Neugierig und erwartungsfroh starteten die Schülerinnen und Schüler aus acht Klassen des Berufskollegs Niederberg in Velbert in einen Tag rund um die Berufsorientierung: Bei der Olympiade der Berufe, die im Rahmen der Schulhoftournee gemeinsam mit der IHK Düsseldorf als Initiatorin, Unternehmen und weiteren regionalen Akteuren stattfand, kamen Jugendliche und Ausbildungsbetriebe direkt miteinander ins Gespräch.
Autorin: Eva Rüther; © IHK Düsseldorf / Andreas Endermann; Stand: 09/2026
Ziel war die Vermittlung zwischen der Schülerschaft und potenziellen Ausbildungsbetrieben. Und genau dieses Vorhaben gelang richtig gut: Bei der Olympiade der Berufe trafen Schülerinnen und Schüler auf Ausbildungsbetriebe und Auszubildende. Hier konnten sie Berufe aus ganz unterschiedlichen Branchen an Praxisstationen kennenlernen und auch solche Fragen stellen, die sie sich vielleicht sonst nicht zu stellen trauen.
Technik nicht nur erklären, sondern erleben
Eine Besonderheit war der M+E-InfoTruck, der die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektro-Industrie vorstellte. An exemplarischen Arbeitsplätzen konnten die Jugendlichen technische Zusammenhänge unmittelbar kennenlernen und selbst ausprobieren. So ließ sich beispielsweise eine digital gesteuerte CNC-Fräsmaschine programmieren. Interaktive Aufgaben und Hintergrundinformationen auf Tablets ergänzten die Exponate. Berufsorientierung wurde damit nicht nur erklärt, sondern praktisch erfahrbar.


Wie wertvoll ein direkter Austausch ist, zeigte sich auch bei den Gesprächen zwischen Jugendlichen und Auszubildenden. Aziz Knynldar macht bei Fondium eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Auch er konnte sich in der zehnten Klasse noch nicht vorstellen, welchen beruflichen Weg er einschlagen wollte. Ein Ferienjob brachte ihn schließlich auf die Idee, diese Ausbildung zu beginnen.
Florine Wolters absolviert bei Edeka eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Sie stellte sich ebenfalls den Fragen der Jugendlichen und erzählte von ihren Erfahrungen: „Ich mag gerade den Umgang mit den Kundinnen und Kunden und die flexiblen Arbeitszeiten. Deshalb werbe ich gern für die Ausbildung“, sagt sie.


Photo: Andreas Endermann

Ein realistischer Blick auf den Arbeitsalltag
Solche persönlichen Einblicke können eine wichtige Orientierungshilfe sein. Denn gerade bei der Berufswahl geht es nicht nur um Informationen zu Ausbildungsberufen, sondern auch darum, ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag zu bekommen und herauszufinden, welche Tätigkeit zu den eigenen Interessen und Vorstellungen passt.
Eine wichtige Rolle bei der Berufsorientierung spielen auch die IHK-Übergangslotsen. Sie beraten Schülerinnen und Schüler individuell und begleiten sie auf dem Weg zu einem passenden Ausbildungsplatz. Dabei geht es nicht nur darum, offene Ausbildungsstellen zu finden, sondern vor allem darum, Jugendliche und Unternehmen gezielt zusammenzubringen. „Wir möchten ihnen Ausbildungsperspektiven aufzeigen und sehr gezielt den Kontakt zu Unternehmen fördern“, beschreibt Übergangslotsin Sarah Heritani ihre Rolle. „Wir beraten regelmäßig im Berufskolleg und bieten den Jugendlichen alle Möglichkeiten der Unterstützung – von der Bewerbung bis hin zur Kontaktaufnahme zum Unternehmen, deren firmenspezifische Anforderungen wir kennen.“
Übergangslotsen bauen die Brücke in die Ausbildung
Eine wichtige Rolle bei dieser Orientierung spielen die IHK-Übergangslotsen. Sie beraten Schülerinnen und Schüler individuell und begleiten sie auf dem Weg zu einem passenden Ausbildungsplatz. Dabei geht es nicht allein darum, freie Stellen zu finden. Entscheidend ist, Jugendliche und Unternehmen möglichst gezielt zusammenzubringen.
„Wir möchten ihnen Ausbildungsperspektiven aufzeigen und sehr gezielt den Kontakt zu Unternehmen fördern“, beschreibt Übergangslotsin Sarah Heritani ihre Aufgabe. „Wir beraten regelmäßig im Berufskolleg und bieten den Jugendlichen alle Möglichkeiten der Unterstützung – von der Bewerbung bis hin zur Kontaktaufnahme zum Unternehmen, deren firmenspezifische Anforderungen wir kennen.“
Insgesamt sind vier Übergangslotsen an den sechs Berufskollegs in Düsseldorf und im Kreis Mettmann tätig. Zwei Tage pro Woche steht die Tür zum Büro von Sarah Heritani für die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Niederberg offen. Darüber hinaus können sie sich jederzeit auch online mit Fragen und Feedback an sie wenden.



Unterstützung für Jugendliche – und für Unternehmen
Von der Arbeit der Übergangslotsen profitieren nicht nur die Jugendlichen. Auch Unternehmen werden bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften unterstützt. Gemeinsam mit den Betrieben entwickeln die Lotsen Ansätze, um junge Menschen gezielter anzusprechen und für Ausbildung zu gewinnen.
Damit wird Berufsorientierung zugleich zu einem Instrument der Fachkräftesicherung: Je besser Jugendliche und Unternehmen zueinanderfinden, desto größer ist die Chance, Ausbildungsstellen erfolgreich zu besetzen und Nachwuchskräfte langfristig für die regionale Wirtschaft zu gewinnen.
„Unsere jährliche Schulhoftournee bringt die neuen Schülerinnen und Schüler zu Schuljahresbeginn mit den Übergangslotsen persönlich in Kontakt, stellt ihr Angebot vor und bereitet die Jugendlichen auf die Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche vor. Die heutigen Gespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern der Ausbildungsunternehmen und im M+E-InfoTruck bieten realistische Einblicke und fördern die Berufswahl“, sagt Ulla Backes, IHK-Ausbildungsberaterin.
Früh orientieren statt spät entscheiden
Auch Lars Bleibtreu aus der erweiterten Schulleitung des Berufskollegs Niederberg unterstreicht die Bedeutung des Formats: „Wir halten dieses Format der Berufsorientierung für sehr sinnvoll und sind froh, dass die IHK diese Veranstaltung organisiert. Es ist einfach sehr wichtig, dass sich die Schülerinnen und Schüler schon früh mit Ausbildung beschäftigen und sich orientieren.“
Wie wichtig diese frühe Orientierung ist, zeigt auch ein Blick auf den Ausbildungsmarkt: Im Juli standen 3.309 Bewerberinnen und Bewerber 3.041 betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber. Das steigende Interesse an einer Ausbildung trifft damit auf ein sinkendes Stellenangebot. Umso wichtiger wird es, Jugendliche und Unternehmen nicht nur über Stellenanzeigen zusammenzubringen, sondern persönliche Begegnungen zu schaffen.
Wo aus Berufsorientierung echte Kontakte werden
Die Olympiade der Berufe zeigt, wie das gelingen kann. Jugendliche erhalten konkrete Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder, probieren Tätigkeiten selbst aus und können ihre Fragen direkt an Auszubildende und Unternehmensvertreterinnen und -vertreter richten. Gleichzeitig entstehen erste Kontakte, aus denen Praktika, Bewerbungen oder später sogar Ausbildungsverhältnisse werden können.
Damit profitieren alle Seiten: Die Jugendlichen erhalten Orientierung und ein realistischeres Bild ihrer beruflichen Möglichkeiten. Unternehmen lernen potenzielle Nachwuchskräfte persönlich kennen. Und für die regionale Wirtschaft entstehen frühzeitig Verbindungen, die den Übergang von der Schule in die Ausbildung erleichtern – und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fach- und Arbeitskräftenachwuchses leisten.
Am 23. September geht unsere Schulhoftournee in die nächste Runde. Lernt spannende Berufe kennen, trefft Unternehmen und Azubis direkt vor Ort und findet heraus, welcher Ausbildungsweg zu euch passt. Vorbeikommen, ausprobieren, Zukunft entdecken!
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