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Emissionsfrei durch die Innenstadt

Der Logistiker Dachser setzt im Herzen von Düsseldorf voll auf E-Mobilität. Das Fazit nach den ersten Monaten fällt durchweg positiv aus.

Autor: Daniel Boss; Stand 05/2026

Wer den Namen Dachser hört, denkt vermutlich nicht sofort an Transporte per Lastenrad. Dabei nutzt der Logistikkonzern mit Hauptsitz im Allgäu schon seit einigen Jahren die dreirädrigen Gefährte für Belieferungen in Innenstädten. In Düsseldorf ist das Lastenrad mit E-Unterstützung nun auch Teil eines Großprojekts unter dem Titel „DACHSER Emission-Free Delivery“: Seit Anfang des Jahres werden ungekühlte Waren mit batterieelektrischen Fahrzeugen und einem elektrisch unterstützten Lastenrad zugestellt und abgeholt. Das Gebiet umfasst mehrere zentrale Stadtbereiche, darunter die Altstadt sowie angrenzende Viertel und deckt insgesamt fünf Postleitzahlen ab: von 40210 bis 40215.

„Wir wollen zeigen, dass emissionsfreie Innenstadtlogistik nicht nur ein Pilotversuch ist, sondern im Alltag funktioniert“, sagt Christof Sommer, General Manager beim Dachser-Logistikzentrum Niederrhein in Neuss. Damit beschreibt er den Anspruch hinter dem Projekt, das in seiner Konsequenz weit über viele Einzelinitiativen hinausgeht. Kern des Konzepts ist eine abgestimmte Fahrzeugflotte: Ein 7,5-Tonnen-Elektro-Lkw, ein elektrischer Transporter sowie das Rad mit einer Nutzlast von bis zu 300 Kilogramm kommen zum Einsatz. Gerade in engen Straßen und hochfrequentierten Lagen spielt das Dreirad seine Vorteile aus. Sechs bis sieben große Zustellungen pro Tag seien kein Problem. „Das Lastenrad ist für uns kein Marketinginstrument, sondern ein integraler Bestandteil effizienter Zustellung“, erklärt Sommers Kollege Ricardo Guerreiro Gonçalves, der das Projekt von Anfang an begleitet.

Die Bandbreite der transportierten Güter ist groß. Neben Industriewaren und klassischen Handelsgütern werden auch Produkte für Gastronomie und Einzelhandel ausgeliefert. „Von Körperpflegeartikeln, die in Düsseldorfer Stores gebracht werden, bis zu Champagnerlieferungen für Party-Locations in der Altstadt – wir können heute nahezu alles emissionsfrei bewegen, und zwar schnell und zuverlässig“, so Guerreiro Gonçalves. Bereits heute werden rund 98 Prozent der Lieferungen innerhalb der Zone ohne Dieselmotor abgewickelt. „Bei uns steht nicht nur emissionsfrei drauf – wir setzen das konsequent um“, betont Sommer.

Die logistische Basis liegt in Neuss. Dort werden die Fahrzeuge mit Ökostrom geladen, mehrere Ladepunkte sichern die Einsatzbereitschaft. Sind die Batterien voll, geht es über den Rhein in die Landeshauptstadt. Mit insgesamt 230 Fahrzeugen am Niederrhein-Standort befindet sich die Flotte am Beginn eines Wandels: Zehn Fahrzeuge sind bereits elektrifiziert, weitere sollen folgen. „Wir prüfen verschiedene Technologien, um langfristig flexibel und zukunftssicher aufgestellt zu sein“, sagt Guerreiro Gonçalves. Zudem setzt das Unternehmen auf gezielte Fahrerschulungen. „Unsere Eco-Driver-Trainings helfen, Energieverbrauch und Verschleiß messbar zu reduzieren“, erklärt Sommer. Gerade in Zeiten horrender Dieselpreise sei das auch ökonomisch eine sinnvolle Maßnahme.

Das Düsseldorfer Projekt ist Teil einer größeren Strategie: Mit der Initiative „Emission-Free Delivery“ treibt Dachser die Dekarbonisierung urbaner Logistik voran. Stand heute wurde das Konzept schon in 25 Städten in ganz Europa umgesetzt. Auch für die Stadt ergeben sich konkrete Vorteile: weniger Emissionen, geringere Lärmbelastung und eine insgesamt entspanntere Verkehrssituation. „Die positiven Effekte sind im Alltag sichtbar und hörbar“, sagt Guerreiro Gonçalves. 

Die Wahl Düsseldorfs (neben Städten wie Berlin, Hamburg und München) ist strategisch begründet. Im Rahmen der Initiative „E-Trucks. NRW“ arbeitet das Dachser-Logistikzentrum Niederrhein daran, die eigene Flotte langfristig vollständig emissionsfrei auszurichten. Das Projekt gilt als wichtiger Zwischenschritt auf diesem Weg. Die nächsten Ausbaustufen sind bereits definiert: Zusätzliche Postleitzahlgebiete – darunter 40217, 40219 und 40233 – sollen integriert und weitere E-Fahrzeuge angeschafft werden. „Unser Ziel ist es, mittelfristig die gesamte Stadt emissionsfrei zu bedienen“, kündigt Sommer an. Langfristig habe man zudem das Umland im Blick, zum Beispiel den Kreis Mettmann. 

Auch wirtschaftlich sieht sich das Unternehmen bestätigt. „Emissionsfreie Zustellung ist für uns kein Zuschussgeschäft, sondern absolut wettbewerbsfähig“, betont Sommer. Als größte Herausforderung nennt Sommer allerdings den Ausbau der Infrastruktur: „Für weiteres Wachstum brauchen wir deutlich höhere Netzkapazitäten beim Laden.“ Hier seien insbesondere Kommunen und Energieversorger gefragt.


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