An der Schnittstelle von Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft hat die auf zeitgenössische Kunst spezialisierte Fraunberg Art Gallery gemeinsam mit der IHK Düsseldorf als Partnerin zur Auftaktveranstaltung eingeladen. Initiatorin des neuen Formats ist Antonia von Fraunberg, Inhaberin der Fraunberg Art Gallery. Durch den Abend führte Nina Chevalier, Unternehmerin und Vertreterin des Mittelstands in der IHK Düsseldorf und der DIHK in Berlin.
Autorin: Dagmar Haas-Pilwat; © Melanie Zanin; 11/2026
Mut und Wirtschaft gehören zusammen
Mut und Wirtschaft waren die zentralen Stichworte des Abends. Beides gehöre eng zusammen: Dinge anpacken und Neues wagen – gerade in diesen Zeiten, wie die Initiatorin Antonia Fraunberg und Katarina Blattner bei der Begrüßung betonten. „Mut und Wirtschaft gehören untrennbar zusammen. Wer ein Unternehmen gründet, investiert, neue Ideen entwickelt oder eingefahrene Wege verlässt, braucht Mut. Das gilt gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen vieles unsicher ist und sich die Rahmenbedingungen ständig verändern. Umso wichtiger sind Menschen, die Verantwortung übernehmen und Zukunft aktiv gestalten.“
Im Mittelpunkt standen der Mut, die Entscheidungen und das Engagement dreier Persönlichkeiten, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen vorantreiben. Wie vielfältig Mut sein kann, zeigten die Gesprächsgäste Benjamin Arndt, arndtteunissen GmbH, Joana-Maria Bauchwitz, Baries Design GmbH, und Susanne Mendack, Medienbüro Mendack.



Als Schüler bereits das erste Unternehmen gegründet
Benjamin Arndt gründete mit 17 Jahren im Kinderzimmer seine erste Onlineagentur und verdiente bereits als Schüler mit Webentwicklung ein paar Hundert Euro pro Woche. Er habe „nie darüber nachgedacht, ob etwas eine gute Geschäftsidee ist, sondern einfach gemacht“. Den Konjunktiv kann der vielfach engagierte 45-Jährige (unter anderem Gründungsmitglied des Branchenverbands Kreativwirtschaft Düsseldorf e. V., DJ aus Leidenschaft und Mitgründer der „Safe Room Sessions“, einer Plattform für elektronische Musik in Düsseldorf) nicht leiden. Umso lieber setzt er Ideen in Taten um. In den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten hat sich der Vater von drei Söhnen als Designer und Markenberater etabliert. Dabei hat er nicht nur zwei Agenturen ins Leben gerufen, sondern auch diverse Start-ups auf den Weg gebracht. Er und sein Team sind in den unterschiedlichsten Branchen unterwegs – vom Suppenhersteller bis zum Baumaterialproduzenten. Fehlschläge („Ich habe viel Lehrgeld gezahlt“) konnten Benjamin Arndt noch nie entmutigen. „Bei jedem neuen Projekt, jeder neuen Idee stelle ich mir die Frage: Was ist das Schlimmste, was passieren kann?“, erzählte er. Meist waren und sind seine Neugier und die Sorge, etwas zu verpassen, größer als mögliche Bedenken, ein Wagnis einzugehen.
Raus aus der Komfortzone
Susanne Mendack hat sich das Lebensmotto von Pippi Langstrumpf zu eigen gemacht: „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Weil sie schon in der Schule gerne geschrieben hat, sprang die Wahl-Düsseldorferin mit 27 Jahren ins kalte Wasser, kündigte ihren Job in einer Werbeagentur („Meine Eltern waren nicht begeistert“) und beschloss, Reisejournalistin zu werden. Der Versuch gelang: Heute ist sie Gründerin und Chefin eines Medienbüros sowie Herausgeberin verschiedener Magazine.



Viel öfter anderen Mut machen
Über den eigenen Schatten springen, flexibel sein, gewohnte Perspektiven verlassen, resilient sein und keine Angst vor Neuerungen – beispielsweise KI – oder vor Misserfolgen haben: Das seien wichtige Eigenschaften, die den Unternehmergeist beflügeln. Die Mutmacherinnen und Mutmacher zeigten, unterstützt von zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum, was möglich ist, wenn Menschen entschlossen handeln, Verantwortung übernehmen und einfach anfangen. Weil Mut ihrer Meinung nach das Miteinander, unsere Gesellschaft und die Wirtschaft voranbringt, sind sie entschlossen, auch anderen Mut zu machen. „Wir müssen viel mehr dafür werben – vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Elternhaus und in der Schule –, dass Unternehmertum bereichernd ist und neue Aspekte möglich sind“, so der einhellige Tenor.
Das Fazit des ersten Backspace-Salons: Nicht auf Veränderung warten – sie stattdessen gestalten. Denn Mut macht den Unterschied.



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