Der Rhein führt historisch wenig Wasser. Für die Wirtschaft in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen wird das zunehmend zum Problem.
Autor: IHK-Redaktion; © Adobe Stock; Stand 8/2026
Binnenschiffe können aufgrund des Niedrigwassers teilweise nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung transportieren. Gerade für die Stahl-, Chemie-, Mineralöl- und Grundstoffindustrie ist das kritisch, denn schwere Güter und große Mengen werden bevorzugt über den Rhein bewegt.
Weniger Ladung pro Schiff bedeutet mehr Transporte – und höhere Kosten. Gleichzeitig müssen Unternehmen zunehmend auf Straße und Schiene ausweichen. Doch gerade in Düsseldorf trifft das auf eine ohnehin angespannte Verkehrsinfrastruktur.
Niedrigwasser und marode Rheinbrücken werden zum doppelten Engpass für die Wirtschaft
Wenn Schiffe aufgrund des niedrigen Wasserstands nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung transportieren können, steigen für die Industrie die Kosten und zugleich das Risiko von Versorgungsengpässen. Zusätzliche Transporte müssen auf die Straße verlagert werden – und treffen in Düsseldorf auf Rheinbrücken, die für den Wirtschaftsverkehr bereits erheblich eingeschränkt sind.
Besonders deutlich zeigt sich das an den Rheinquerungen: Die Josef-Kardinal-Frings-Brücke ist auf 7,5 Tonnen abgelastet, die Theodor-Heuss-Brücke sogar auf 3,5 Tonnen beschränkt. Damit treffen zwei Engpässe unmittelbar aufeinander: Auf dem Rhein fehlen Transportkapazitäten, während gleichzeitig wichtige Straßenverbindungen über den Rhein nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Die IHK Düsseldorf fordert deshalb mehr Tempo bei der Fahrrinnenoptimierung des Rheins und beim Ersatzneubau der Rheinbrücken. IHK NRW unterstützt zudem den Vorschlag der Landesregierung für eine nationale Niedrigwasser-Taskforce. Ziel müsse ein koordiniertes Gesamtsystem aus leistungsfähigen Wasserstraßen, Schienen, Straßen und Brücken sein – mit einer verlässlichen, mehrjährigen Finanzierung.
Denn das aktuelle Niedrigwasser zeigt: Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist für den Industriestandort keine Frage eines einzelnen Verkehrsträgers. Wenn Wasserstraße und Brücken gleichzeitig zum Nadelöhr werden, gerät die Wirtschaft von zwei Seiten unter Druck.
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