Wie Gesundheitsinnovationen ihren Weg in den Markt finden

Aus der IHKWie Gesundheitsinnovationen ihren Weg in den Markt finden

Düsseldorf und die Region gehören mittlerweile zu bedeutenden Gesundheits- und Life-Science-Standorten in NRW. Um den Mitgliedsunternehmen aufzuweisen, wie ein Zugang gelingen kann, lud die IHK Düsseldorf gemeinsam mit der Düsseldorfer Wirtschaftsförderung im Rahmen des Branchentreffs Gesundheitswirtschaft zu diesem Abend ein.

Text: Eva Rüther; © Adobe Stock; Stand 7/2026

Branchentreff Gesundheitswirtschaft öffnete drei Türen

Die Gesundheitswirtschaft wird immer wichtiger. Deshalb hatte die IHK Düsseldorf bereits im Jahr 2018 den Branchentreff Gesundheitswirtschaft ins Leben gerufen – mit dem Ziel, Unternehmen der Gesundheitswirtschaft über relevante Themen zu informieren, eine Plattform für Austausch und konkrete Unterstützung zu geben. Gerade durch eine gemeinsame Stärkung der Region können sie ihre Chancen nutzen.

Dieser nächste Branchentreff nun wurde von Irina Kordon von der Wirtschaftsförderung und Niklas Schulte, Referent Dienstleistungen, IHK, moderiert und war treffenderweise mit „Drei Türen in die Anwendung – Gesundheitsinnovationen für Unternehmen in Düsseldorf“ überschrieben. Denn die Referenten stellten drei wichtige Aspekte vor: „Hochschulen sind eine sehr wichtige Quelle für Technologien und Expertise“, so öffnete Dr. Jürgen Walkenhorst, Manager Patente & Lizenzen von PROvendis, die „1. Tür: Zugang zu Technologien, Schutzrechten und Kooperationsmöglichkeiten“.

Hochschulen als Innovationspartner für Unternehmen

Schließlich kämen zehn Prozent aller europäischen Patente von Hochschulen. Insofern lohne sich eine Kooperation mit Hochschulen – und das in beide Richtungen: „Das Besondere ist, dass wir nicht nur den Transfer aus den Hochschulen heraus unterstützen, sondern gerade auch, wenn ein Unternehmen technische Probleme hat. Wir analysieren den Technologiebedarf und stellen den Kontakt zu einem akademischen Partner her.“

27 nordrhein-westfälische Universitäten und die im Jahr 2001 gegründete PROvendis bilden das Netzwerk innovation2business.nrw. Das Netzwerk fördert den Transfer von Wissen und Technologie in Wirtschaft und Gesellschaft und nutzt die eigenen Kontakte und Partner – unter anderem zur IHK Düsseldorf. Das Netzwerk wird vom Bundesland NRW finanziert und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

„Oft haben gerade kleinere Unternehmen, den Eindruck, dass es schwierig ist, in Kontakt zu kommen. Dabei gibt es so gute Brücken und Unterstützungsangebote in die Hochschulen“, so motivierte Dr. Jürgen Walkenhorst zur Kooperation.

Netzwerke und Förderung als Wegbereiter für Gesundheitsinnovationen

Gerade diese Unterstützungsangebote standen als „2. Tür: Wie Gesundheitsinnovationen in NRW Anschluss an Klinik, Netzwerk und Umsetzung finden“ im Vordergrund. „Viele Unternehmen haben hier noch wenig Erfahrung. Wir sehen uns als Lotse, damit sie in dieser hochkomplexen Welt mit Informationen und Möglichkeiten zum Beispiel zur Förderung den Überblick behalten können“, so beschrieb es Dr. Patrick Guidato Clustermananer von Cluster Medizin.NRW. Seit 2019 betreibt der DLR Projektträger das Cluster im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW.

„Wir werden Innovationen in der Medizin immer brauchen. Gerade deshalb ist das Marktpotential so groß.“ Cluster Medizin.NRW gelte als eine zentrale Kompetenzplattform, die Akteurinnen und Akteure in einer zukunftsfähigen Spitzenmedizin in NRW bei der Vernetzung, Innovation und Translation stärkt.

Neben unterschiedlichen Bereichen umfasse die Leuchtturm-Community unter anderem Expertinnen und Experten aller Karrierestufen; dies gelte als Basis für gemeinsame Projekte. Auch er machte die Bedeutung von Kooperationen und Netzwerken deutlich: „Es ist wichtig, dass die IHK Düsseldorf ihre Mitgliedsunternehmen unterstützt, um in einem auch hoch komplexen Bereich ihre Dienstleistungen und Produkte gut platzieren zu können. Genau deshalb kooperieren wir immer stärker mit IHKen in ganz NRW.“

Von der Idee zur Umsetzung: Fördermittel gezielt nutzen

Die 3. Tür schließlich öffnete Michael Seher, Prokurist des Düsseldorfer Innovations-, und Technologiezentrums, DITEC. Er referierte zum Thema „Welche Förder- und Unterstützungswege für Gesundheitsinnovationen wirklich passen“. Und auch er legte Wert auf das Brückenschlagen zwischen akademischer Exzellenz und wirtschaftlichem Erfolg.

Das Life Science Center Düsseldorf wurde auf Initiative der Stadt Düsseldorf und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gegründet und im Jahr 2003 offiziell eröffnet. Als ein Unternehmen der Stadt Düsseldorf und der Stadtsparkasse Düsseldorf betreibt das DITEC das gleichnamige Zentrum sowie das Life Science Center Düsseldorf in Düsseldorf-Bilk.
Auf einer Gesamtfläche von rund 21.000 Quadratmetern werden Startups Büros und Labore angeboten. Und natürlich geht es auch hier um ein weitreichendes Netzwerk.
An diesem Abend stellte Michael Seher besonders die Innovations- und Fördermittelberatung und die Forschungszulage vor. Nicht die Idee werde gefördert, sondern eine systematische Lösung, die sauber und strukturiert dokumentiert sein müsse. Deshalb rief er auch alle Teilnehmenden dazu auf, Innovationen und Ideen sehr penibel darzustellen.

Irina Kordon und Evgheniy Khavkin, Referent für Innovations-, Technologie und Startup-Beratung, IHK Düsseldorf, erklärten zum Abschluss, wer bei welchem Anliegen helfen könnte und gaben somit einige Orientierung für Unternehmen. Sie motivierten vor allem alle Gäste, mehr Verbindungen schaffen zu wollen und sich zu vernetzen, um sich letztlich gemeinsam Innovationspotenziale erschließen zu können.


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