2. Velberter Sicherheitsgespräche

Aus der IHK2. Velberter Sicherheitsgespräche

Die steigenden Anforderungen an den Schutz kritischer Infrastrukturen standen im Mittelpunkt der zweiten Velberter Sicherheitsgespräche. Gemeinsam mit der Schlüsselregion e.V. sowie den Wirtschaftsförderungen von Velbert und Heiligenhaus hatte die IHK Düsseldorf zu der Netzwerkveranstaltung in den Skyroom der IMS Arena eingeladen. Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Dr. Nikolaus Paffenholz moderierte wie bereits im vergangenen Jahr die Velberter Sicherheitsgespräche.

Text: Eva Rüther; Stand 5/2026

„Die Anforderungen an Sicherheit und Resilienz verändern sich derzeit grundlegend. Als IHK sehen wir es deshalb als unsere Aufgabe, Unternehmen über Risiken, neue regulatorische Anforderungen und aktuelle Entwicklungen zu informieren und für diese Themen zu sensibilisieren“, betonte Dr. Nikolaus Paffenholz. Es gelte, als Mittler zwischen Staat und Wirtschaft aufzutreten und deutlich zu machen, wie die Mitgliedsunternehmen durch eine gemeinsame Stärkung der Region ihre Chancen nutzen können. Die IHK bietet dazu eine Plattform für Austausch einerseits und konkrete Unterstützung durch die IHK andererseits.

Sicherheit neu denken – gemeinsam resilient werden

Der Tag begann zunächst mit den Grußworten der Bürgermeister von Velbert und Heiligenhaus, Dirk Lukrafka und Björn Kerkmann. Im Anschluss referierte Prof. Dr.-Ing. Kai Dietrich Wolf vom Institut für Sicherungssysteme der Bergischen Universität Wuppertal über „Sichere Produkte in unsicheren Zeiten“.

Nach der Vorstellung des Netzwerks „Sicherheitsregion Niederberg“ durch André Küsters von der ZENIT GmbH begann eine lebendige und spannende Panel-Diskussion: Christian Draeger von der Wirtschaftsförderung Velbert, André Küsters, Marcus Markowicz und Yannick Poeste, beide von C.Ed. Schulte GmbH Zylinderschlossfabrik, CES, und Sven Middelhauve von der Securitas Holding GmbH, waren sich einig darüber, dass sich durch das Netzwerk neue Chancen und Geschäftsfelder ergeben: „Durch Geschlossenheit wollen wir nach außen hin zeigen, dass wir ein starker und zuverlässiger Partner sind. Denn in unserer Region verfügen wir über viel Kompetenz. Mein Wunsch ist es, dass sie auch überregional erkannt wird“, betonte Christian Draeger.

Eine Region bündelt ihre Stärken

Und André Küsters ergänzte das: „Unsere Ideen müssen gehört werden und Stahlkraft haben. Verschiedene Netzwerke gibt es zwar schon, aber dieses fokussiert sich auf Innovation, Forschung und Entwicklung. Wir sind hier gefordert und müssen wirklich arbeiten, um die Sicherheitsregion nach vorne zu bringen.“

In diesem Zusammenhang machte Marcus Markowicz auch deutlich, dass jetzt Dynamik gefordert sei: „Wir arbeiten ja schon mit verschiedenen Unternehmen erfolgreich zusammen und sind jederzeit offen für neue, strategisch passende Partnerschaften. Gefragt ist aber nun Junggeist, damit Innovationen und wirklich neue Ideen entstehen und umgesetzt werden können. Für das Netzwerk wäre es deshalb zum Beispiel gut, Start-ups einzubinden.“ Das Unternehmen CES arbeitet unter anderem mit Securitas zusammen, das mit Schutzsystemen für Menschen, Werte und Standorte erfolgreich ist. Auch Sven Middelhauve warb dafür, Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln und stellte dar, wie Securitas verschiedene KRITIS-Einrichtungen gegen gezielte Angriffe, technische Störungen und regulatorische Versäumnisse absichert. Denn Stromnetz, Rechenzentrum oder Wasserwerk – Betreiber kritischer Infrastrukturen benötigten belastbare Sicherheitskonzepte, die regulatorischen Vorgaben wie dem KRITIS-Dachgesetz gerecht würden und gleichzeitig betrieblich umsetzbar seien.

Auf dieses Thema ging Philip Schickenberg, Steinbach & Vollmann GmbH, STUV, nach der Pause ein. Er stellte das KRITIS Dachgesetz konkret vor: Es gilt seit diesem Jahr und legt bundeseinheitliche und sektorübergreifende Mindeststandards für den Schutz kritischer Infrastrukturen fest. Anschaulich zeigte er, welche Anforderungen und Risiken für die Bereiche Energie, Industrie, Logistik und öffentliche Einrichtungen bestehen.

In der sich anschließenden Panel-Diskussion mit Dr. Ulrich Biedendorf, fachpolitischer Sprecher „Verteidigung und Wirtschaft“ der IHK NRW, Mura Rike Cammann, Cluster Defence.NRW, Peter Jänchen der Spitznas Maschinenfabrik GmbH und Udo Zimmermann von der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert, ging es entsprechend um Sicherheit und Verteidigung und konkrete Lösungsansätze: Unternehmen müssten sich unter anderem damit beschäftigen, wie sie auf Sabotage gegenüber Lieferanten und Kunden aufgestellt sind. Eigenvorsorge und Notfallpläne seien wichtig, um Unternehmen resilienter zu machen, so Dr. Ulrich Biedendorf.

Sicherheit beginnt lange vor der Krise

Dr. Nikolaus Paffenholz ergänzte das: „Sicherheit wird künftig noch stärker eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sein. Dafür braucht es Kooperation, Resilienzbewusstsein und einen offenen Austausch zwischen allen Beteiligten.“

Nach dem Abschlusswort von Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister aus dem Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen wurde die Diskussion beim anschließenden Get-together intensiv fortgesetzt. Viele Teilnehmende waren sich einig, dass neue Sicherheits- und Resilienzanforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können und zugleich neue Chancen für Unternehmen und Kooperationen in der Region entstehen. „Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig Kooperationen und Netzwerke geworden sind. Gerade bei Themen wie KRITIS, Resilienz und Sicherheitswirtschaft entstehen tragfähige Lösungen vor allem im Zusammenspiel von Unternehmen, Forschung, Politik und Institutionen“, zog Dr. Nikolaus Paffenholz ein positives Fazit.


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