KI als konkreter Problemlöser

Aus der IHKKI als konkreter Problemlöser

Das IHK-Weiterbildungsangebot setzt voll auf den Nutzen im Betrieb.

Autor: Daniel Boss; (c) IHK Düsseldorf; Stand 08/2026

Karin Irene Welp ist sehr zufrieden mit dem von ihr geschaffenen KI-Agenten. Sie nennt ihn „mein Coach-Radar“. Dahinter verbirgt sich ein automatisches Akquise-Tool, das exakt auf die Bedürfnisse der Unternehmerin zugeschnitten ist. Als freiberufliche Organisationsentwicklerin und Business Coach sind für sie Unternehmen, die sich in Transformationsprozessen befinden oder solche planen, von besonderem Interesse. Bislang sei die Recherche nach potenziellen Kunden sehr aufwendig und mühevoll gewesen. „Da kamen schnell mehrere Stunden pro Woche zusammen.“ Zeit, die sie lieber in ihr Kerngeschäft, das Coaching von Menschen, investieren wollte. 

Mit diesem konkreten Anwendungsfall im Kopf meldete sich für den Zertifikatslehrgang „KI Business Manager“ der IHK Düsseldorf an. Bis dahin hatte sie lediglich dann und wann Chat GPT und Co. eingesetzt. Nun wollte sie die Anwendung der Technologie auf ein neues Niveau heben. „Entscheidend war für mich, dass es nicht beim theoretischen Wissen blieb“, nennt sie ihren damaligen Anspruch an den Kurs. Und ihre Erwartungen seien übertroffen worden. „Aus meiner Fragestellung ist ein KI-Agent entstanden, den ich direkt in die Praxis übertragen konnte. Heute unterstützt er mich dabei, potenzielle Kunden gezielter zu identifizieren und die Recherche und Ansprache effizienter vorzubereiten.“ Der dafür nötige Zeitaufwand sei auf einen Bruchteil zusammengeschrumpft.

KI-Weiterbildung: Vom Ausprobieren zur Anwendung im Unternehmen

Damit liefert Welp ein gutes Beispiel dafür, wie der professionelle Einsatz gelingen kann. Laut Dr. Kerstin Vorberg sind die Zeiten des unstrukturierten Ausprobierens der revolutionären Technologie vorbei. „Jetzt sind konkrete Mehrwerte für die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden gefragt“, so die IHK-Geschäftsführerin Berufliche Weiterbildung und des IHK-Forums mit Sitz an der Düsseldorfer Karlstraße. Denn KI-Tools stehen Unternehmen in großer Zahl zur Verfügung. Doch der Zugang zur Technologie allein schafft noch keinen betrieblichen Nutzen. „Entscheidend ist die Anwendungskompetenz“, betont Vorberg. Erst wenn Beschäftigte KI auf konkrete betriebliche Herausforderungen übertragen, wird aus dem Experiment ein Werkzeug, das Arbeitsprozesse verbessert. Genau dabei unterstützt das Weiterbildungsangebot der IHK, nach dem Motto: „Erfolgreicher KI-Einsatz beginnt beim Problem – nicht beim Tool“.

Insgesamt 20 verschiedene Lehrgänge mit mehr als 50 Startterminen weist das IHK-Programm für das laufende Jahr auf. Das Spektrum reicht von „KI-Manager/-in“ für Führungskräfte und Unternehmerinnen und Unternehmer über „KI-HR-Manager/-in“ und „KI-Online-Marketing-Manager/-in“ bis hin zu „KI-Daten-Manager/-in“ mit dem Fokus auf Risikomanagement und Compliance. Die Dozentinnen und Dozenten vereinen technische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen mit dem jeweiligen Fachwissen. Sie geben keinen „Frontalunterricht“, sondern zeigen den Teilnehmenden, wie sie ihren jeweiligen Herausforderungen am besten mittels KI begegnen können.

KI-Kompetenz wird für Unternehmen immer wichtiger

Die Zahlen belegen den steigenden Bedarf: 2026 bietet das Weiterbildungszentrum der IHK 56 Prozent mehr Kurse an als im vergangenen Jahr. Bereits 332 Personen wurden – Stand August – in den vergangenen Monaten gezählt. „Wir rechnen für dieses Jahr insgesamt mit bis zu 550 Teilnehmenden“, sagt Vorberg. 2025 waren es noch knapp 250 gewesen. Vertreten sind sämtliche Branchen, Fachrichtungen und auch Rollen im Unternehmen. Auch von diesem Austausch in einer heterogenen Gruppe habe sie profitiert, erzählt Teilnehmerin Welp. Zugleich gibt es fachspezifische Angebote, die sich beispielsweise ausschließlich an Interessierte aus dem Personalbereich wenden. Zudem wird das Programm laufend aktualisiert – wegen der rasanten technologischen Entwicklung und passend zur Nachfrage der Unternehmen, die regelmäßig abgefragt wird.

So zeigt eine Auswertung von rund 150 anonymisierten Antworten aus vier KI-Lehrgängen des IHK-Forums, worauf es ihnen beim Kompetenz Aufbau besonders ankommt: Orientierung, Transfer und Sicherheit. Gefragt sind ein Überblick über passende KI-Werkzeuge, die Übertragung auf konkrete betriebliche Aufgaben sowie Klarheit über rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen.

Mit KI und Weiterbildung dem Fachkräftemangel begegnen

Aus Sicht der IHK ist KI auch und nicht zuletzt eines der Mittel, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Durch Qualifizierungen im Bereich der KI können die Beschäftigten von heute die Fachkräfte von morgen werden“, sagt Vorberg. Es gibt noch einige Weiterbildungstermine in diesem Jahr. So findet etwa der nächste Zertifikatslehrgang „KI-Manager/-in (IHK)“ vom 30. November bis 10. Dezember

NEUES AUS DER RUBRIK