Text: Gesa van der Meyden, Fotos: Unternehmen

Es begann mit dem Zusammenschluss zweier Männer im Jahr 1919. Der Kaufmann Friedrich Dillenberg und der Techniker Karl Grüne gründeten in Düsseldorf-Eller die Firma Dillenberg & Co., die Teile wie Verschleißplatten und Kugelschalen in Modellformguß herstellte. Als Dillenberg nach wenigen Jahren das Unternehmen verließ, ging es fest in Grüne-Hand über – und ist es bis heute. „Mein Urgroßvater hat die Firma vor allem technisch immer auf den neusten Stand gebracht. So hat er das Schleuderguß-Verfahren in den 1930er-Jahren mitentwickelt“, sagt Kathrin Grüne, die den Familienbetrieb von ihrem Vater Detlev übernahm und in vierter Generation leitet.

Blick in die Vordreherei um 1937.

Ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war der Schritt von der reinen Gießerei zur Gießerei mit angeschlossener Fertigbearbeitung. „Ab den 1960er Jahren haben wir dafür die ersten Maschinen eingesetzt. Heute sind etwa 70 Prozent unserer Produkte fertigbearbeitet und komplett einbaufertig“, sagt die Chefin. Seit dem Jahr 2006 arbeitet das Unternehmen mit einer betriebsübergreifenden Software, die alle Produktionsabteilungen miteinander vernetzt, zwei Jahre später nahm es eine neue Halle zur Finalfertigung in Betrieb. Heute sorgen mehrere moderne Induktionsöfen für eine reibungslose Produktion für Kunden in aller Welt.

Mit Fachwissen zum Marktführer

Den eigentlichen Grund für den anhaltenden Erfolg des Unternehmens sieht Kathrin Grüne aber nicht in technischen Innovationen, sondern in der Tatsache, dass Dillenberg konsequent auf den Faktor Mensch setzt. „Bei uns steht der Mitarbeiter im Zentrum“, sagt sie. Rund 110 Männer und Frauen arbeiten heute für das Unternehmen, etwa 15 Prozent davon sind Auszubildende. „Dem Fachkräftemangel begegnen wir, indem wir unseren Nachwuchs selbst ausbilden, sowohl im produktiven als auch im kaufmännischen Bereich. Deshalb haben wir viele junge Mitarbeiter, die hochmotiviert sind und sich mit dem Unternehmen identifizieren.“ Die Arbeit sei trotz aller Technik sehr handwerklich und basiere auf einem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how. „Es ist vor allem dieses Fachwissen unserer Mitarbeiter, das uns zu einem der Marktführer in unserem Segment macht“, betont die Geschäftsführerin.

Heute kommen bei Dillenberg modernste Maschinen zum Einsatz, hier im Fräszentrum.

„Wir versuchen, Veränderungen wie den Klimawandel als Chance zu sehen.“ Wissen und Innovationsbereitschaft sind laut Grüne auch die wirksamsten Instrumente im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels, der Dillenberg als stromintensives Unternehmen besonders betrifft. „Wir liegen mitten in der Stadt und müssen auch in Zukunft unsere Stromversorgung sicherstellen. Dafür müssen neue, umweltfreundlichere Verfahren eingesetzt werden, an deren Entwicklung wir uns gerne beteiligen“, sagt sie. Auch die Veränderung der Kundenstruktur fordere die Bereitschaft von Unternehmen aus ihrer Branche, sich neuen Technologien und Ideen zur Energiegewinnung zuzuwenden. „Früher haben wir viel an die Montanindustrie geliefert, das nimmt aber stetig ab. Ähnlich wird es bei unseren Kunden aus der Braunkohleindustrie sein. Dafür haben wir eine vermehrte Nachfrage aus der Windkraft. Wir versuchen, Veränderungen wie den Klimawandel als Chance zu sehen.“ Für die Zukunft sieht Kathrin Grüne ihr Unternehmen gut aufgestellt. „Mit unseren Mitarbeitern, unseren Maschinen und unserer Infrastruktur sind wir gerüstet für das, was kommt.“

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