Das Startup MEGATECH arbeitet an einer Daten-Lösung für Blaulicht-Organisationen.
Autor: Daniel Boss; © AdobeStock; Stand 08/2026
Wer häufiger TV-Krimis oder Dokumentationen über den Feuerwehralltag schaut, kennt die Arbeit nach dem Einsatz: Berichte müssen geschrieben, Abläufe dokumentiert und Entscheidungen nachvollziehbar gemacht werden. Was dabei selten zu sehen ist: Viele dieser Informationen waren während des Einsatzes längst vorhanden. Genau dort setzt das Düsseldorfer Technologieunternehmen MEGATECH an. Mit dem Kernprodukt Nexus macht es Informationen bereits während des Einsatzes nutzbar und schafft damit eine Grundlage für Lagebewertung, Entscheidungen und die anschließende Dokumentation.
Wenn aus Daten entscheidende Informationen werden
„Dahinter steckt ein Problem, das mit zunehmender Digitalisierung eher größer als kleiner wird“, erklärt Unternehmensgründer und CEO Jim Bröchler. „Moderne Einsatztechnik liefert immer mehr Daten. Die schwierige Aufgabe, daraus das Wesentliche zu erkennen, Zusammenhänge herzustellen und Informationen zu priorisieren, bleibe jedoch beim Menschen. „Wir wollen die Technologie zwischen die Daten und den Menschen setzen und dafür sorgen, dass aus tausend Informationen genau das verständlich wird, was in diesem Moment relevant ist“, so Bröchler.
Den Anfang macht die Funkkommunikation. „Statt Funksprüche manuell mitzuschreiben und Informationen aus verschiedenen Systemen selbst zusammenzuführen, sollen Einsatzkräfte schneller erkennen können, was passiert, wie Ereignisse zusammenhängen und welche Informationen für die nächste Entscheidung relevant sind.“
Entwicklung unter realen Einsatzbedingungen
Eine erste Version von Nexus wird bereits gemeinsam mit einer etablierten deutschen Hilfsorganisation unter realen Einsatzbedingungen erprobt. „Wir fangen bewusst dort an, wo heute ein großer Teil der operativen Information entsteht“, sagt Bröchler. „Unser Ziel ist, das Fundament von Anfang an gemeinsam mit der Praxis zu bauen, unter realen Bedingungen zu testen und auf dieser Basis konsequent weiterzuentwickeln.“ Er betont: „Für MEGATECH ist diese Nähe zum Einsatz kein späterer Validierungsschritt, sondern Teil der Entwicklungsstrategie.“
Junges Gründerteam setzt auf Tempo
Als das Startup im Juli dieses Jahres gegründet wurde, hatte Nexus den Weg aus der Theorie bereits hinter sich. Die praktische Erprobung war zu diesem Zeitpunkt bereits vorbereitet. Das Team setzt bewusst auf Tempo. Bröchler ist 21 Jahre alt und baut das Unternehmen parallel zu seinem dualen Studium auf. Gemeinsam mit Entwicklungsleiter Gautam Prasad treibt er MEGATECH voran. Während Bröchler den unternehmerischen Aufbau verantwortet, liegen Forschung und technologische Entwicklung bei Prasad. Unterstützt wird das Team von Fachleuten und Partnern aus dem Netzwerk.
„Es ist eine besondere Erfahrung, etwas Neues zu entwickeln, das nicht nur Organisationen unterstützt, sondern letztlich auch dabei helfen kann, Menschen zu schützen und wichtige Informationen im Blick zu behalten. An so etwas zu arbeiten, ist unglaublich erfüllend“, sagt Prasad.
Düsseldorf als Standort für Technologie und Vernetzung
Düsseldorf bietet dem Unternehmen dafür ein Umfeld, das Bröchler als klaren Standortvorteil sieht. Mittelstand, Konzerne, öffentliche Akteure und eine wachsende Technologieszene liegen hier teilweise nur wenige Kilometer voneinander entfernt. „Wenn man ambitionierte Technologie bauen will, ist diese Nähe unglaublich wertvoll“, so der Unternehmer.
Am 10. September präsentiert sich MEGATECH beim Future Tech Festival auf dem Areal Böhler in Düsseldorf. Beim IHK-Panel „Security Challenges x Startup Solutions“ treffen dort Unternehmen und Technologieanbieter aufeinander, um über konkrete Herausforderungen rund um Sicherheit und Resilienz zu diskutieren.
Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.
Technologische Souveränität als strategisches Ziel
„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass technologische Abhängigkeit auch strategische Abhängigkeit bedeutet. Europa hat genug Forschung, Industrie und Talent, um kritische Technologien selbst zu entwickeln. Wir müssen nur wieder den Anspruch haben, sie nicht ausschließlich von anderen zu kaufen“, so Bröchler.
Sein Blick geht über Deutschland hinaus. Internationale Vernetzung sieht er vor allem als Möglichkeit, Märkte früh zu verstehen, Beziehungen aufzubauen und neue Impulse in die Entwicklung von MEGATECH einfließen zu lassen. Besonders London rückt dabei früh in den Blick. Dort erweitert das Unternehmen gezielt sein internationales Netzwerk.
Gründen heißt machen: Dieser Beitrag ist Teil unserer Themenwoche Gründung.


