitglied im Elferrat des AVDK, Allgemeiner Verein der Karnevalsfreunde, insbesondere jedoch für sein Ehrenamt bei der IHK als stellvertretender Vorsitzender des Immobilienausschusses. Das Spektrum sei vielfältig – angefangen bei einzelnen, prägnanten Bauvorhaben bis hin zu städtebaulichen Veränderungen in den Kommunen des IHK-Bezirks mit Themen wie Bauen im Bestand, bezahlbarer Wohnraum, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Grün-Agenda – die Liste sei lang. „Als Ausschussmitglied kann ich meine Expertise einbringen, Impulsgeber sein, Brücken schlagen und dazu beitragen, dass meine Stadt sich weiterentwickelt, auch in Zukunft weltoffen und attraktiv bleibt.“ Er empfindet es als Privileg, hier mit seiner Familie leben zu können. Mit Blick auf seine Söhne engagiert er sich, damit Düsseldorf – wie er es nennt – „enkelfähig“ bleibt.


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