„Ich werde Chefin!“ – Girls‘ Day bei dem Einrichtungshaus molitors

Regionale WirtschaftAus den Unternehmen„Ich werde Chefin!“ - Girls' Day bei dem Einrichtungshaus molitors

Marie Leukers, die gemeinsam mit ihrem Partner Philipp Reiter seit 2020 in der fünften Generation das Ratinger Einrichtungshaus molitors als Geschäftsführerin leitet, nahm zum ersten Mal an diesem IHK-Format teil. „Ich war sofort überzeugt von dem Konzept. Ich finde es wunderbar, jungen Mädchen zeigen zu können, was es heißt, Chefin zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wollte ich ihnen auch unseren vielseitigen Arbeitsalltag näherbringen.“ Denn das Einrichtungshaus vereint ganz unterschiedliche Bereiche – es geht um den Einkauf von Waren, die Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern, aber auch um Beratung, die Entwicklung von Konzepten und Marketing. „Ich wollte unsere Türen öffnen, um zu zeigen, was hier passiert.“

Und das tat sie nun gemeinsam mit zwei Kolleginnen, die den interessierten Schülerinnen all diese Bereiche und die Räumlichkeiten vorstellten. Es gab viel Zeit für Kreativität, die Entwicklung von eigenen Ideen und den Bereich der Rhetorik. „Außerdem luden wir die Mädchen beim sogenannten `ehrlichen Talk´ dazu ein, über ihre eigenen Erwartungen und Ängste zu sprechen. Wir sind überrascht und dankbar dafür, wie offen und vertrauensvoll wir uns hier austauschen konnten.

Ich war sofort überzeugt von dem Konzept. Ich finde es wunderbar, jungen Mädchen zeigen zu können, was es heißt, Chefin zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Marie Leukers

So ist der Girls‘ Day für alle Seiten ein Gewinn. Das macht Katarina Blattner, Bereichsleitung Fachkräftesicherung Standortpolitik bei der IHK Düsseldorf, ganz deutlich: „Formate wie der Girls’ Day sind ein wichtiger Hebel, um frühzeitig mit Rollenklischees in der Berufsorientierung zu brechen. Noch immer beeinflussen stereotype Vorstellungen die Berufswahl junger Menschen stark. Der Girls’ Day setzt genau hier an, indem er praktische Einblicke in Berufe ermöglicht, die viele Mädchen sonst nicht in Betracht ziehen würden.“

Als besonders wertvoll bewertet sie den direkten Kontakt zu Unternehmen und Vorbildern: Wenn Schülerinnen erleben, wie vielfältig Berufsbilder tatsächlich sind oder Unternehmerinnen persönlich kennenlernen, entsteht oft erst das Vertrauen, neue Wege zu gehen. Solche Formate leisten damit nicht nur einen Beitrag zur individuellen Orientierung, sondern auch zur Fachkräftesicherung sowie zu mehr Diversität in der Wirtschaft insgesamt.

„Die IHK übernimmt hier eine zentrale Rolle als Vernetzerin und Impulsgeberin zwischen Wirtschaft, Bildung und Nachwuchs. Sie bringt Unternehmen, insbesondere Unternehmerinnen, mit Schülerinnen zusammen und schafft so konkrete Begegnungen, die inspirieren und Perspektiven eröffnen“, so Katarina Blattner weiter. Mit Initiativen wie der Girls‘ Day-Aktion „Ich werde Chefin!“ macht die IHK das Unternehmertum für junge Frauen greifbar, indem sie direkte Einblicke in den Alltag von Gründerinnen, Nachfolgerinnen, Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften ermöglicht.

Ziel ist es, frühzeitig ein Interesse an Selbstständigkeit zu wecken und langfristig den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Auch Marie Leukers betont: „Solche sichtbaren, weiblichen Vorbilder würden die Bereitschaft von Frauen, selbst Führungsverantwortung zu übernehmen, sicher erhöhen. Davon bin ich überzeugt, und gerade deshalb ist der Girls‘ Day so wichtig.“

Bei molitors lernten die Mädchen, was es heißt, Chefin sein und Verantwortung für ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden zu tragen. „Ich selbst genieße das sehr. Ich kann heute Nachmittag meine Entscheidung treffen. Ich finde es wunderbar, dass ich es selbst in der Hand habe“, sagt Marie Leukers weiter. „Genau das ist dieser Gedanke, den wir den Mädchen weitergeben wollten.“ Dazu gehören Mut und Risikobereitschaft, aber auch Selbstvertrauen. „Natürlich brauche ich eine gewisse Resilienz. Ich weiß, dass ich vieles kann, aber eben nicht alles. Das ist auch nicht nötig; dazu habe ich ein Team. Ich weiß, wer was kann, muss aber gut orchestrieren.“ Insofern ist Teamarbeit wichtig, wenn ich als Chefin anerkannt und erfolgreich sein will.

Die Schülerinnen ließen sich begeistern und mitreißen. „Wenn sich ein paar Mädchen nun vorstellen können, in eine Führungsposition zu gehen, freue ich mich. Dann war dieser Tag erfolgreich.“

NEUES AUS DER RUBRIK