Täuschend echte E-Mails, manipulierte Nachrichten und KI-generierte Inhalte machen es zunehmend schwieriger, glaubwürdige Informationen von Täuschungsversuchen zu unterscheiden. Mit dem kostenlosen digitalen Angebot „Stabil im Netz“ können Beschäftigte ihre Aufmerksamkeit in interaktiven Simulationen testen und den sicheren Umgang mit digitalen Risiken trainieren.
Text: IHK-Redaktion; © Adobe Stock / Anon; Stand 07/2026
Eine vermeintlich dringende Nachricht der Geschäftsführung fordert zu einer Überweisung auf. Eine professionell formulierte E-Mail führt auf eine täuschend echt nachgebildete Anmeldeseite. Oder im Internet verbreitet sich eine falsche Behauptung über das eigene Unternehmen. In solchen Situationen bleibt oft nur wenig Zeit, um Informationen zu überprüfen und angemessen zu reagieren.
Cyberangriffe, KI-gestützte Täuschungen und Desinformation betreffen deshalb nicht nur die IT-Abteilung. Ebenso wichtig sind die Aufmerksamkeit, das Urteilsvermögen und die Handlungssicherheit der Beschäftigten. Angreifer arbeiten gezielt mit Zeitdruck, vermeintlicher Autorität oder emotionalen Botschaften, um Menschen zu unüberlegten Handlungen zu bewegen. Mithilfe Künstlicher Intelligenz lassen sich solche Inhalte immer schneller erstellen und überzeugender gestalten.
Sicherheit beginnt im Arbeitsalltag
Technische Schutzmaßnahmen sind unverzichtbar. Sie müssen jedoch durch klare Prozesse und sensibilisierte Beschäftigte ergänzt werden. Wissen alle im Unternehmen, an wen sie verdächtige Nachrichten melden können? Werden ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen über einen zweiten, bekannten Kommunikationsweg überprüft? Und ist geregelt, wie das Unternehmen mit falschen oder manipulierten Informationen umgeht?
Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben häufig nur begrenzte zeitliche und personelle Ressourcen für umfangreiche Schulungen. Das digitale Bildungsangebot „Stabil im Netz – Der SicherheitsCheckNRW zu Desinformation, KI und Cybersicherheit“ setzt deshalb auf ein kompaktes und leicht zugängliches Format.
In interaktiven Simulationen können Beschäftigte typische Gefahrensituationen durchspielen, ihre Kompetenzen überprüfen und verbreitete Manipulationstaktiken kennenlernen. Das Angebot wird von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen kostenlos bereitgestellt und richtet sich insbesondere an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen.
Fünf Fragen für den betrieblichen Sicherheitscheck
Bereits mit fünf grundlegenden Fragen können Unternehmen prüfen, wie gut sie auf digitale Täuschungsversuche vorbereitet sind.
1. Gibt es einen festen Meldeweg?
Beschäftigte sollten wissen, an wen sie sich bei verdächtigen Nachrichten oder ungewöhnlichen Vorgängen wenden können.
2. Werden sensible Aufforderungen überprüft?
Zahlungsanweisungen, geänderte Kontodaten oder Anfragen nach vertraulichen Informationen sollten immer über einen bekannten zweiten Kanal bestätigt werden.
3. Dürfen Beschäftigte innehalten und nachfragen?
Zeitdruck ist ein häufig eingesetztes Mittel der Täuschung. Eine Unternehmenskultur, in der Rückfragen ausdrücklich erwünscht sind, kann Fehlentscheidungen verhindern.
4. Sind die Zuständigkeiten bei Desinformation geklärt?
Unternehmen sollten vorab festlegen, wer falsche Behauptungen bewertet, interne Informationen bündelt und über eine mögliche Reaktion entscheidet.
5. Wird vorhandenes Wissen praktisch erprobt?
Kurze und realitätsnahe Übungen helfen dabei, Warnsignale zu erkennen und das richtige Verhalten für den Ernstfall einzuüben.
Digitale Risiken realitätsnah erleben
Der SicherheitsCheckNRW verbindet die Themen Desinformation, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Statt Wissen ausschließlich theoretisch zu vermitteln, stellt das Angebot die Digitale Teilnehmenden vor simulierte Alltagssituationen. Dabei können sie unmittelbar überprüfen, wie sie digitale Inhalte bewerten, welche Warnsignale sie erkennen und an welchen Stellen besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist.
Für Unternehmen bietet der Check einen unkomplizierten Einstieg, um digitale Sicherheit im Team zum Thema zu machen. Er ersetzt weder technische Schutzmaßnahmen noch eine umfassende betriebliche Sicherheitsstrategie oder individuelle Beratung. Er kann jedoch helfen, Beschäftigte zu sensibilisieren, verbindliche Abläufe zu diskutieren und mögliche Wissenslücken sichtbar zu machen.
Zum Angebot:
Der kostenlose SicherheitsCheckNRW kann über „Stabil im Netz“ direkt gestartet werden.
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