Autorin: Dagmar Haas-Pilwat; © IHK Düsseldorf / Hans-Jürgen Bauer; Stand 10/2026
Sie ist 23 Jahre jung, studiert Immobilienwirtschaft und leitet das von ihrem Ururgroßvater vor mehr als 100 Jahren gegründete Unternehmen. Anais Hagen ist in der fünften Generation angetreten, das Familienerbe fortzuführen, das einst der Kfz-Meister Anton Stapelmann an der Grafenberger Allee zu einem bedeutenden Automobilbetrieb und zu einer festen Größe im Düsseldorfer Kraftfahrzeughandel entwickelt hat. Nachdem der operative Fahrzeughandel 1988 von BMW als Niederlassung übernommen wurde, stellte sich die Anton Stapelmann GmbH & Co. KG neu auf und konzentriert sich seitdem auf die Verwaltung und Vermietung des Betriebsanwesen. Und genau da kommt Anais Hagen ins Spiel – die junge Chefin im Stapelmann Business Center.

„Für so viel Engagement, geschaffene Werte zu bewahren und unter neuen Bedingungen erfolgreich weiterzuführen“ wurde die 23-Jährige bei einem Jubiläumsempfang gemeinsam mit sieben weiteren traditionsreichen Unternehmen unterschiedlichster Branchen von IHK-Präsident Andreas Schmitz geehrt. Gefeiert wurde die erfolgreiche Historie der Wirtschaftsregion mit langjährig bestehenden Unternehmen.
„Vor dem Hintergrund, dass Zukunft unbedingt die Erfahrungen der Vergangenheit berücksichtigen muss, möchten wir Sie hier exemplarisch für Ihr erfolgreiches Unternehmertum sowie Ihre Werte, die Sie über mehrere Jahrzehnte und Generationen hinweg hochgehalten, verteidigt und bewahrt haben, auszeichnen.“
Über Generationen den Wandel leben
Was braucht es, um 100, 125 oder 150 Jahre lang – und noch länger – unternehmerisch erfolgreich sein zu können? Auf jeden Fall Unternehmerinnen und Unternehmer, die den Wandel leben – und das über Generationen hinweg – ungeachtet von Weltkriegen, wirtschaftlichen Krisen, technologischen Revolutionen und Globalisierung.
Als ein Paradebeispiel für erfolgreiche Transformation, ohne die eigene Identität zu verlieren, gilt die 150 Jahre alte Alphons Custodis GmbH & Co. KG und Verwaltung. Sie hat ihr technisches Wissen seit der Grundsteinlegung weiterentwickelt und wird heute von Gabriela Evelyn Custodis und Sohn Peter geführt. Angefangen hat es mit dem Schornsteinbau. Neue Geschäftsfelder in der Petrochemie und im Industrieofenbau wurden erschlossen. Außergewöhnliche ingenieurtechnische Projekte – wie die Verschiebung eines kompletten Hochofens – sind zudem Beleg für die technische Expertise. Voller Stolz erklärte die Chefin, wie sehr Custodis – einst mit der Fabrik mitten in der Stadt, in Lierenfeld, verortet – bis heute von Düsseldorf und seiner Wirtschaftsstärke profitiert. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, hier am Standort den Wandel voranzutreiben, der nicht immer einfach und zuweilen riskant ist.“


Das Aquazoo Löbbecke Museum, Düsseldorf meist besuchtes Museum, steht einerseits in der 150-jährigen zoologischen Tradition und ist andererseits mit seinem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb auch Mitglied der IHK. „Die historischen Wurzeln reichen bis zur Eröffnung des Düsseldorfer Zoologischen Gartens im Jahr 1876 zurück“, erklärte IHK-Präsident Andreas Schmitz in seiner Laudatio. Hinzu kam die naturkundliche Sammlung Theodor Löbbeckes, aus der 1904 das Löbbecke-Museum hervorging. Die Verbindung von lebenden Tieren, wissenschaftlichen Sammlungen und naturkundlicher Vermittlung sei das Erfolgsrezept. Direktor Dr. Jochen Reiter, der aktuell für eine Erweiterung des Museums und für die wirtschaftliche Eigenständigkeit kämpft, verwies auch auf den oftmals unterschätzten touristischen Impact seines Hauses auf die Stadt.
Düsseldorf – bedeutender Standort für Sport, Kultur und internationale Events
Die Eventwirtschaft gilt als eines der wichtigsten Zugpferde, die die Attraktivität des Standortes Düsseldorf für Sport, Kultur und internationale Veranstaltungen stärken. So nahm Christoph Poschman die IHK-Urkunde als einer der Direktoren der D.Live GmbH & Co KG und gleichzeitig als General Manager der 100 Jahre alten Rheinterrasse entgegen. Letztere mit ihrem Herzstück – dem an die goldene Ära der 1920er Jahre erinnernden Rheingoldsaal – wurde anlässlich der GeSoLei (Messe für Gesundheit, Soziales und Leibesübungen) gebaut. „Düsseldorfs schönste Terrasse“ wurde zum Hotspot für kulturelle Veranstaltungen am Rhein. Seit 2025 wird das denkmalgeschützte Gebäude so wie auch andere Event-Orte von D.Live betrieben und neu positioniert.


Auch Kunst und Kultur sind wesentliche Treiber, die das Image als Kunststadt international beflügeln. Großen Anteil daran hat das Familienunternehmen Art Edition Fils GmbH. Die verlegerische Tradition des Hauses reicht bis 1870 zurück. Die Nähe zur Kunstakademie und zur lebendigen Kunstszene der Stadt wurde zur Basis für den Erfolg der seit 1929 ebenso in Düsseldorf verwurzelten Firma. Alexander Fils und seine Frau und Geschäftsführerin, Heidrun Wagner-Fils, teilen dieselbe Leidenschaft: Kunst. Ihnen sei es gelungen, unternehmerische Kontinuität und kulturellen Anspruch miteinander zu verbinden – so der IHK-Präsident. Art Edition-Fils habe es verstanden, verlegerische Tradition mit neuen Vertriebswegen und zeitgemäßer Kunstvermittlung zu verbinden. Galeriearbeit, Beratung und digitale Angebote ergänzen heute das klassische Editionsgeschäft. Im Mittelpunkt stehen limitierte Originaleditionen – von Lithografien und Siebdrucken über Fotografien bis hin zu skulpturalen Arbeiten. Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit Künstlern der ZERO-Bewegung wie Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker. Auch die langjährige Verbindung zu Christo und Jeanne-Claude unterstreicht die besondere Stellung des Hauses.
Säulen der Wirtschaftsregion
Auf 125 Jahre kann die Stadtwerke Langenfeld GmbH zurückblicken – Jahrzehnte, die für Beständigkeit, technische Entwicklung und eine über Generationen gewachsene Verantwortung für die Menschen und den Wirtschaftsstandort Langenfeld stehen. Die Geschichte begann 1901 mit dem Bau eines eigenen Gaskraftwerks. Ende der 1960er-Jahre markierte die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas einen Meilenstein. Heute reicht das Leistungsspektrum weit über die klassische Energieversorgung hinaus. Strom, Glasfaser, Ladeinfrastruktur, Energiedienstleistungen und moderne Wärmelösungen gehören ebenso dazu wie die Mitwirkung an einer verlässlichen und zukunftsfähigen kommunalen Infrastruktur. Aus einem Gaskraftwerk des frühen 20. Jahrhunderts sei ein moderner Energie- und Infrastrukturdienstleister geworden – eng verbunden mit der Stadt und der Region. Die Stadtwerke Langenfeld verstehen sich nicht allein als Versorger, sondern als verlässlicher Partner des gesellschaftlichen Lebens und engagieren sich für Sport, Kultur und soziale Projekte.

Eine paar Jahrzehnte mehr seit ihrer Gründung können die Stadtwerke Düsseldorf vorweisen. Weil jedoch 160 Jahre kein „richtiges“ Jubiläum sind, gab es für Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender und IHK-Vizepräsident anerkennende Worte anstelle einer Urkunde. Wie wird man zu einem Stück Stadtgeschichte? Indem man 1866 mit dem ersten städtischen Gaswerk die Grundlage für eine moderne Energieversorgung gelegt hat und Düsseldorfs Wandel nicht nur begleitet, sondern vielfach selbst vorangetrieben hat. 1891 begann die Stromversorgung aus eigenen Kraftwerken. 1896 fuhr bereits die erste elektrische Straßenbahn durch Düsseldorf. „Heute zählt das Unternehmen zu den bedeutenden kommunalen Versorgern Deutschlands und verbindet Versorgungssicherheit mit dem Anspruch, die Energie- und Wärmewende in Düsseldorf aktiv voranzubringen“, lobte IHK-Präsident Andreas Schmitz. „160 Jahre bedeuten damit vor allem eines: Verantwortung für die Zukunft einer Stadt.“
So unterschiedlich die Branchen eines haben alle Geehrten gemeinsam: Sie setzen auf die Zukunft, bleiben der Tradition verpflichtet und stärken so die Wirtschaftsregion.


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