Text: IHK-Redaktion, Grafik: Rüdiger Trebels

„Bachelor Professional“ und „Master Professional“ – das sind seit Beginn des Jahres die Bezeichnungen, die an die Stelle der Begriffe „Meister“ beziehungsweise „Fachwirt“ und „IHK-Betriebswirte“ und „Berufspädagoge“ getreten sind. Möglich macht das eine Novelle des Berufsbildungsgesetzes. Die neuen Bezeichnungen sind ein deutliches Signal, dass berufliche und akademische Ausbildung gleichwertig sind. Denn Abschlüsse der Höheren Berufsbildung wie etwa Industriemeister, Wirtschaftsfachwirt oder Bilanzbuchhalter halten in ihrem Anspruch einen Vergleich mit einem Bachelor, der an einer Hochschule abgelegt wurde, schon lange stand – was jetzt auch in ihren Namen deutlich wird. Auch unter finanziellen Aspekten hinkt eine berufliche Bildung mit Weiterbildung einem akademischen Abschluss nicht hinterher. Den Beweis hat jüngst eine Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung für den Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag geliefert: Das, was eine Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung im Laufe der Zeit verdient, liegt am Ende des Erwerbslebens fast gleich- auf mit dem von einem Hochschulabsolventen. Insgesamt sind es etwa 1,4 Millionen Euro. Bis zum 60. Lebensjahr, und somit während des größten Teils ihres Berufslebens, haben diejenigen, die auf Ausbildung und Weiterbildung setzen, finanziell gegenüber den Akademikern die Nase vorn. Ein wichtiger Aspekt bei der Bildungsentscheidung nach der Schule. Denn Geld braucht man ja nicht erst am Ende seines Arbeitslebens, sondern schon früher. Beispielsweise wenn man eine Familie gründen oder ein Eigenheim kaufen möchte. Oft kann ein Meister, der schon früher Geld verdient hat, sich dann ein Häuschen leisten. Derjenige, der studiert hat, braucht eventuell noch viel Zeit, bis er genügend Startkapital zusammen hat.

Die Studie zum Einkommen im Erwerbsleben steht hier zum Download bereit

Weitere Informationen zum neuen Berufsbildungsgesetz unter
www.duesseldorf.ihk.de

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