Monika Breuer (rechts) und Tina Schmidt sind zwei der Mitarbeiterinnen der Corona-Hotline.

Text: Jens van Helden, Foto: Paul Esser

Kaum hat Monika Breuer ihr Telefonat beendet, hat sie schon den nächsten Anrufer in der Leitung. Ob er seinen kleinen Supermarkt am Stadtrand von Düsseldorf am kommenden Sonntag tatsächlich von 13 bis 18 Uhr öffnen darf? „Kein Problem, dafür gibt es eine Sonderregelung“, weiß Breuer zu beruhigen. Beim nächsten Gespräch wird es schon schwieriger, es geht um Finanzierungsfragen in Zeiten von Corona. Es sind viele Gespräche, die Monika Breuer und ihre Kolleginnen und Kollegen führen, seit sie bei der IHK-Hotline zur Corona-Krise den Anruferinnen und Anrufern mit Rat zur Seite zu stehen. „Seit dem Start der Hotline am 18. März hatten wir im Durchschnitt mehr als 250 Anrufe pro Tag“, weiß Dr. Nikolaus Paffenholz, Leiter des Bereichs Unternehmensservice bei der IHK Düsseldorf. Die Themen reichen von Fragen zur Ausbildung, etwa ob Azubis in Kurzarbeit gehen können, bis zum internationalen Geschäft. Denn da stellt die IHK Düsseldorf nach wie vor z. B. Ursprungszeugnisse aus. Am häufigsten geht es jedoch um Fragen der Finanzierung: „Bekommen Unternehmen Zuschüsse oder Kredite? Wer vergibt sie? An wen muss man sich wenden, wenn man Geld braucht? Wie und wo kann Kurzarbeitergeld beantragt werden?“

„In vielen Fällen können wir weiterhelfen.“

Dr. Nikolaus Paffenholz, IHK Düsseldorf

Die Verunsicherung ist enorm, daher sind aktuelle, verlässliche und verständliche Informationen besonders wichtig. „In vielen Fällen können wir weiterhelfen. Die meisten Antworten sind mittlerweile auch im Internetangebot der IHK Düsseldorf zu finden, das wir kontinuierlich aktualisieren“, so Paffenholz. Aber vielleicht fehlt vielen Unternehmerinnen und Unternehmern im Moment schlicht die Zeit, sich im Internet auf die Suche zu machen. „Viele sind auch einfach dankbar, dass sie jemanden gefunden haben, der sich mit ihren Fragen befasst und der ihnen zuhört“, erzählt Breuer aus ihren Hotline-Erfahrungen. Denn die Anruferinnen und Anrufer klagen auch darüber, dass andere Hotlines entweder gar nicht funktionieren oder ständig besetzt sind.
Es sei ein gutes Gefühl, den Unternehmerinnen und Unternehmern ein Stück weit dabei zu helfen, mit der Krise klarzukommen, sagt Hotline-Mitarbeiterin Tina Schmidt. Auch wenn es manchmal schwierig sei. Etwa bei der Unternehmerin, die am Telefon geweint hat, weil sie nicht wusste, wie sie die nächste Miete für ihr Ladenlokal aufbringen sollte.
Nach nur wenigen Tagen Hotline gibt es unter den Fragen aber bereits einen Klassiker, bei dem auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK-Hotline nur mit den Achseln zucken können: „Kommt die Ausgangssperre? Und wenn ja wann?“

Hilfe gibt es unter der Rufnummer 0211 3557-666

„Das weiß im Moment vermutlich niemand. Aber wenn wir uns alle an die Spielregeln halten, bleibt uns das vielleicht erspart“, sagt Tina Schmidt, bevor sie das nächste Gespräch annimmt.
Die Hotline der IHK Düsseldorf ist montags bis freitags von 8 bis 16.30 Uhr unter der Rufnummer 0211 3557-666 zu erreichen. Außerdem können Unternehmerinnen und Unternehmer sich auch per E-Mail an corona@duesseldorf.ihk.de an die IHK-Mitarbeitenden wenden. Informationen, Risikobewertungen und Vorsichtsmaßnahmen für den Umgang mit Corona-Krise hat die IHK Düsseldorf zusammengestellt unter www.duesseldorf.ihk.de/corona.
Dort gibt es das Wichtigste unter anderem zu folgenden Themen: Finanzierung und Praxistipps, Rechtsfragen, Regelungen zur Geschäftsöffnung, Berufsbildung und Prüfungen sowie International.