Düsseldorf Connect: Internationale Studierende treffen auf den Mittelstand

Aus der IHKDüsseldorf Connect: Internationale Studierende treffen auf den Mittelstand

Internationale Studierende bringen Kompetenzen mit, die Unternehmen dringend benötigen. Wie beide Seiten zusammenfinden, zeigte die Premiere von Düsseldorf Connect – mit persönlichen Begegnungen, praxisnahen Workshops und neuen Karriereperspektiven.

Autorin: Alexandra von Hirschfeld; © Wilfried Meyer; Stand 11/2026

Wie finden Unternehmen und internationale Nachwuchstalente zueinander? Bei der Premiere von Düsseldorf Connect trafen rund 300 internationale Studierende auf 25 Unternehmen und zahlreiche Beratungsinstitutionen. Ziel war es, berufliche Perspektiven aufzuzeigen und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen als attraktive Arbeitgeber sichtbar zu machen.

Potenziale für Mittelstand und Studierende

Welche Chancen bietet die Region internationalen Nachwuchskräften? Darüber diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Arbeitsagentur zum Auftakt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen lenkte den Blick auf die regionale Unternehmenslandschaft: „In Düsseldorf und im Kreis Mettmann gibt es rund 20.000 kleine und mittlere Unternehmen, die spannende berufliche Perspektiven bieten.“ Gerade diese Betriebe könnten von den Sprachkenntnissen, Qualifikationen und internationalen Netzwerken der Studierenden profitieren. Annette Klerks, stellvertretende Leiterin der Wirtschaftsförderung Düsseldorf, unterstrich die Bedeutung internationaler Talente für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts: „Einer der wichtigsten Faktoren, die internationale Unternehmen nach Düsseldorf ziehen, ist der Zugang zu internationalen Fachkräften.“ Wer bereits hier studiere, habe einen entscheidenden Vorteil. Daniel von der Heiden vom Amt für Migration und Integration betonte die gesellschaftliche Dimension: „Internationale Talente sind in Düsseldorf mehr als willkommen.“ Sie bereicherten die Stadt wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich. Birgitta Kubsch-von Harten, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf, hob die Zusammenarbeit hervor: „Entscheidend ist es, unsere unterschiedlichen Angebote miteinander zu verbinden, damit abgestimmte Lösungen für Unternehmen und junge Menschen entstehen.“

Unternehmen setzen auf Internationalität

„Mit Düsseldorf Connect wollen wir internationale Studierende und den Mittelstand gezielt zusammenbringen und neue Möglichkeiten für die Fachkräftesicherung eröffnen“, erklärt Theresa Proyer, Referentin für Internationale Fachkräftesicherung bei der IHK Düsseldorf. Wie groß der Bedarf ist, zeigte sich an den Unternehmensständen. Steffen Wiegand, Commercial Director Germany der GO-ON Group, sucht internationale Persönlichkeiten für den Vertrieb. „Die kulturelle und sprachliche Verbindung zwischen Deutschland und anderen Ländern ist für uns geschäftlich hochinteressant.“ Erste vielversprechende Gespräche hatte er bereits geführt. Auch Cristian Heuser von der Finanzberatungsgesellschaft Plansecur sucht Nachwuchskräfte, die internationale Kunden in deren Muttersprache beraten können. „Neben Sprachkenntnissen und Fachwissen brauchen wir vor allem soziale Intelligenz. Man muss echtes Interesse am Leben der Kunden haben.“ Hospitationen und Förderprogramme erleichtern den Einstieg.

Praxiswissen und persönliche Kontakte

Neben dem Networking bot Düsseldorf Connect Beratung zu Bewerbungen, Aufenthaltsrecht und Arbeitsmarktzugang. In verschiedenen Workshops ging es um den Berufseinstieg, Karrierechancen im Vertrieb und künstliche Intelligenz im Unternehmensalltag.

Birgitta Kubsch-von Harten, Leiterin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, ist begeistert vom großen Interesse der internationalen Studierenden an Düsseldorf Connect, hebt aber auch das Interesse der Düsseldorfer Wirtschaft an dieser Zielgruppe hervor. „Düsseldorf ist eine junge, aber auch internationale Stadt, was sich in den Unternehmen und ihrem Interesse an Talenten aus aller Welt spiegelt. Dieses Event ist ein gutes Beispiel und ein toller Auftakt dafür, im Netzwerk und gemeinsam gut qualifizierte junge Menschen aus dem Ausland an Düsseldorf und die Region zu binden.“

Wie diese Unterstützung konkret aussehen kann, zeigte Michaela Hogrefe von der Agentur für Arbeit am Beispiel von EURES. Das europäische Netzwerk der Arbeitsverwaltungen hilft Menschen, die in einem anderen europäischen Land arbeiten möchten, und Unternehmen, die Fachkräfte aus Europa suchen – etwa durch Beratung und die Förderung von Sprachkursen.

Unterschiedliche Erwartungen, gemeinsame Chance

Nastia, Masterstudentin im Bereich Business Analytics, suchte einen Unternehmenspartner für ihre Abschlussarbeit. Besonders hilfreich fand sie den Lebenslauf-Check: „Es ist wirklich hilfreich, meinen Lebenslauf einmal aus deutscher Perspektive beurteilen zu lassen.“ Minahil, Studentin der American Studies an der Heinrich-Heine-Universität, interessierte sich für berufliche Möglichkeiten im Content Management. „Ich möchte vor allem verstehen, welche Anforderungen deutsche Unternehmen stellen.“ Oliver aus Vietnam, Doktorand am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien, erkundete den regionalen Arbeitsmarkt. Er hätte sich allerdings mehr Unternehmen aus dem Ingenieurwesen gewünscht.

Austausch mit Perspektive

Beim abschließenden Format „Unternehmen unter sich“ tauschten sich Arbeitgeber über die Beschäftigung internationaler Fachkräfte und rechtliche Rahmenbedingungen aus.

Die erste Bilanz fiel positiv aus. „Die Resonanz ist ausgesprochen positiv – sowohl bei den internationalen Studierenden als auch bei den Unternehmen. Es finden intensive Gespräche statt, die Unternehmensstände sind stark frequentiert und die Workshops werden sehr gut angenommen“, freute sich Theresa Proyer über die Premiere.


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