Bei der Logistik setzt Picnic auf High-Tech.

Text: Beate Werthschulte, Foto: Unternehmen

Aufgrund der Corona-Krise verzeichnet Picnic eine deutlich gestiegene Nachfrage und reagiert darauf mit schneller Expansion – derzeit werden wöchentlich 50 neue Mitarbeiter eingestellt. Gegründet wurde der Online-Supermarkt im Jahr 2015 in den Niederlanden. Seit dem Frühjahr 2018 ist das junge Unternehmen auch in Deutschland aktiv und hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf. Beliefert werden von bald zwölf Standorten in Nordrhein-Westfalen aus – Düsseldorf und Kamen werden in Kürze eröffnet – schon mehr als 80.000 Kunden, über den Neusser Standort auch bereits rund 10.000 in der Landeshauptstadt.
Als einziger Anbieter in Deutschland erhebt Picnic nach eigenen Angaben keine Liefergebühr, der Mindestbestellwert liegt bei nur 25 Euro. Zudem wird das gesamte Sortiment, seien es nun Lebensmittel oder Drogerieartikel immer zum günstigsten Marktpreis angeboten.

Wöchentlich 50 neue Mitarbeiter

Und auch wenn die Akzeptanz der Verbraucher für Online-Supermärkte in den letzten Jahren gewachsen ist, übersteigt die Nachfrage aufgrund der aktuellen Corona-Situation die Erwartungen von Picnic deutlich – sie hat sich nämlich seit Beginn der Krise mehr als verdoppelt. „Pro Tag melden sich seit dem 17. März rund 2.000 neue Kunden an, die nun darauf warten, von uns für die Belieferung freigeschaltet zu werden“, sagt Frederic Knaudt aus dem Gründerteam von Picnic Deutschland. Deswegen hat das Unternehmen umgehend reagiert und zunächst einmal die Eröffnung seines zweiten Lebensmittelkühllagers in Herne – eins gibt es bereits in Viersen – auf Anfang April vorgezogen. Hier wurden nicht nur 400 neue Arbeitsplätze geschaffen, auch die Kapazität von Picnic in Deutschland wird dadurch verdoppelt. Das sei, so Knaudt, mit Unterstützung der Landesregierung NRW sowie des Corona-Krisenstabs rund um Ministerpräsident Laschet innerhalb kürzester Zeit möglich gewesen und dafür sei man sehr dankbar.

„Wir möchten die Menschen unterstützen, die in der Gesundheits- und Pflegebranche tätig sind.“

Frederic Knaudt, Picnic

Darüber hinaus stellt Picnic, um dem gestiegenen Bedarf zu begegnen, pro Woche 50 neue Mitarbeiter ein und beschäftigt inzwischen in NRW mehr als 1.000 Angestellte. Gleichzeitig wurde Anfang April der Sonntag als neuer Liefertag eingeführt. „Mit diesen zusätzlichen Kapazitäten möchten wir aufgrund der aktuellen Situation zunächst insbesondere die Menschen unterstützen, die in der Gesundheits- und Pflegebranche tätig sind. Nach und nach wollen wir diesen erweiterten Service aber allen Kunden anbieten“, erklärt Knaudt. Dass die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden dabei an erster Stelle steht, versteht sich von selbst. So erfolgen die Lieferungen derzeit kontaktlos, die Lebensmitteltüten werden vor der Tür der Kunden abgestellt. Die Autos werden regelmäßig desinfiziert, die Fahrer tragen Mundschutz und Handschuhe, zudem wird bei allen Mitarbeitern jeden Morgen die Temperatur gemessen.

Wie geht es nach Corona weiter?

Das Unternehmen, so Knaudt, sei ohnehin bereits im Expansionsmodus gewesen, nun führe die Corona-Krise dazu, dass vieles schneller umgesetzt werde. So wird die Verwaltung in Düsseldorf in den nächsten Monaten von 30 auf 75 Mitarbeiter aufgestockt und über weitere Standorte, auch außerhalb von NRW, wird man bei Picnic am Jahresende sicher nachdenken.

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