Fachkräfte: Wie ein Kaiser am Herd

Rachid El Mellah, Willkommenslotse bei der IHK, vermittelt Geflüchtete

Von IHK-Redaktion, Foto Wilfried Meyer

Sadio Barry kam Ende 2016 mit gerade einmal 16 Jahren aus Guinea über Italien nach Düsseldorf. Der Krieg hatte ihn aus seiner Heimatstadt Conakry vertrieben. „Ein Leben in Würde war in Guinea nicht möglich“, sagt er. Was seine berufliche Zukunft anging, „wusste ich gar nicht, was ich machen sollte“. Nach Praktika in der Gastronomie, im Handwerk und mit sehr guten Schulnoten im Berufskolleg wollte er später eine Ausbildung zum Koch machen. Unterstützt wurde er von Rachid El Mellah, dem Willkommenslotsen der IHK Düsseldorf. Er berät Unternehmen und Geflüchtete und bringt sie passgenau zusammen.

Start in der Dorfstube

Wie bei Barry: El Mellah vermittelte einen Praktikumsplatz und half ihm, damit aus der Duldung eine Arbeitserlaubnis wurde. Seit September 2019 absolviert der mittlerweile 19-Jährige eine Ausbildung als Koch im Restaurant Dorfstube in Düsseldorf-Oberkassel. Die Dorfstube ist bekannt für ihre traditionelle deutsche Küche und ihre Gemütlichkeit – quasi ein Stück Schwarzwald am Rhein.

Sadio Barry (Mitte) mit Ausbilder Stefan Aumann (rechts) und Rachid El Mellah, Willkommenslotse bei der IHK Düsseldorf.

„Hier möchte ich meine Ideen umsetzen und beruflich weiterkommen. Ich habe bereits im Rahmen eines Düsseldorfer Gourmet Festivals selbständig und erfolgreich Kaiserschmarrn zubereitet. Unsere Gäste waren sehr zufrieden“, erzählt Barry lächelnd. Der junge Mann brachte bereits Erfahrungen in der Gastronomie mit, hat Ausdauer und die Küche wie ein „Kaiser“ sicher im Griff. „Barry war uns vom ersten Tag an sympathisch, zeigte Talent im Praktikum und passte einfach gut ins Team. Außerdem arbeitet er selbständig, achtet sehr auf die Details und ist in der Berufsschule richtig fleißig“, lobt ihn Stefan Aumann, Ausbilder in der Dorfstube.

Ein voller Erfolg

„Gastronomieunternehmen haben es angesichts des demographischen Wandels seit Jahren schwer, überhaupt geeignete Bewerber zu finden“, so El Mellah. Durch Bewerbertage und Recruitingveranstaltungen in Unternehmen werden Bewerber aus dem Kreis der Geflüchteten auf Ausbildungen und Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe hingewiesen. Bei Barry war das ein voller Erfolg. „Mein Ausbilder und das Team sind sehr hilfsbereit, jung und sehr kreativ. Ich kann hier meine Kocherfahrungen voll einbringen, werde in der Ausbildung rundum unterstützt und komme sehr gerne zur Arbeit“, berichtet er zufrieden. Das erfolgreiche Projekt des Willkommenslotsen wird seit 2016 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Weitere Informationen dazu gibt es unter:

www.duesseldorf.ihk.de

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