Ingo Söhngen möchte von Monheim aus ausländischen Unternehmen den Weg nach Deutschland ebnen.

Text: Lothar Schmitz, Foto: Melanie Zanin

Spannend ist die Standortwahl von Gerrit Wein und Ingo Söhngen. Die beiden Betriebswirte leben in Frankfurt/Main und haben sich dort vor ein paar Jahren über ein Unternehmernetzwerk kennengelernt. Ihr gemeinsames Interesse: ausländischen Investoren den Weg nach Deutschland zu bahnen. Zu diesem Zweck gründeten sie vergangenes Jahr gemeinsam das International Business Center (IBC). Während der Suche nach einem geeigneten Standort wurde die Wirtschaftsförderung Monheim auf Söhngen aufmerksam; der 54-Jährige kennt die Region, denn er hält einige Immobilienbeteiligungen in Düsseldorf. „Monheim ist eine richtig spannende Kommune, hier passiert sehr viel“, schwärmt Gerrit Wein (34), „außerdem denken die Verantwortlichen in der Stadt unternehmerisch und zeigen sich sehr offen!“ Dieses aufrichtige Interesse gab schließlich den Ausschlag: Nicht im großen Frankfurt, sondern im überschaubaren Monheim mieteten sie zunächst 200 Quadratmeter Bürofläche, unterteilt in ein Großraumbüro, zwei kleine Büros, einen Konferenzraum sowie Empfangsbereich.

„Wir verstehen uns als professioneller Partner für den Aufbau von Unternehmen in NRW und Deutschland“

Gerrit Wein, IBC

Diese Neuansiedlung wird – wenn es nach den beiden Gründern geht – weitere nach sich ziehen. Ein Neustart in Serie gewissermaßen. Denn das IBC bietet seinerseits ausländischen Investoren Starthilfe in Deutschland. „Wir verstehen uns als professioneller Partner für den Aufbau von Unternehmen in NRW und Deutschland“, sagt Wein. Der Service beginnt mit eingehender rechtlicher und steuerrechtlicher sowie strategischer Beratung durch die beiden Unternehmer sowie fachlich versierte Netzwerkpartner. Und setzt sich – je nach Kundenwunsch – fort über administrative Unterstützung, Akquise, Marketing und PR bis zu Management- und Verwaltungstätigkeiten. Möglich sind drei Modelle: Die Investoren kommen selbst nach Monheim, beziehen dort ein Büro und erschließen sich mit IBC-Unterstützung den Markt. Oder sie stellen, wiederum mit Hilfe des IBC, Personal ein, das dann die neue deutsche Niederlassung steuert. Oder aber das IBC testet zunächst das Geschäftsvorhaben und versucht, es auf dem Markt zu platzieren. Klappt das, folgen die Schritte 1 oder 2.

Hilfe vom Expat Service Desk

Besonders gute Kontakte unterhalten Wein und Söhngen zu Investoren aus dem Mittleren Osten, insbesondere der Golfregion, erste Auftraggeber gibt es bereits. Wenn das Geschäftsmodell funktioniert, wollen sie sogar ein eigenes Gebäude in Monheim errichten, über mögliche Flächen haben sie bereits mit der Stadt gesprochen. Beim Einsatz von internationalem Personal kann das IBC auf die Services des Expat Service Desk zurückgreifen, eine von den Wirtschaftsförderungen der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Kreises Mettmann sowie der IHK Düsseldorf gemeinsam betriebene, zentrale Anlaufstelle für internationale Fach- und Führungskräfte sowie kleine und mittelständische Unternehmen, die solche beschäftigen. „Wir verstehen uns als Lotse mit dem Ziel, den internationalen Arbeitskräften und deren Familien die Region attraktiv zu machen“, erklärt Projektleiter Johannes Grünhage. Behördliche Formalitäten und ausländerrechtliche Verfahren, Kinderbetreuung und Einschulung, berufliche Qualifikation, aber auch das tägliche Leben – das alles steht auf der Agenda des Projektteams. „Wir profitieren enorm von diesem Service“, lobt Gerrit Wein, „denn hier geht es um wichtige harte und weiche Faktoren, die ausländischen Unternehmen den Weg ebnen. Das hilft unseren Kunden sehr!“ Der Zauber des Neuanfangs – in Düsseldorf und Mettmann bekommen internationale Firmen ihn zu spüren.

Warum sind Düsseldorf und der Kreis Mettmann attraktiv für Unternehmen aus aller Welt? Antworten gibt Felix Neugart, IHK-Geschäftsführer International.

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