Wenn zwischen Frage und Antwort eine Lücke klafft, kann “Come & Cooperate” sie häufig schließen: Zum achten Mal brachte die IHK Düsseldorf bei dieser Veranstaltung Unternehmen mit Forschenden aus dem Rheinland und aus Westfalen zusammen. In rund 90 Gesprächsterminen nutzten die Gäste die Chance, ihre Fragen direkt bei spezialisierten Wissenschaftlern loszuwerden, vor allem zum Thema künstliche Intelligenz.
Autorin: Natascha Plankermann; © Hans-Jürgen Bauer; Stand 11/2026

Drei Sekunden in ein kleines Messgerät pusten, schon zeigt das Smartphone, ob der Körper gerade Fett verbrennt. So fix funktioniert Optiburn. Doch hinter der App stecken Jahrzehnte Forschung. Tobias Martin hat sie entwickelt. Das Wissen dahinter liefert sein Vater: Prof. Dr. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) im Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf.
Der Mediziner schwört auf die Low-Insulin-Methode. Die Strategie dahinter klingt effektiv: Wer seinen Insulinspiegel niedrig hält, bringt die Fettverbrennung in Gang. In Studien verloren Teilnehmende im Schnitt acht bis zehn Kilo. Lange wurde dieses Wissen vor allem in Fachaufsätzen, Büchern und Schulungen verbreitet. Jetzt passt es in die Hosentasche: Das Messgerät wertet den Atem aus und ermittelt daraus einen „Fat-Burning-Score“. Mittels der App erfährt der Nutzer, welche Lebensmittel den Insulinspiegel treiben, und kann in diesem Zusammenhang Mahlzeiten, Gewicht und Schritte festhalten. “Das wäre auch etwas für Unternehmen, etwa beim betrieblichen Gesundheitsmanagement”, sagt Tobias Martin.
Vorbild für den Transfer
Bei Come & Cooperate stellte der Entwickler das Projekt in einem Impulsbeitrag vor. Es zeigt, wie mithilfe von Forschungsergebnissen ein nützliches Produkt entsteht. Solche Geschichten will Evgeniy Khavkin öfter präsentieren. Der Referent für Innovations-, Technologie- und Start-up-Beratung im Unternehmensservice der IHK Düsseldorf verantwortet die Veranstaltung und sammelte jede Menge Erfahrungen aus den Gesprächen. „Viele Unternehmen haben eine Frage, auf die an einer Hochschule längst jemand eine Antwort hat“, sagt er. „Wir bringen beide zusammen. Das Beispiel Optiburn zeigt, was danach passieren kann.“ An seiner Seite steht Tanja Lesch. Sie begleitet Come & Cooperate seit der ersten Ausgabe und organisiert die Termine.
Eine Viertelstunde mit dem Professor
Das Prinzip ist einfach: Unternehmen buchen vorab 15-minütige Gespräche mit Hochschulvertretern, zwischen 10 und 17 Uhr, ein Termin pro Thema. Die Liste der Angebote ist lang. Sie reicht von Cybersicherheit und Robotik über Batteriesysteme und klimafreundliche Baustoffe bis zu Textilien aus Bioabfällen und Virtual Reality im Museum. Diesmal waren bei “Come & Cooperate” 24 Hochschulvertretende vor Ort dabei, unter anderem von der Heinrich-Heine-Universität, der Hochschule Düsseldorf, der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Münster, der Hochschule Niederrhein und von der Fachhochschule Südwestfalen.
Der größte Andrang Wissbegieriger herrschte rund um das Thema künstliche Intelligenz. Die Gäste aus der Unternehmerschaft kamen mit konkreten Fragen wie zum Beispiel: Wie kann die KI dabei helfen, in der Pflegeeinrichtung die Patientinnen und Patienten besser zu betreuen? Die Professorinnen und Professoren hörten zu, fragten nach und skizzierten erste Lösungswege. Der Austausch lief in verschiedene Richtungen. Die A.H. SmartCare GmbH brachte ihren MiniDoc mit, ein selbst entwickeltes Diagnosetool. Gründerin und Ärztin Arzum Hiller sucht unter den IHK-Mitgliedern Partner, die es mit ihr weiterentwickeln und einsetzen.


Geld für die Zusammenarbeit
Wer mit Forschenden arbeitet, muss die Rechnung nicht allein bezahlen. Das Life Science Center Düsseldorf erklärte den Gästen bei der IHK Düsseldorf, welche Fördermittel es gibt, wenn sie Wissenschaftler und deren Ergebnisse ins Haus holen.
Ein Firmenvertreter sagt im Gehen: “Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei. In ein paar Viertelstunden habe ich hier mehr Kontakte geknüpft als sonst in Monaten.“ Evgeniy Khavkin hört so etwas gern, denn die nächste Runde wird schon geplant.


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