Interview: Was Gründende jetzt brauchen

Aus der IHKInterview: Was Gründende jetzt brauchen

Was entscheidet darüber, ob aus einer guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen wird? Tomi Pilipovic erklärt, warum Kundennähe oft wichtiger ist als der perfekte Businessplan – und welchen entscheidenden Vorteil Düsseldorf und der Kreis Mettmann Gründenden bieten.

IHK-Redaktion; © Adobe Stock; IHK Düsseldorf / Wull-Nickel; Stand 09/2026

Im Rahmen unserer Themenwoche „Gründung und Start-ups“ richten wir den Blick auf Menschen, Ideen und Rahmenbedingungen, die Unternehmertum möglich machen. Denn zwischen der ersten Geschäftsidee und einem Unternehmen, das sich dauerhaft am Markt behauptet, liegen viele Entscheidungen: Wie tragfähig ist das Geschäftsmodell? Wo finden Gründerinnen und Gründer ihre ersten Kunden? Welche Finanzierung passt – und wie gelingt der Schritt vom Konzept in den Markt?

Düsseldorf und der Kreis Mettmann bieten dafür besondere Voraussetzungen. Hier treffen internationale Unternehmen und Konzernzentralen auf einen innovativen Mittelstand, Hochschulen, Start-up-Hubs, Kapitalgeber und ein eng geknüpftes Netzwerk von Unterstützern. Doch was macht die Region tatsächlich zu einem guten Standort für Gründungen? Und worauf kommt es aus Sicht der Praxis an, damit aus einer guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen wird?

Darüber haben wir mit Tomi Pilipovic gesprochen. Im Interview erklärt er, warum gerade die Mischung aus Großunternehmen, Mittelstand und einem eng vernetzten Gründungsökosystem eine Stärke der Region ist, welche Fragen Gründerinnen und Gründer aktuell besonders beschäftigen – und warum am Ende vor allem eines zählt: Kunden zu gewinnen.

Tomi Pilipovic, was macht Düsseldorf und den Kreis Mettmann aus deiner Sicht zu einem besonders interessanten Standort für Gründerinnen und Gründer?

Unsere große Stärke ist für mich die Mischung. Düsseldorf ist international, stark im Dienstleistungs-, Digital- und Technologiesektor und Sitz zahlreicher Konzerne und Unternehmenszentralen. Direkt daneben steht im Kreis Mettmann ein starker, innovativer Mittelstand mit vielen Industrieunternehmen und Hidden Champions.

Für Gründerinnen und Gründer bedeutet das: Potenzielle Kunden, Kooperationspartner, Know-how und Netzwerke liegen buchstäblich vor der Haustür. Dazu kommt ein sehr eng vernetztes Gründungsökosystem mit kurzen Wegen zwischen Wirtschaftsförderungen, IHK, Hochschulen, Start-up-Hubs, Kapitalgebern und etablierten Unternehmen. Gerade für B2B-Start-ups ist diese Kombination enorm wertvoll. Und die Zahlen zeigen, dass das funktioniert: Düsseldorf und der Kreis Mettmann gehören inzwischen zu den gründungsstärksten Regionen landes- und bundesweit.

Mit welchen Fragen kommen Gründerinnen und Gründer derzeit besonders häufig auf dich zu – und haben sich die Herausforderungen verändert?

Viele Gespräche beginnen mit Fragen zu Finanzierung und Förderung, gehen aber sehr schnell einen Schritt weiter: Ist mein Geschäftsmodell wirklich tragfähig? Wer ist mein Kunde? Wie komme ich in den Markt und reichen meine finanziellen Reserven für die Anlaufphase?

Gerade in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld werden Finanzplanung, Liquidität und ein realistischer Marktzugang noch wichtiger. Gleichzeitig beschäftigen Gründerinnen und Gründer Themen wie Bürokratie, Steuern und regulatorische Anforderungen. Und natürlich verändert KI gerade sehr viel: Sie eröffnet neue Geschäftsmodelle, zwingt bestehende Ideen aber auch dazu, ihren tatsächlichen Mehrwert noch klarer zu definieren.

Meine Erfahrung ist deshalb: Eine gute Idee allein reicht nicht – entscheidend ist, sie früh am Markt zu testen und kaufmännisch sauber zu durchdenken.

Was brauchen Start-ups schließlich, damit aus einer guten Idee nachhaltiges Wachstum und wirtschaftlicher Erfolg werden können?

Vor allem brauchen sie Kunden. Wachstum entsteht nicht dadurch, dass eine Idee auf dem Papier überzeugt, sondern dadurch, dass sie ein relevantes Problem löst und jemand bereit ist, dafür zu bezahlen. Deshalb sind ein früher Markttest, ein klarer Kundennutzen und die Bereitschaft, das eigene Geschäftsmodell immer wieder anzupassen, so wichtig.

Danach braucht es die richtigen Ressourcen: Finanzierung, ein gutes Team und Zugang zu Know-how und Netzwerken. Gerade hier sehe ich eine große Stärke unserer Region. Wenn Start-ups mit Mittelstand, Industrie und Konzernen zusammenkommen, entstehen aus ersten Pilotprojekten Referenzen, Aufträge und im besten Fall Partnerschaften.

Genau diese Brücken müssen wir weiter stärken – denn aus Innovation wird erst dann wirtschaftlicher Erfolg, wenn sie auch in den Markt kommt.

Mehr erfahren: Gründungsangebote der IHK Düsseldorf entdecken.


Gründen heißt machen: Dieser Beitrag ist Teil unserer Themenwoche Gründung.

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