Die MAVEG Industrieausrüstungen GmbH ist seit Jahren auf dem westafrikanischen Kontinent aktiv. Derzeit betreut sie ein Projekt im Senegal.

Text: Andrea Schorradt, Fotos: Unternehmen

„Wir sind jetzt in den letzten Zügen.“ Ralf Pepmöller klingt zufrieden. Der Geschäftsführer der MAVEG Industrieausrüstungen GmbH aus Ratingen hat in den vergangenen Monaten viel Zeit im Senegal verbracht. Schon bald werden dort Kreditkarten, Identity Cards oder auch Point-of-Sale-Terminals „Made in Senegal“ produziert.

Dafür entsteht in der Hauptstadt Dakar derzeit ein entsprechendes Unternehmen. Realisiert wird es von einem privaten Investor, der wiederum von der MAVEG begleitet wird. „Wir unterstützen bei der Finanzierung, bei Lieferungen als Generalexporteur und bei der gesamten Projektentwicklung und -ausführung“, erklärt Ralf Pepmöller. Schon jetzt gebe es eine hohe Nachfrage und erste Vertragsabschlüsse mit Großkunden.

„Vermutlich ist sie die erste in Westafrika, die das System der dualen Ausbildung durchläuft“

Ralf Pepmöller

Zwischen 850 und 1000 Mitarbeitende soll das senegalesische Unternehmen künftig beschäftigen. „Bisher stammen alle Kreditkarten überwiegend von französischen Unternehmen, bald stellen die Senegalesen erstmals selbst Kreditkarten her.“ Um die Arbeiten vor Ort besser koordinieren zu können, hat MAVEG in Dakar ein eigenes Büro eingerichtet. Dort arbeiten eine Malierin, eine Senegalesin und ein Kameruner. Hinzu kommt eine junge Frau, die eine duale Ausbildung beginnt. „Vermutlich ist sie die erste in Westafrika, die das System der dualen Ausbildung durchläuft“, sagt Ralf Pepmöller. Die Kosten für die Ausbildung, auch die Flüge zwischen Studienort und Ausbildungsort übernimmt MAVEG.

Hohe Nachfrage und erste Vertragsabschlüsse mit Großkunden

Herausforderung: Kulturelle Unterschiede

Im Jahr 2013 knüpfte das Ratinger Handelsunternehmen die ersten Kontakte zu afrikanischen Unternehmen, mittlerweile wurden Projekte an der Elfenbeinküste, in Benin, Kamerun und Niger erfolgreich projektiert. Die Branchen sind dabei denkbar unterschiedlich, das Portfolio reicht von einem Milchpulverhersteller über ein Hospital bis hin zur Zuckerraffinerie. Ob es im Alltag Unterschiede zwischen europäischen und afrikanischen Kunden gebe? Da muss Ralf Pepmöller nicht lange überlegen: „Es gibt große Unterschiede, da prallen kulturelle Welten aufeinander. In Afrika spielen historische und politische Zusammenhänge eine viel größere Rolle im Denken der Menschen.“ Vor allem der Einfluss der einstigen Kolonialmächte sei bis heute spürbar und nicht zu unterschätzen. „Nach meinem eigenen Empfinden kommt noch hinzu, dass viele Afrikaner einerseits sehr offen und lernwillig sind, ihnen aber vor allem im kaufmännischen Bereich oftmals die Erfahrung und damit die praktische Umsetzung fehlt.“

Mit langem Atem

Schon bevor Pepmöller zur MAVEG wechselte, arbeitete er als Banker mit Unternehmern auf dem afrikanischen Kontinent zusammen. Seine langjährigen und vielseitigen Erfahrungen kommen ihm im Alltag zunutze. Europäischen Unternehmen, die erstmals auf dem afrikanischen Markt aktiv werden wollen, rät er zu einem langen Atem. „Man braucht viel Geduld. Und das eigene Unternehmen sollte über eine solide und robuste Basis verfügen.“ Bei der MAVEG sind das die gewachsenen Beziehungen in mehrere GUS-Länder. In Moskau betreibt der Industrieausrüster einen eigenen Standort, weltweit werden insgesamt 54 Mitarbeiter beschäftigt. In naher Zukunft wird sich das weltweite Engagement der MAVEG noch ausdehnen. Ralf Pepmöller kündigt an, dass es bereits Kontakte ins ostafrikanische Uganda und Tansania gebe – „Afrika hat sich zu einem unserer Hauptmärkte entwickelt.“

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