Britta Kutz: Mein Corona-Jahr 2020

Serie: Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem IHK-Bezirk berichten, wie sie mit Corona umgehen und welche Hoffnungen und Erwartungen sie jetzt haben

Text: Dagmar Haas-Pilwat, Foto: Andreas Endermann

Alles war gerade wieder im Aufschwung, die Belegung stieg, das neu inszenierte Restaurant Kö59 war gut besucht. „Dann hat uns der zweite Lockdown um Monate zurückgeworfen“, berichtet Britta Kutz. Vor vier Jahren ist sie aus Asien ins Rheinland zurückgekommen und managt das Hotel InterContinental an der Königsallee.
Seit es die Herausforderungen wegen und mit Corona gibt, sei es so, als ob sie jeden Monat ein neues Haus eröffnet und fast täglich grundlegende Entscheidungen anstehen. „Veränderungen finde ich erst mal nicht schlecht“, sagt die 48-Jährige. Aber die derzeitige Lage – für die es keine Blaupause gibt – sei anstrengender, fordernder als alles zuvor in ihrem Berufsleben.
Britta Kutz vermisst Planungssicherheit. „Für die Budgets 2021 hätte ich gerne eine Glaskugel.“ Das Gefühl, so fremdbestimmt zu sein, empfindet sie als „Entmachtung“. Besonders schwierig war es für sie, die 150 Mitarbeiter in die Kurzarbeit zu schicken. „Bei der Verkündung zitterte meine Stimme.“

„Wir sind noch familiärer geworden“

Gleichzeitig spürt sie das Positive, wie die Krise den Teamgeist beflügelt: „Wir sind noch familiärer geworden.“ Diese Geborgenheit genießt sie auch zu Hause: „Die Familie ist mein Anker“. Ihr Mann kümmert sich um den Haushalt. Während sie täglich im Hotel ist, ist er für die elf Jahre alte Tochter da und natürlich für „Jupp“. Der Vierbeiner – Rhodesian Ridgeback – hält alle auf Trab und braucht viel Auslauf. „Wenn ich morgens mit Jupp allein durch Wald und Wiesen laufe, denke ich oft: Wie privilegiert sind wir, wie gut geht es uns doch in vielerlei Hinsicht in Deutschland.“

Steckbrief

Name: Britta Kutz
Alter: 48
Unternehmen: IHG InterContinental Hotels Group
Gründung: 1946 als Tochter von Pan Am
Herausforderung durch Corona: Extreme Veränderungen der Geschäftsgrundlage, Schadensbegrenzung statt Erfolgsmeldungen.

Lösung bisher: Flexibel bleiben, als Chefin Gefühle zulassen und authentisch bleiben

Ebenfalls in der Serie „Mein Corona-Jahr 2020“

Über dieses Thema haben wir auch im IHK Quarterly 04/2020 berichtet.

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