Für Andrea Hendrickx, Leiterin von Infosys Deutschland, ist Düsseldorf als Standort ein Glücksgriff.

Text: Lothar Schmitz, Foto: Paul Esser

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, lautet eine berühmte Gedichtzeile von Hermann Hesse. Andrea Hendrickx konnte diesen Zauber vor einigen Monaten gleich zweifach spüren: Am 1. November trat die Managerin ihre Stelle als Leiterin von Infosys Deutschland am Hauptsitz in Frankfurt/Main an. Nur sechs Tage später nahm sie in dieser Eigenschaft in Düsseldorf einen sehr wichtigen Geschäftstermin wahr: die Eröffnung des ersten Digital Innovation Centre des indischen IT-Unternehmens in Deutschland. Den Zauber dieser Neuansiedlung teilen viele. Zum Beispiel NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart: „Wir freuen uns, dass sich Infosys entschlossen hat, seine Deutschland-Aktivitäten in Düsseldorf auszubauen“, sagte er im November. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel sagte bei der Eröffnung: „Wir sind davon überzeugt, dass Infosys einen wichtigen Beitrag bei der digitalen Transformation der lokalen Wirtschaft in Düsseldorf leisten wird.“ Infosys wurde 1981 im indischen Bangalore gegründet und ist ein globales Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen mit fast 230.000 Beschäftigten. Auf dem deutschen Markt ist Infosys seit 1999 präsent, inzwischen an 22 Standorten. „Stets in Kundennähe, das ist unser Credo“, betont Andrea Hendrickx, die Verantwortung für inzwischen mehrere tausend Beschäftigte in Deutschland trägt.

„Wir wollen die digitale Transformation unserer Kunden unterstützen“

Andrea Hendrickx, Infosys

Kunden sind Unternehmen aller wichtigen Branchen, von Konsumgüterproduktion und Logistik über Banken und Versicherungen bis zu Life Sciences und Gesundheitswirtschaft. Zusammen mit seinen Tochtergesellschaften bietet Infosys Dienstleistungen im IT-Segment an. Dazu gehören zum Beispiel die Entwicklung und Wartung von Anwendungen, Infrastruktur- und Geschäftsprozessmanagement oder Beratung und Dienstleistungen. Angebote rund um die digitale Transformation runden das Portfolio ab. Das neue Digital Innovation Centre in Düsseldorf ist erst das zweite des Unternehmens in Europa nach Bukarest. „Wir wollen die digitale Transformation unserer Kunden unterstützen und suchen dazu die Nähe zu erstklassigen Bildungs- und Forschungseinrichtungen“, erläutert Hendrickx. Schon jetzt hat Infosys strategische Partnerschaften mit der Hochschule Düsseldorf, der auch in Düsseldorf ansässigen WHU – Otto Beisheim School of Management sowie der RWTH in Aachen geschlossen. Gemeinsam arbeiten die Partner an Trainingskursen, Forschung und Stipendien. Zudem sollen am Innovation Centre Beschäftigte aktueller und künftiger Kunden im Hinblick auf neue Technologien geschult werden. Umgekehrt erhofft sich Infosys auf diesem Weg neue IT-Fachkräfte. Bis Ende 2020 soll das Düsseldorfer Team auf rund 300 Beschäftigte wachsen.

Mit offenen Armen empfangen

Doch weshalb Düsseldorf? „Die Stadt verfügt über eine exzellente geographische Lage mit kurzen, schnellen Wegen, einen tollen Arbeitsmarkt, viele gute Hochschulen und einen riesigen Einzugsbereich mit zahlreichen Talenten und interessanten Kunden“, zählt Hendrickx die Standortvorteile auf. „Ich würde von einem Glücksgriff sprechen“, ergänzt sie, „auch weil die Stadt kulturell so offen und international ist und uns mit offenen Armen empfangen hat.“ Diese offenen Arme hatte zum Beispiel Annette Klerks, Leiterin des International Business Service der Wirtschaftsförderung Düsseldorf. Sie kannte Infosys schon und legte sich, als sie von den Expansionsplänen hörte, mächtig ins Zeug. So sorgte sie zum Beispiel dafür, dass Düsseldorfs Oberbürgermeister bei einer ohnehin anstehenden London-Reise auch die Europazentrale von Infosys besuchte, später stellte sie Kontakte zu Hochschulen und Innovationsnetzwerken her und organisierte Besuchstermine eines Infosys-Teams bei Uni, Hochschule und anderen Düsseldorfer Institutionen. Mit ihr freut sich auch die IHK über die Ansiedlung: Sie „zeigt einmal mehr, dass Düsseldorf auch als Innovationsstandort punkten kann, vor allem aufgrund der Nähe zu Kunden, Unternehmensnetzwerken und der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften“, betont Felix Neugart, Geschäftsführer International der IHK Düsseldorf.

Warum sind Düsseldorf und der Kreis Mettmann attraktiv für Unternehmen aus aller Welt? Antworten gibt Felix Neugart, IHK-Geschäftsführer International.

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