Schnell, flexibel, konkret – Was Unternehmen an Startups schätzen

Aus der IHKSchnell, flexibel, konkret – Was Unternehmen an Startups schätzen

Bei der dritten Auflage des Future Tech Festivals im Areal Böhler brachte die IHK Düsseldorf etablierte Unternehmen mit Startups zusammen, die Lösungen für mehr Sicherheit entwickelt haben. Beim regen Austausch wurde klar, was Startups für potenzielle Partner besonders attraktiv macht.

Es herrschte eine flirrende Atmosphäre in der weitläufigen ehemaligen Fabrikhalle auf dem Areal Böhler, das seit drei Jahren Schauplatz der größten deutschen B2B-Messe ist, dem Future Tech Festival. Als Abschluss der Düsseldorfer Startup Week, die Gründerinnen und Gründer mit etablierten Playern vernetzt und den Ideenaustausch in einer der dynamischsten Startup-Regionen Deutschlands fördert, zieht es mehr als 5000 Besucher an, denen mehr als 300 Start-ups ihre Geschäftsidee präsentieren. Dazu kommen prominente Speaker und diverse Panels, in denen es um die Frage geht, wie Start-ups und Wirtschaft, vor allem aus dem Mittelstand, ihre Potenziale bündeln können.

Die IHK Düsseldorf war als Partner der Startup Week mittendrin und bot gemeinsam mit dem TechHub K67 an ihrem Stand drei ausgesuchten Startups aus der Region – ApexSignal, Boniforce und MEGATECH Operations – die Chance, direkt mit Vertretern großer Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Jan Ole Wulfken aus Meerbusch, Gründer von ApexSignal, das unter anderem mit Hilfe moderner KI-Tools die geopolitischen Rahmenbedingungen für Unternehmen analysiert und daraus Empfehlungen für Investitionen ableitet, zeigt sich begeistert. „Das hier ist ein tolles Format, weil es uns Sichtbarkeit verschafft und die Möglichkeit bietet, konkret zu erfahren, wie Unternehmen aus dem Mittelstand mit geopolitischen Einflüssen umgehen und welchen Bedarf an Unterstützung es gibt“, sagte der 25-Jährige. Zudem habe die IHK große Expertise in der Einordung politischer Krisen und deren Einfluss auf Unternehmen.

„Die IHK hat ein super Netzwerk, das schafft Vertrauen“

Auch Thanh Cao Nguyen (45) aus Haan, Gründer des Startups Boniforce, das mithilfe moderner technologischer Methoden Bonitätsprüfungen von potenziellen Geschäftspartnern und Kunden anbietet, um Zahlungsausfälle zu vermeiden, sieht in der Präsenz auf dem IHK-Stand eine große Chance. „Die IHK hat ein super Netzwerk, das schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist einer der Schlüsselfaktoren unseres Geschäftsmodells. Sie ist außerdem ein wichtiger Multiplikator, um Kontakte zu kleineren und mittleren Unternehmen zu knüpfen, die von unserem Angebot enorm profitieren können“, sagte der Unternehmer.

Mit welchen Sicherheitsrisiken sich Unternehmen heute konfrontiert sehen und welche Lösungen sie von Startups erwarten, zeigte sich im IHK-Panel-Talk „Security Changes X Startup Solutions“. Dr. Nikolaus Paffenholz, Geschäftsführer Unternehmensservice der IHK Düsseldorf, begrüßte dazu Sylke Mokrus, Vice President Innovation bei Securitas Deutschland, Manfred Verholen, Manager Corporate Security bei Vodafone, Timo Messerschmidt, Head of Facility Management bei Uniper und Marcus Markowicz, International Key Account Manager bei CES, C.Ed. Schulte GmbH.

„Bombardiert uns nicht mit technischen Details, sondern damit, wie ihr genau helfen könnt“

„Gerade die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie gefährdet und anfällig unsere kritische Infrastruktur ist und wie zentral das Thema Sicherheit für Unternehmen ist“, sagte Paffenholz zum Einstieg. Auf seine Frage, welche Rolle Startups bei der Lösung des Problems einnehmen könnten, war die Antwort der Panel-Teilnehmer ähnlich: eine große, aber sie müssen bestimmte Bedingungen erfüllen. „Bedrohung ist inzwischen Teil unseres Alltags“, sagte Timo Messerschmidt. Ob in Form von Drohnen oder Cyberangriffen, jedes Unternehmen müsse sich gegen wiederkehrende Angriffe zur Wehr setzen. Nicht alle hätten dafür die personellen oder technologischen Ressourcen, was Startups eine Chance biete. „Sie können sich auf ein Problem spezialisieren und konkrete Lösungen anbieten“, sagte Marcus Markowicz. Während in großen Unternehmen Entscheidungsprozesse manchmal länger dauerten, könnten Startups schnell und flexibel agieren.

Wichtig sei dabei, betonte Sylke Mokrus, dass die Startups stets die Interessen der Kunden im Blick hätten. „Bombardiert uns nicht mit technischen Details, sondern damit, wie ihr genau helfen könnt.“ Es spiele keine Rolle, ob das Startup aus einer Person oder 50 bestehe, sondern darum, ob es in seinem spezifischen Feld kompetent und verlässlich sei. Ein weiter wichtiger Faktor ist Skalierbarkeit. „Können wir damit schnell viele Kunden erreichen?“ sei einer der zentralen Fragen bei möglichen Kooperationen mit Startups, sagt Manfred Verholen von Vodafone, das mit seiner Initiative Uplift gezielt die Kooperation mit Startups sucht. In die auf Englisch geführte Debatte schaffte es ein deutscher Begriff, der den Anspruch der Unternehmen ganz gut zusammenfasst: „Augenhöhe“. „Lasst uns gemeinsam klare Ziele formulieren, dann entsteht eine echte Partnerschaft“, betonte Sylke Mokrus.

„Wenn uns eine Idee überzeugt, sind wie gerne bereit, das Startup zu unterstützen“

Im Anschluss an die Diskussion trafen die Teilnehmer am Stand der IHK Düsseldorf und des TechHub K67 auf die Vertreter der drei Startups und waren schnell in Gespräche vertieft, nachdem die Gründer ihre Geschäftsidee in kleinen Pitches an ihren Laptops vorgestellt hatten. Für Marcus Markowicz sind sowohl die IHK als auch das TechHub ein „Nährboden für unseren Anspruch, innovative Partner zu finden, die uns ihrem speziellen Segment unterstützen können.“ Sein Unternehmen agiere dabei gern als Steigbügelhalter, wie er es nannte. „Nicht alle schaffen den Sprung vom Startup zum etablierten Unternehmen. Wenn uns eine Idee überzeugt, sind wir gern bereit, mit unseren Ressourcen und unserer Expertise zu unterstützen“, sagt der Key-Account-Manager. Schließlich profitierten davon beide Seiten.


Was bewegt die Gründungsszene? Weitere spannende Highlights finden Sie hier.

NEUES AUS DER RUBRIK