Was macht eigentlich die Schadowstraße?

Nach dem Umbau ist die Straße wieder unter den Top Ten der Einkaufsmeilen

Schadowstraße
Ines Reusch, Geschäftsführerin von Betten Hönscheidt, ist mit der Neugestaltung insgesamt zufrieden.

Text: Beate Werthschulte, Fotos: Melanie Zanin
Nach gefühlt kaum enden wollenden Bauarbeiten ist die Neugestaltung der Schadowstraße mit Anbindung an den Kö-Bogen seit Oktober vergangenen Jahres abgeschlossen – aus dem rund 210 Meter langen Abschnitt zwischen Bleichstraße und Tonhallenstraße ist eine attraktive Fußgängerzone geworden. Der Handel, die Interessengemeinschaften wie das Forum Stadt-Marketing und City-Ring Schadowstraße sowie die IHK Düsseldorf sind gleichermaßen zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Schadowstraße war immer eine zwar funktionierende, aber wenig attraktive Einkaufsstraße – jetzt ist sie endlich auch schön und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität“, fasst Sven Schulte, Referent Handel und Stadtentwicklung bei der IHK Düsseldorf, die Meinungen zusammen.

Am Fahrradweg der Schadowstraße scheiden sich die Geister

Die Straße ist nun in drei verschiedene, klar erkennbare Nutzungszonen eingeteilt. So erstrecken sich entlang der Schaufenster zu beiden Straßenseiten Flanierzonen, daneben jeweils die Aufenthalts- oder Ruhezonen, ausgestattet mit 20 auffälligen gelben Loungesesseln, langen Holzbänken, hohen Leuchten und Wasserspielen. Zudem wurden 21 so genannte Zukunftsbäume gepflanzt, die den Klimaveränderungen gut standhalten können. Es handelt sich um die bienenfreundliche Gleditschie und die Purpurerle. In der Straßenmitte wurde ein gut vier Meter breiter Fahrstreifen geschaffen, der rund um die Uhr in beiden Richtungen von Radfahrern und darüber hinaus von 18.30 Uhr bis 10.30 Uhr auch von Auto, beispielsweise von Lieferfahrzeugen, genutzt werden darf. Und genau dieser Fahrstreifen wird aktuell kritisch diskutiert. „Mein großer Wunsch ist es, dass die Stadt hier noch eine Korrektur vornimmt“, sagt Frank Hermsen. Er sei zwar der Meinung, so der Vorstandsvorsitzende des Forums Stadt-Marketing weiter, dass eine solche Fahrspur richtig sei, sie müsse aber gut erkennbar, beispielweise farblich markiert sein. Sven Schulte könnte sich den Radweg – aus Sicherheitsgründen – auch auf einer Parallelstraße vorstellen. Ines Reusch, Geschäftsführerin von Betten Hönscheidt, wünscht sich eine Lösung, mit der Fahrradfahrer und Fußgänger gleichermaßen gut leben können. Und Thomas Görner, Geschäftsführer von Foto Koch, Sprecher des City-Rings Schadowstraße und selbst häufig mit dem Rad unterwegs, schlägt vor, das Fahrradfahren nur in den Randzeiten, also morgens und abends, wenn viele Pendler, aber weniger Besucher unterwegs sind, zu erlauben.

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Sven Schulte, Referent Handel und Stadtentwicklung bei der IHK Düsseldorf

Davon abgesehen überwiegt die Freude über die Neugestaltung und insbesondere darüber, dass die Schadowstraße endlich wieder zu den Top Ten Einkaufsstraßen in Deutschland gehört, wie eine Statistik des Unternehmens hystreet.com aus Dezember 2021 zeigt. Zudem weist sie laut einer Untersuchung des Einzelhandelsspezialisten Comfort im September 2021 eine höhere Besucherzahl auf als in 2019. Als Grund wird die Fertigstellung des Kö-Bogens 2 mit neuen, attraktiven Mietern in Verbindung mit der gleichzeitigen Fertigstellung der Fußgängerzone in diesem Bereich genannt. Zudem, so Frank Hermsen, sei der Umbau nicht nur für den Bereich Schadowstraße, sondern für die gesamte Innenstadt gut. Dem geplanten Rheinboulevard, also der neuen Ost-West-Achse, die die Einkaufsquartiere Schadowstraße, Kö und Altstadt vom Wehrhahn bis zum Rhein miteinander verbinden soll, ist man nämlich nun ein ganzes Stück nähergekommen.

„Die Diskussion dazu sollte jetzt nicht ins Stocken geraten“

Sven Schulte, IHK Düsseldorf

Das sieht auch Ines Reusch so und ist positiv gespannt auf die noch ausstehenden Planungen rund um den Bereich des ehemaligen Kaufhofs als attraktivem Eingangstor in die Stadt. „Die Diskussion dazu sollte jetzt nicht ins Stocken geraten“, wünscht sich Sven Schulte, der sich das Areal durchaus als neuen, zentralen Standort für die Oper vorstellen kann. „Das würde den Bereich städtebaulich erheblich aufwerten und könnte die Schadowstraße auch in den Randzeiten beleben“, sagt er. Dieser Meinung ist auch Thomas Görner. „Die Oper ließe sich – unter dem Motto ‚Oper für alle‘ – an diesem Standort gut in die Gesellschaft einbinden, aus meiner Sicht dort sogar deutlich besser als an der Heinrich-Heine-Allee“, sagt er. Und wenn in Zukunft noch etwas mehr Gastronomie hinzukommt, auf dem Platz vor Karstadt ein kleiner Markt entsteht, und die neue Ost-West-Achse durch Pflasterung und Beleuchtung als einheitlicher Rheinboulevard erkennbar wird, werden die Aufenthaltsqualität und damit auch die Besucherfrequenz weiter steigen.


Über den Umbau der Schadowstraße wurde im Online-Magazin der IHK Düsseldorf bereits berichtet.

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